ARD-DeutschlandTrend im Mai 2026: Sonntagsfrage zur Bundestagswahl
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DeutschlandTrend: AfD vorne, schlechtes Zeugnis für Schwarz-Rot

DeutschlandTrend: AfD vorne, schlechtes Zeugnis für Schwarz-Rot

Die AfD liegt im neuen ARD-DeutschlandTrend in der Sonntagsfrage erstmals vor der Union – und zwar drei Prozentpunkte. Das Zeugnis für die schwarz-rote Bundesregierung nach einem Jahr: Die Unzufriedenheit ist groß, besonders mit Kanzler Merz.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Premiere im neuen ARD-DeutschlandTrend: Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, läge die AfD mit 27 Prozent vorne. Die größte Oppositionspartei im Bundestag kann im Vergleich zum Vormonat bei der Sonntagsfrage zwei Prozentpunkte zulegen. Für CDU und CSU geht es dagegen nach unten: Die Union erreicht in der repräsentativen Umfrage von Infratest dimap aktuell 24 Prozent (-2).

Die SPD stagniert bei 12 Prozent, die Grünen kommen auf 15 Prozent (+1). Die Linke liegt unverändert bei 10 Prozent. Die FDP kann leicht zulegen auf 4 Prozent (+1), das BSW bleibt bei 3 Prozent. Beide wären damit weiterhin nicht im Bundestag vertreten.

Interaktive Grafik: Die Sonntagsfrage seit Januar 2021

Zufriedenheit mit Schwarz-Rot auf neuem Tiefstwert

Die schwarz-rote Bundesregierung, seit einem Jahr im Amt, erhält in der Umfrage ein schlechtes Zeugnis. 41 Prozent sind weniger zufrieden, 45 Prozent sind gar nicht zufrieden – ergibt einen Unzufriedenheitswert von 86 Prozent. Lediglich 12 Prozent der Befragten zeigen sich derzeit mit der Arbeit von Union und SPD zufrieden, nur ein Prozent ist sehr zufrieden. Das sind ähnlich niedrige Zustimmungswerte wie am Ende der Ampel-Vorgängerregierung.

Bei den Anhängern der drei Oppositionsparteien (Grüne, AfD, Linke) überwiegt klar die Unzufriedenheit – mit 90 bis 98 Prozent. Aber auch bei den Anhängern der drei Regierungsparteien (CDU, CSU, SPD) sind die Unzufriedenen deutlich in der Mehrheit: Bei den Unionsanhängern sind 63 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden mit der Bundesregierung, bei den Unterstützern der Sozialdemokraten sind es sogar 70 Prozent. Gleichzeitig stimmt bei den Anhängern von Union und SPD die klare Mehrheit folgendem Satz zu: "Unter den gewählten Krisenbedingungen handelt die Bundesregierung insgesamt angemessen."

Grafik: Zufriedenheit mit der Bundesregierung

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ARD-DeutschlandTrend im Mai 2026: Zufriedenheit mit der Bundesregierung

Inhalte, Kommunikation, Umgang: Viel Kritik an Schwarz-Rot

Ein konkreterer Blick auf verschiedene Aspekte des Regierens zeigt aber ebenfalls: Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist groß. 86 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland sind weniger oder gar nicht zufrieden damit, was die Regierung bisher inhaltlich auf den Weg gebracht hat. 87 Prozent finden es nicht gut, wie die Regierung ihre Politik den Bürgern erklärt und vermittelt. Den Umgang der Regierungsparteien miteinander bewerten 84 Prozent negativ.

Hier zeigt sich diese Unzufriedenheit nicht nur bei Anhängern der Oppositionsparteien. Bei den Unterstützern von Union und SPD überwiegt in allen drei Bereichen – Inhalte, Kommunikation, Umgang – der negative Eindruck. So sind beispielsweise nur 34 Prozent der Anhänger von CDU und CSU damit zufrieden, was Schwarz-Rot bisher inhaltlich auf den Weg gebracht hat.

Vertrauen verloren hat die Bundesregierung unter anderem bei der Frage, ob sie die deutsche Wirtschaft wieder stärken kann. Hier haben derzeit 24 Prozent der Befragten Zutrauen zu Schwarz-Rot. Vor knapp einem Jahr, kurz nach Amtsantritt, waren es noch 55 Prozent.

