Digitaler Euro: Bezahlen per Smartphone (Symbolbild)
Digitaler Euro: Bezahlen per Smartphone (Symbolbild)
Bild
Digitaler Euro: Bezahlen per Smartphone (Symbolbild)
Bildrechte: picture alliance / Sipa USA | Imaginechina
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / Sipa USA | Imaginechina
Audiobeitrag

Digitaler Euro: Bezahlen per Smartphone (Symbolbild)

Audiobeitrag
>

Digitaler Euro rückt näher – Wichtige EU-Hürde genommen

Digitaler Euro rückt näher – Wichtige EU-Hürde genommen

Wird der Euro bald nicht mehr nur als Scheine und Münzen ins Portemonnaie gesteckt, sondern auch digital ins Smartphone oder eine Bezahlkarte? Der digitale Euro rückt näher – die EU nahm am Dienstag eine wichtige Hürde.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Eine wichtige Hürde zur Einführung des digitalen Euro ist genommen: Der Finanzausschuss im EU-Parlament sprach sich für die Einführung des digitalen Euros aus. Die Mitglieder des Ausschusses stimmten am Dienstag in Brüssel für einen entsprechenden Vorschlag.

Sollte es bei der Parlamentssitzung Anfang Juli keinen Einspruch gegen die Ausschussentscheidung geben, könnten die Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten aufgenommen werden.

Ziel: europäische Souveränität im Finanzbereich

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte das Projekt vor rund sechs Jahren erstmals vorgestellt. Der Rat der EU-Länder beschloss seine Position bereits im Dezember. Die digitale Gemeinschaftswährung soll die europäische Souveränität im Finanzbereich gegenüber Kreditkartenanbietern und Bezahlsystemen aus den USA sichern. Derzeit laufen viele Zahlungen über amerikanische Unternehmen wie Mastercard, Visa, Apple Pay oder PayPal. Deren Marktmacht führe zu wenig Wettbewerb bei Gebühren für die Nutzer und geopolitischer Abhängigkeit, erläuterten Abgeordnete mehrerer Parteien aus dem Währungsausschuss.

Die EZB betont: Der digitale Euro ergänze Bargeld, ersetze es aber nicht. Niemand werde gezwungen, ihn zu nutzen. Er wäre eine zusätzliche Form von Zentralbankgeld – also genauso offizielles Geld wie Münzen und Scheine.

Einer der Streitpunkte: mögliche Gebühr

Ein möglicher Streitpunkt zwischen Parlament und EU-Ländern dürfte die Gebühr sein, die Händler für die Nutzung des digitalen Euros entrichten müssen.

Offen ist noch die Frage, wie viel von diesem digitalen Geld eine Person halten darf. Ohne Begrenzungen könnten große Summen nahezu spurlos transferiert werden. Deshalb planen die Verantwortlichen eine Obergrenze, um Missbrauch und Geldwäsche zu erschweren.

Und was den Datenschutz betrifft: Kritiker bezweifeln, dass digitale Zahlungen jemals die Anonymität von Bargeld vollständig erreichen können.

Wie der digitale Euro funktioniert

Beim digitalen Euro handelt es sich um eine Art digitales Bargeld fürs Handy. Nutzer könnten ihn online oder per App verwenden, aber ihn auch für eine Offline-Nutzung runterladen, etwa auf das Smartphone oder eine spezielle Bezahlkarte. Eine Internetverbindung wäre somit nicht zwingend. Die elektronische Version des Euros wäre also in Geschäften, online oder von Mensch zu Mensch kostenlos nutzbar.

Die EZB stellt die Infrastruktur, Banken beschaffen sich darüber digitale Euros und Privatpersonen können – ähnlich wie bei der Abhebung von Bargeld – Guthaben vom Konto in digitale Euros tauschen. Diese landen dann in einem Wallet, einer digitalen Geldbörse auf dem Smartphone.

Die EZB plant eine eigene, nach eigener Aussage hochsichere Infrastruktur. Viele technische Details sind aber noch offen. Klar ist: Der digitale Euro wird keine Kryptowährung sein, also nicht auf einer Blockchain – wie Bitcoin – laufen. Der Wert wäre fest an den Euro gekoppelt: 77 Cent bleiben 77 Cent, Spekulationssprünge wären ausgeschlossen.

Die ersten digitalen Euros frühestens ab 2029

Sollte die Einführung des digitalen Euros abgesegnet werden, würde zunächst ab Mitte 2027 eine Pilotphase folgen. 2029 sollen die ersten digitalen Euros ausgegeben werden. In einer Rollout-Phase von etwa zwei Jahren sollen dann nach und nach Funktionen dazukommen. Vollumfänglich wäre der digitale Euro damit wohl erst 2031 verfügbar.

Mit Informationen von AFP und KNA

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!