Ab dem 1. Januar 2027 kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro. Laut einem Beschluss der Verkehrsministerkonferenz (VMK) am Mittwoch in Berlin steigt der monatliche Preis für das bundesweit gültige Regional- und Nahverkehrsticket damit mehr als um 3,80 Euro. Aktuell kostet es bundesweit 63 Euro. Grund dafür seien steigende Kosten für Personal, Energie und allgemeine Ausgaben, teilte das bayerische Verkehrsministerium von Minister Christian Bernreiter (CSU) mit, das noch bis Ende des Jahres das Gremium der deutschen Bundesländer leitet.
Auch Job- und Semesterticket werden teurer
Berechnet wird der Preis anhand eines Kostenindex, auf den sich die Verkehrsminister der Länder geeinigt haben. Berücksichtigt werden dabei Personal-, Energie- und Betriebskosten der Verkehrsbranche. Derzeit kostet das Ticket 63 Euro, nach zuvor 58 Euro.
Das Jobticket, eine rabattierte Variante des Deutschlandtickets, kostet demnach künftig 63,46 Euro. Das Semesterticket steigt auf 40,08 Euro.
Fahrgastverband "Pro Bahn" kritisiert Tankrabatt statt Bahnrabatte
Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Detlef Neuß, sagte der "Rheinischen Post": "Es reicht jetzt erst mal." Einen weiteren Anstieg nehme der Verband "zähneknirschend" hin. Angesichts des Tankrabatts für Autofahrer sei stattdessen nötig, "dass es auch einen Rabatt für Nutzer des Deutschlandtickets gibt".
Bereits im Frühjahr - nach Beschluss des ersten Tankrabatts von Mai bis Juni - hatte der Fahrgastverband Pro Bahn gefordert, die durch den Preisindex festgeschriebene Preiserhöhung des Deutschlandtickets für die Jahre 2027 und 2028 auszusetzen. Die dafür nötigen Finanzmittel wären laut Michael Koch, dem stellvertretenden Vorsitzenden von Pro Bahn, geringer gewesen als die benötigten 1,6 Milliarden Euro für den damals beschlossenen Tankrabatt.
Verkehrsunternehmen halten Preiserhöhung für notwendig
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) betonte dagegen, die Festlegung auf eine Preiserhöhung des Deutschlandtickets jetzt notwendig. Für Kundeninformation und die Umstellung des Vertriebs würden rund drei Monate benötigt.
Derzeit haben rund 14,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket, mit dem man den öffentlichen Regional- und Nahverkehr bundesweit nutzen kann, jedoch nicht Fahrten im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Für die Verkehrsverbünde ist das Deutschlandticket ein Verlustgeschäft, weswegen Bund und Länder das Ticket jedes Jahr mit je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bezuschussen.
Deutschlandticket ursprünglich mit 49 Euro gestartet
Zuletzt waren weder der Bund noch die Länder bereit, mehr Geld für das Deutschlandticket bereitzustellen – dadurch ist der Preis seit seiner Einführung im Mai 2023 von ursprünglich 49 Euro schrittweise um 14 Euro auf aktuell 63 Euro gestiegen.
Mit Information von AFP und Reuters
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
