Nach Tagen mit Werten weit über 30 Grad und tropischen Nächten dreht der Sommer in dieser Woche erst richtig auf. Bayern erlebt derzeit eine historische Hitzewelle. In Kitzingen und Regensburg wurde am Montag bereits der fünfte Hitzetag in Folge registriert.
Dass im Juni Temperaturen über 30 Grad gemessen werden, ist längst keine Seltenheit – wohl aber die anhaltende Dauer von mehreren Tagen. Nachdem die Hitze mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bis zum Wochenende anhält, wäre es an einigen Orten die längste Juni-Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Freistaat. Sogar der Allzeit-Rekord wackelt: Die bisher längste Hitzewelle dauerte an einigen Orten in Bayern im August 2003 stolze 14 Tage.
Wochenstart: Sonne, Hitze und lokale Hitzegewitter
Auch am Dienstag bestimmt schwül-heiße Luft das Wetter in Bayern. Insgesamt gibt es mehr Sonne als Wolken und die Temperaturen erreichen Höchstwerte von 28 bis 36 Grad. Allerdings bilden sich lokale, teils kräftige Hitzegewitter. Da die Gewitterzellen nur langsam ziehen, kann es zu Starkregen von 20 bis 30 Liter/m² in einer Stunde kommen. Ganz vereinzelt sind kleinkörniger Hagel sowie stürmische Böen oder Sturmböen möglich. Wie immer bei solchen Wetterlagen: Es trifft nur einige wenige in Bayern. Die meisten kommen trocken durch die beiden Tage.
Bayernkarte: Hitzewarnungen des DWD
Ab Mittwoch: Die "Hitzeglocke" über Mitteleuropa
Mittwoch bis Freitag bestimmt ein kräftiges Hochdruckgebiet, das bis in hohe Luftschichten reicht und sich von Nordwestafrika über Frankreich bis nach Mitteleuropa aufspannt, das bayerische Wetter. Im Fachjargon bezeichnet man dies als "Heat Dome" (oder Hitzeglocke). Dabei sinken Luftmassen nach unten, komprimieren und erwärmen sich immer weiter und werden wie unter einer Glocke festgehalten, ein Luftaustausch mit kühleren Luftmassen ist daher kaum möglich.
Waldbrandgefahr: ab Donnerstag flächendeckend zweithöchste Warnstufe
Das sorgt von Mittwoch bis Freitag für viel Sonnenschein und wenige Wolken. Das Gewitterrisiko nimmt ab und beschränkt sich fast nur noch auf die Alpen und den Bayerischen Wald. Dabei steigert sich die Hitze weiter: Am Freitag liegen die Höchstwerte zwischen 33 und 38, in der Untermain-Region sind Spitzenwerte von 39 Grad, vielleicht knapp auch gerundete 40 Grad möglich. Damit ist es heißer als zum Beispiel in Athen, da liegen die Höchstwerte am Freitag bei maximal 33 Grad. Mit den trockenen und heißen Aussichten steigt auch die Waldbrandgefahr in Bayern rasant an und erreicht ab Donnerstag nahezu flächendeckend die zweithöchste Warnstufe.
Das Wochenende: Weiterhin heiß bei steigendem Gewitterrisiko
Auch am Samstag und Sonntag bleibt es mit 32 bis 39 Grad extrem heiß. Allerdings kippt der "Heat Dome" langsam nach Osteuropa, wodurch von Südwesten her zögernd feuchtere Luft nach Bayern gelangt. Vor allem in den Nachmittags- und Abendstunden steigt damit die Gefahr für lokal schwere Gewitter mit Unwetterpotenzial wieder an. Eine erste, zögerliche Abkühlung deuten die Wettermodelle für die darauffolgende Woche an.
Bayernkarte: Aktuelle Unwetterwarnungen des DWD
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Hitze-Warnung: Tipps für die kommenden Tage
Hitzewellen sind statistisch gesehen die Wetterlagen mit den weltweit höchsten Opferzahlen – weit vor Stürmen, sintflutartigen Regenfällen oder Hochwasser. Von daher sollte man sich in den kommenden Tagen an die klassischen Verhaltensregeln halten:
- Sonne meiden: Nach Möglichkeit nicht in der prallen Sonne aufhalten.
- Räume kühlen: Wohnungen und Häuser tagsüber konsequent abdunkeln und erst in den kühleren Nacht- und Morgenstunden lüften.
- Trinken und Essen: Ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee trinken und auf leichte Kost setzen.
- Lebensgefahr im Auto: Kinder und Haustiere dürfen unter keinen Umständen – auch nicht für wenige Minuten – im geparkten Auto zurückgelassen werden. Die Innenräume heizen sich rasant auf lebensbedrohliche Werte auf.
Hitzewelle: Münchner Stadtwerke raten zum Wassersparen
Angesichts der Hitzewelle raten die Stadtwerke München (SWM) zum sorgsamen Umgang mit Trinkwasser. "Im Vergleich zu einem "normal temperierten" Junitag liegt der Wasserverbrauch in München aktuell um rund 20 Prozent höher", teilte ein Sprecher mit. Zwar sei die Münchner Trinkwasserversorgung stabil, dennoch würden die heißen Tage sowie der fehlende Regen die verfügbaren Trinkwasserressourcen belasten, so die SWM. Deswegen sollten Pools und Planschbecken – trotz der Hitze – leer bleiben. Ausgiebiges Gießen von Gärten und Rasenflächen sollte ebenfalls vermieden werden. Auch aufs Autowaschen soll man in diesen Tagen laut SWM verzichten.
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass es in Regensburg und Kitzingen bereits der sechste Warntag in Folge ist. Nach dem Hinweis eines BR24-Users haben wir das korrigiert. Es ist der jeweils fünfte Warntag in Folge.
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