Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs kämpft die Fahrschule, für die Christian Stöcklmeier arbeitet, mit hohen Benzinkosten. Innerhalb eines Jahres erlebte der Amberger Betrieb beim Tanken eine Preissteigerung von 28 Prozent. "Das ist ja Wahnsinn", sagte er in der BR-Sendung "Jetzt red i" in Amberg. "Wir müssten also eigentlich mit dem Fahrstundenpreis mindestens 10 bis 15 Prozent nach oben gehen." Die Kosten an die Fahrschüler weiterzugeben, sei aber nicht zumutbar.
- Zum Artikel: Wird der Tankrabatt an die Kunden weitergegeben?
Maßnahmen der Bundesregierung
Senkung der Energiesteuer, 12-Uhr-Regel, abgelehnte Entlastungsprämie - der Immobilienmaklerin Renate Birner gehen die Ideen der Regierung nicht weit genug. Wie viele im Landkreis Amberg ist sie auf ihr Auto angewiesen und fragt sich, ob es denn nicht möglich wäre, eine Spritpreisbremse einzuführen. Die 17 Cent Entlastung pro Liter Diesel und Benzin sind für sie ein guter Anfang, aber "für uns als Bürger, als Autofahrer, merkt man eigentlich wenig davon".
CSU-Generalsekretär Martin Huber verteidigte die von der Bunderegierung beschlossenen Maßnahmen und entgegnete, der Tankrabatt sei nicht wirkungslos. Huber verwies auf eine aktuelle Meldung des ADAC, demzufolge 13 der 17 Cent des Tankrabatts an die Verbraucher weitergegeben würden. Zudem sei das Kartellrecht verschärft worden. Das Kartellamt könne seit dem 1. Mai die Mineralölkonzerne auffordern, Preisbildungsmechanismen offen zu legen. Auch die Erhöhung der Pendlerpauschale pries Huber als "wirksame Entlastung für die Pendler im ländlichen Raum".
Trotzdem zeigte er Verständnis für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger: "Das Autofahren darf nicht zum Luxus werden. Autofahren ist gerade im ländlichen Raum Ausdruck von Freiheit und deswegen muss Autofahren auch bezahlbar bleiben."
E-Auto als Lösung?
Bezahlbar muss es auch für Edeltraud Koller bleiben. Sie ist energiebewusst, möchte etwas für die Umwelt tun – doch die 74-Jährige ist auf ihr Auto angewiesen. Ein neues Auto oder gar ein Elektroauto kann sie sich, wie viele andere ältere Menschen, nicht leisten.
Für einige Amberger ist jedoch genau so ein Elektroauto die Lösung für die Zukunft. Hans-Jürgen Frey stand 30 Jahre lang an der Spitze des Solarenergiefördervereins Amberg-Sulzbach. Der Rentner, der sich ehrenamtlich für die Energiewende im Landkreis engagiert, fährt bereits seit 2010 elektrisch. Für ihn ist das vor allem eine Frage des Umweltschutzes: "Es kann doch nicht sein, dass wir weiterhin Öl verbrennen".
Das sieht auch Ludwig Hartmann so: Der Grünenpolitiker fordert, sich mithilfe von erneuerbaren Energien aus der Abhängigkeit zu befreien. "Was mich grad so umtreibt, die Debatte, die wir heute führen, die haben wir auch vor vier Jahren geführt, durch den Angriffskrieg durch Russland. Jetzt sind vier Jahre vergangen, und wieder wird uns bewusst, wie abhängig wir von den fossilen Energien sind." Die Regierung solle deshalb die Umstellung auf die E-Mobilität mehr fördern. Kurzfristig seien Entlastungen für die Menschen im ländlichen Raum wichtig, mittelfristig müsse das Mobilitätsangebot aber sauber werden.
Forderungen für die Zukunft
Stephan Protschka, Landeschef der AfD in Bayern, setzt dagegen auf noch mehr Entlastungen beim Tanken. Er bekräftigte die Forderung seiner Partei nach einer Abschaffung der CO2-Abgabe. Daneben müssten die Energiesteuer aufs Minimum sowie die Mehrwertsteuer auf 7 Prozent reduziert werden. Es sei "zwar schön, dass die Pendlerpauschale erhöht wird, aber da kriegt er irgendwann Mitte nächsten Jahres das Geld, die brauchen jetzt sofort Entlastung an der Tankstelle."
Wie weit können Entlastungen gehen? CSU-Generalsekretär Martin Huber erklärt, zu viele Versprechungen zu machen wäre mit Blick auf die aktuelle Weltlage unseriös: "Wir werden nicht auf Dauer jede Krise auf der Welt weg subventionieren können."
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