Erstmals in seinem Pontifikat wird Papst Leo XIV. an Heiligabend um 22 Uhr im Petersdom die Christmette zelebrieren. Die Feier gilt als einer der Weihnachts-Höhepunkte im Vatikan. Sie wird im BR Fernsehen live übertragen.
Christmette Vatikan: Was die Feier in der Heiligen Nacht bedeutet
Die Christmette ist eine der wichtigsten liturgischen Feiern des Kirchenjahres und wird in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember gefeiert, manchmal schon relativ früh an Heiligabend. Sie eröffnet das Weihnachtsfest und erinnert an die Geburt Jesu Christi.
Im Mittelpunkt steht die Botschaft aus dem Lukasevangelium: "Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr" (Lk 2,10–11).
Ein zentrales Bild der Christmette ist das Licht, das die Dunkelheit durchbricht. Viele Kirchen beginnen sie mit gedämpfter Beleuchtung, Gläubige entzünden Kerzen. In den Gesängen wird dieses Motiv immer wieder aufgegriffen.
Weihnachten im Petersdom: Gloria, Tradition und Papst Leo XIV.
Besonders markant ist das "Gloria", der feierliche Lobgesang, der in der Adventszeit traditionell nicht gesungen wird und in der Christmette mit festlichem Charakter wieder angestimmt wird. Die Christmette wird deshalb auch "Engelamt" genannt, weil sie an den Jubelgesang der Engel über die Geburt Jesu erinnert.
Für Leo XIV. ist es das erste Weihnachten als Papst. Ein älteres Video zeigt den gebürtigen US-Amerikaner Robert Francis Prevost, wie er "Feliz Navidad, Feliz Navidad" ins Mikro schmettert. Unter dem Johlen des Publikums wiederholt der heutige Papst mehrfach den Refrain des gleichnamigen Weihnachtslieds.
Er klatscht und wippt zu den Zeilen: "I wanna wish you a merry Christmas from the bottom of my heart!" Ganz so locker wie in dem peruanischen Pfarrsaal vor elf Jahren dürfte Leos diesjähriges Weihnachten nicht ausfallen. Als Papst läuft alles nach dem strengen Vatikan-Protokoll.
Petersplatz Rom: Christbaum aus Südtirol und Krippe aus Kampanien
Die Vorbereitungen auf die Feiern laufen seit Wochen. Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz stammt in diesem Jahr aus Südtirol, aus den Gemeinden Lagundo und Ulten. Die rund 27 Meter hohe Fichte wurde gemeinsam von beiden Orten gestiftet und steht als Symbol für Verbundenheit und Frieden in den Alpen. Leo XIV. sagte bei einer Audienz: "Der Baum mit seinen immergrünen Zweigen ist ein Zeichen des Lebens und erinnert an die Hoffnung, die auch in der Kälte des Winters nicht schwindet".
Die Krippe auf dem Petersplatz kommt aus der Diözese Nocera Inferiore-Sarno in Kampanien und zeigt typische Motive der Region. Im Zentrum stehen Jesus, Maria und Josef mit dem Ochsen und dem Esel. Eine Hirtin bringt Gaben aus dem Gebiet der Diözese, darunter Gemüse, Artischocken, Walnüsse, Nocerino-Zwiebeln und San Marzano-Tomaten. Zwei Dudelsackspieler begleiten die Szene. Im Hintergrund steht ein Fischer mit einem großen Anker als Hinweis auf die geöffnete Heilige Pforte des Petersdoms, das Symbol des Heiligen Jahres.
Landkreis Regen: Niederbayern blickt auf den Papst-Christbaum 2035
In Niederbayern sorgt eine Nachricht schon jetzt für Vorfreude. Der Landkreis Regen darf 2035 einen Christbaum für den Petersplatz in Rom stellen. Landrat Ronny Raith sagte der "Passauer Neuen Presse" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt): "I gfrei mi wie a gloans Kind über diese Nachricht!"
Zur Idee der Christbaum-Spende hieß es, Landrat Raith habe im vergangenen Januar die Fichte aus der Nähe von Ledro am Gardasee vor dem Petersdom gesehen. Da sei ihm durch den Kopf gegangen: "So eine Kraxn, unglaublich!" "Kraxn" lässt sich im weitesten Sinne mit "hässliches Ungetüm" übersetzen. Dem Politiker kam dann der Gedanke: Warum nicht einen Baum aus dem waldreichsten Landkreis Bayerns stiften?
Mit Informationen von KNA und epd.
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