(Symbolbild) Ein ICE steht im Berliner Hauptbahnhof.
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(Symbolbild) Die Bahn verzichtet für ein Jahr auf Preiserhöhungen im Fernverkehr.
Bildrechte: picture alliance / Bahho Kara/Kirchner-Media | Bahho Kara
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Deutsche Bahn: ICE-Ticketpreise bleiben ein weiteres Jahr stabil

Deutsche Bahn: ICE-Ticketpreise bleiben ein weiteres Jahr stabil

Die Bahn friert ihre Fernverkehrspreise ein: Ab 1. Mai sollen ICE-Tickets laut Bahnchefin Evelyn Palla ein Jahr lang nicht teurer werden. Der Fahrgastverband Pro Bahn hält das für unzureichend. Parallel sorgt das Deutschlandticket für Diskussionen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Fahrgäste der Deutschen Bahn (DB) bleiben in den nächsten zwölf Monaten von Preiserhöhungen im Fernverkehr verschont. "Vom 1. Mai an halten wir die Preise für ICE-Tickets ein Jahr lang stabil", kündigte Bahnchefin Evelyn Palla in der "Bild am Sonntag" (externer Link; möglicherweise Bezahlinhalt) an. Bereits im vergangenen Jahr war die übliche Fahrpreiserhöhung im Dezember ausgefallen.

Diese ungewöhnlich frühe Ankündigung – normalerweise informiert die Bahn im Herbst über die weitere Entwicklung der Ticketpreise – begründet Palla mit der Verunsicherung in Deutschland: Die Preise an den Zapfsäulen seien zuletzt stark gestiegen und schwankten weiter, auch die Entwicklung der Flugpreise sei unsicher, die Internationale Energieagentur warne vor möglicher Kerosinknappheit. "Wir geben Sicherheit und Stabilität – für alle, die mobil bleiben wollen und müssen", so die Bahnchefin (externer Link).

Pro Bahn fordert niedrigere Ticketpreise

Aus Sicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn reicht das nicht aus. "Die Bahn muss die Preise senken. Zumindest für einen bestimmten Zeitraum", sagte der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß der "Rheinischen Post" (externer Link; möglicherweise Bezahlinhalt). Wenn die Bahn fast immer zu spät komme und so viele Züge ausfielen, sei die Ankündigung, die Preise nicht erhöhen zu wollen, zu wenig.

Hinzu komme, dass im Fernverkehr die Tickets je nach Strecke und Auslastung teurer würden. "Wir haben da keine Fixpreise", stellte Neuß klar. "Inwieweit sich darauf der Verzicht auf eine Preiserhöhung auswirken wird, bleibt offen."

Grünen-Verkehrspolitiker: Bahn bleibt günstige Alternative

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages, Tarek Al-Wazir (Grüne), begrüßte dagegen die Ankündigung Pallas. Sie sei "richtig und wichtig", sagte er der "Rheinischen Post". "Stabile Preise machen Bahnfahren gerade jetzt attraktiv, weil aufgrund der gestiegenen Sprit- und Kerosinpreise Autofahren und Fliegen teurer wird." So bleibe die Bahn eine günstige und klimafreundliche Alternative für alle.

"Oberste Priorität: Fahren, Fahren, Fahren"

Die Bahn steht wegen zahlreicher Zugverspätungen immer wieder in der Kritik. Palla kündigte vor einem halben Jahr einen Neustart bei dem Staatskonzern an. "Neustart bei der Deutschen Bahn heißt, mehr Verantwortung übernehmen und neue Prioritäten setzen", sagte die Vorstandschefin. "Oberste Priorität hat jetzt: Fahren, Fahren, Fahren und dafür sorgen, dass die Menschen in Deutschland sich das Reisen weiter leisten können."

In den vergangenen Jahren hatte die Bahn ihre Preise im Fernverkehr regelmäßig zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember angehoben und das vor allem mit den steigenden Personal- und Energiekosten begründet. Zuletzt wurden die sogenannten Flexpreise Ende 2024 durchschnittlich um 5,9 Prozent erhöht. Den Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity betreibt die Bahn auf eigene Rechnung. Die Preise für Fahrten in Regionalzügen werden zumeist von den Verkehrsverbünden festgelegt. Viele von ihnen erhöhten zum Jahreswechsel ihre Preise für Einzel-, Mehrfahrten- und Zeitkarten deutlich.

Preispolitik der Bahn gilt nicht für Deutschlandticket

Auch das bundesweit gültige Deutschlandticket für den Nah- und Regionalverkehr ist zuletzt teurer geworden; es gilt jedoch nicht für Fahrten im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Bei Kosten von aktuell 63 Euro monatlich wurden zuletzt Forderungen nach einer Vergünstigung – auch im Zuge des kürzlich beschlossenen Tankrabatts aufgrund der hohen Spritpreise – laut.

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert so unter anderem, die durch den Preisindex festgeschriebene Preiserhöhung des Deutschlandtickets für die Jahre 2027 und 2028 auszusetzen. Die dafür nötigen Finanzmittel wären laut Michael Koch, dem stellvertretenden Vorsitzenden von Pro Bahn, geringer als die benötigten 1,6 Milliarden Euro für den Tankrabatt.

"Der Tankrabatt für zwei Monate wird den Bund mindestens genauso viel kosten wie das Deutschlandticket für das gesamte Jahr 2026", erklärt der Sozialverband VdK. Entlastung sei auch möglich durch ein dauerhaft günstigeres Deutschlandticket sowie ein bundesweites Sozialticket für den Öffentlichen Personennahverkehr, so VdK-Chefin Verena Bentele.

Zuletzt waren weder der Bund noch die Länder bereit, mehr Geld für das Deutschlandticket bereitzustellen – dadurch ist der Preis seit seiner Einführung im Mai 2023 schrittweise um 14 Euro gestiegen. Bund und Länder geben pro Jahr jeweils 1,5 Milliarden Euro für das Deutschlandticket aus.

Mit Informationen von dpa

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