Grafik: Bilanz nach einem Jahr Schwarz-Rot

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ARD-DeutschlandTrend im Mai 2026: Bilanz nach einem Jahr Schwarz-Rot

Größte Unzufriedenheit nach einem Jahr Regieren seit langem

Die Bilanz nach dem ersten Regierungsjahr fiel seit der Abwahl Helmut Kohls 1998 nie schlechter aus als aktuell bei Schwarz-Rot. Vergleichbar schwach waren die Zufriedenheitswerte nach dem ersten Jahr von Rot-Grün 1999 und 2003. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit: Die Ampel-Regierung kam 2022 nach einem Jahr Regieren auf 30 Prozent Zufriedenheit.

Weit vorne liegt ein anderes schwarz-rotes Bündnis, damals noch aufgrund der Mehrheitsverhältnisse zurecht als Große Koalition bezeichnet: Im Jahr 2014 waren mit der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Jahr 53 Prozent zufrieden.

Grafik: Zufriedenheit mit der Bundesregierung nach einem Jahr (seit 1999)

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ARD-DeutschlandTrend im Mai 2026: Zufriedenheit mit der Bundesregierung nach einem Jahr (seit 1999)

Auch Bundeskanzler Merz verliert Vertrauen

Was für die Regierungsparteien gilt, wird auch bei Kanzler Friedrich Merz (CDU) deutlich: Zweifel und Kritik wachsen. Aktuell sagen 25 Prozent der Befragten, Merz sei seinem Amt gewachsen. Das sind 17 Prozentpunkte weniger als im vergangenen August. Dass Merz das Land gut durch eine Krise führen könne, finden 18 Prozent (-11). Seine Kommunikation halten 14 Prozent für überzeugend (-20).

Bei Anhängern der Union kommt der Bundeskanzler besser weg. Jeweils gut 60 Prozent finden, er sei dem Amt gewachsen und könne Deutschland gut durch eine Krise führen. Dass Merz überzeugend kommuniziert, sehen bei den Unterstützern von CDU und CSU 41 Prozent so.

Grafik: Eigenschaften von Friedrich Merz

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ARD-DeutschlandTrend im Mai 2026: Eigenschaften von Friedrich Merz

Politikerzufriedenheit: Pistorius bleibt vorne

Insgesamt sind 16 Prozent der Befragten mit der politischen Arbeit von Merz zufrieden. Das ist der mit Abstand niedrigste Wert für einen Bundeskanzler nach dem ersten Regierungsjahr seit 1998. Auch hier liegt Angela Merkel vorne: Mit ihrer Arbeit waren 2014 nach dem ersten Jahr Schwarz-Rot 67 Prozent zufrieden. Allerdings lief damals schon ihre dritte Amtszeit, bei Merz ist es die erste.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) kommt derzeit auf einen Zufriedenheitswert von 21 Prozent. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erreicht 25 Prozent, AfD-Chefin Alice Weidel 26 Prozent. Ganz vorne bleibt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD): Mit seiner Arbeit sind 56 Prozent zufrieden. Nach CSU-Chef Markus Söder wurde dieses Mal nicht gefragt.

Soll Schwarz-Rot noch drei Jahre weitermachen?

Regulär endet die Legislaturperiode 2029, in knapp drei Jahren. Kanzler Merz hat deutlich gemacht, dass er von einer Minderheitsregierung oder vorgezogenen Neuwahlen nichts hält.

Ob Schwarz-Rot bis zum Ende der Legislatur weitermachen soll, dazu gibt es im ARD-DeutschlandTrend unterschiedliche Ansichten. Während die Anhänger von Union, SPD und Grünen mehrheitlich dafür sind, sind die Unterstützer von Linken und AfD klar dagegen. Insgesamt finden 49 Prozent der Befragten nicht, dass Schwarz-Rot bis zum Ende der Legislatur weiterarbeiten sollte.

Grafik: Legislatur bis 2029

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ARD-DeutschlandTrend im Mai 2026: Legislatur bis 2029

Der ARD-DeutschlandTrend

Für den aktuellen ARD-DeutschlandTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 4. bis 6. Mai 2026 insgesamt 1.303 Wahlberechtigte in Deutschland (777 Telefoninterviews und 526 Online-Interviews). Es handelt sich um eine repräsentative Studie unter den Wahlberechtigten in Deutschland.

Infratest dimap weist darauf hin, dass die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl aktuelle Parteipräferenzen misst und kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag final abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.

Zum Hören: ARD-DeutschlandTrend im Mai 2026

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Im Video: ARD-DeutschlandTrend - AfD erstmals stärkste Kraft in Umfragen

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