ARD-DeutschlandTrend im Juni 2026: Sonntagsfrage zur Bundestagswahl
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ARD-DeutschlandTrend im Juni 2026: Sonntagsfrage zur Bundestagswahl

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DeutschlandTrend: Mehrheit wählt AfD aus Enttäuschung

DeutschlandTrend: Mehrheit wählt AfD aus Enttäuschung

Im neuen ARD-DeutschlandTrend liegt die AfD bei der Sonntagsfrage vier Prozentpunkte vor der Union. Hauptmotiv für eine AfD-Wahl ist die Enttäuschung über die Konkurrenz. Groß sind die Sorgen um die wirtschaftliche Lage.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Die nächste Bundestagswahl dürfte zwar erst im Frühjahr 2029 stattfinden – das aktuelle Stimmungsbild kann den Regierungsparteien CDU, CSU und SPD aber nicht gefallen. Wäre nächsten Sonntag Bundestagswahl, käme die Union laut dem neuen ARD-DeutschlandTrend auf 23 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat. Die SPD liegt aktuell bei 13 Prozent (+1). Für eine Regierungsmehrheit wäre das zu wenig.

Die AfD liegt wie bereits Anfang Mai vorne und erreicht unverändert 27 Prozent. Die repräsentative Umfrage von Infratest dimap zeigt auch: Die Grünen mit 14 Prozent (-1) und die Linke mit weiter 10 Prozent kämen erneut in den Bundestag. Die FDP, inzwischen mit ihrem neuen Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki, stagniert dagegen bei 4 Prozent. Das BSW bleibt bei 3 Prozent.

AfD-Unterstützer: 57 Prozent handeln aus Enttäuschung

Anders als besonders bei Anhängern von Linken und Grünen überwiegt bei der Wahlabsicht von AfD-Unterstützern die Enttäuschung. 57 Prozent der Befragten, die für die AfD stimmen wollen, geben als Grund an: Sie sind von den anderen Parteien enttäuscht. 42 Prozent wollen die AfD aus Überzeugung wählen.

Generell nimmt die Parteibindung weiter ab. Noch 50 Prozent aller befragter Wahlberechtigter in Deutschland erklären, dass sie sich aktuell aus Überzeugung für eine Partei entscheiden. Das sind elf Prozentpunkte weniger als im Jahr 2018.

Nur zwölf Prozent der Befragten nennen eine langfristige Parteibindung als wichtigsten Grund für ihre Festlegung. Bei der Anhängerschaft von AfD, Grünen und Linken spielt das demnach quasi keine Rolle. Bei der Union gibt noch ein Viertel an, CDU oder CSU aufgrund langfristiger Bindung wählen zu wollen. Bei der SPD ist es rund ein Drittel. Als Hauptgrund für ihre aktuelle Parteipräferenz nennt die klare Mehrheit der Befragten das jeweilige politische Programm – und nicht das Spitzenpersonal.

Grafik: Gründe für Parteipräferenz

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ARD-DeutschlandTrend im Juni 2026: Gründe für Parteipräferenz

Wirtschaft löst Zuwanderung als wichtigstes Problem ab

Eine Verschiebung gibt es auch bei der Frage nach den wichtigsten politischen Problemen. Das Thema Wirtschaft kommt hier aktuell auf 27 Prozent – vor Zuwanderung/Flucht mit 21 Prozent. Im November lag Migration noch vorne. Es folgen derzeit soziale Ungerechtigkeit, Rente und Bildung.

Allgemein fällt aber auf: Kein Thema wird von den Befragten mit Abstand als drängendste Frage gesehen. Der Bereich Umweltschutz und Klimawandel büßt weiter ein und liegt mit zehn Prozent nur auf Rang sechs. Nochmal dahinter mit nur neun Prozent kommen bewaffnete Konflikte und Frieden.

Nur 13 Prozent finden die wirtschaftliche Lage gut

Dass die Wirtschaft inzwischen als drängendstes politisches Problem gesehen wird, passt zur allgemeinen Bewertung der wirtschaftlichen Lage. 45 Prozent beurteilen die gegenwärtige Situation als weniger gut, 40 Prozent als schlecht. Nur 13 Prozent halten sie für gut. Ähnlich negativ war das Stimmungsbild im ARD-DeutschlandTrend seit knapp 20 Jahren nicht mehr.

Viele Befragte sorgen sich auch um ihre eigene wirtschaftliche Lage. 38 Prozent befürchten, dass es ihnen persönlich in einem Jahr wirtschaftlich schlechter geht als heute. Das sind deutlich mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig lag dieser Wert auch schon bei rund 50 Prozent – Ende 2022 im ersten Winter seit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Aktuell rechnen 53 Prozent damit, dass es ihnen ökonomisch in einem Jahr etwa gleich geht wie heute. Sechs Prozent erwarten eine Verbesserung.

Grafik: Persönliche wirtschaftliche Lage in einem Jahr

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ARD-DeutschlandTrend im Juni 2026: Persönliche wirtschaftliche Lage in einem Jahr

Unzufriedenheit mit Schwarz-Rot bleibt groß

Die Unzufriedenheit mit Schwarz-Rot bleibt hoch: 87 Prozent der Befragten im Deutschland sind weniger oder gar nicht zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Nur elf Prozent zeigen sich zufrieden und ein Prozent sehr zufrieden. Das sind ähnliche Unzufriedenheitswerte wie am Ende der Vorgängerregierung aus SPD, Grünen und FDP.

Die Zustimmungswerte für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD) bleiben ebenfalls auf niedrigem Niveau. Mit der politischen Arbeit von Merz sind 16 Prozent zufrieden, bei Klingbeil sind es 21 Prozent. Unter den abgefragten Politikerinnen und Politikern am besten schneidet erneut Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ab.

Besser fällt das aktuelle Zeugnis für Merz bei den Unions-Anhängern aus. Unter den Unterstützern von CDU und CSU sind 52 Prozent mit der Arbeit des Kanzlers und Parteichefs zufrieden. Allerdings sind auch 48 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden. Zum Vergleich: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst kommt auf einen Zufriedenheitswert von 60 Prozent – ist allerdings deutlich weniger bekannt.

Grafik: Politikerzufriedenheit bei Unions-Anhängern

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ARD-DeutschlandTrend im Juni 2026: Politikerzufriedenheit bei Unions-Anhängern

Interaktive Grafik: Die Sonntagsfrage seit Januar 2021

Der ARD-DeutschlandTrend

Für den aktuellen ARD-DeutschlandTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 1. bis 2. Juni 2026 insgesamt 1.326 Wahlberechtigte in Deutschland (791 Telefoninterviews und 535 Online-Interviews). Es handelt sich um eine repräsentative Studie unter den Wahlberechtigten in Deutschland.

Infratest dimap weist darauf hin, dass die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl aktuelle Parteipräferenzen misst und kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag final abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.

Video: DeutschlandTrend - Wie ist die Stimmung im Land?

Ein gutes Jahr ist die Bundesregierung im Amt, die Aufbruchstimmung ist verflogen. Die geopolitischen Herausforderungen sind groß. Noch vor der Sommerpause will die Koalition Reformen vorlegen. Wie ist die Stimmung im Land?
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