Die Konferenz in Berlin besteht aus einem Außenministertreffen, einer humanitären Konferenz mit Finanzierungszusagen und einer Zusammenkunft ziviler Akteure, um einen Friedensfahrplan auszuhandeln.
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Internationale Sudan-Konferenz

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Dramatische Lage im Sudan: Konferenz soll Hilfen mobilisieren

Dramatische Lage im Sudan: Konferenz soll Hilfen mobilisieren

Im Sudan spitzt sich die humanitäre Krise zu. Fast 34 Millionen Menschen sind laut UN auf Hilfe angewiesen. Nun will die Weltgemeinschaft in Berlin Mittel sammeln. Deutschland kündigt weitere 20 Millionen Euro an.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Unmittelbar vor Beginn der internationalen Sudan-Geberkonferenz in Berlin mahnt Außenminister Johann Wadephul an, dass die Weltgemeinschaft einen stärkeren Fokus auf den Konflikt in dem afrikanischen Land legt. "Diese große humanitäre Katastrophe in Afrika darf nicht vergessen werden", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk mit Blick auf die Kriege in der Ukraine und dem Iran.

Die Konferenz sei nicht die Lösung zur Beendigung des Konflikts, könne aber einen substanziellen Beitrag leisten, dass diese Katastrophe kontinuierlich wahrgenommen werde. Das Entwicklungsministerium erhöht seine Hilfe nach Angaben von Ressortchefin Reem Alabali Radovan (SPD) um 20 Millionen Euro.

Über die Inhalte der Berliner Konferenz haben wir mit BR-Korrespondentin Sarah Beham live in Berlin gesprochen. Außerdem ordnete Mathias Mogge (externer Link), Generalsekretär der Welthungerhilfe, die aktuelle Lage im Sudan ein. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Deutschland muss nach Ansicht von Wadephul seine internationale Verantwortung trotz schwieriger Haushaltslage gerecht werden. Man müsse dabei versuchen, teilweise zu ersetzen, was andere Länder wie die USA unterließen, sagte er. Die Vereinigten Staaten haben unter Präsident Donald Trump ihre internationalen Hilfen drastisch reduziert.

Dritte Sudan-Konferenz

Die bislang dritte Sudan-Konferenz nach Treffen in Paris und London wird von der Bundesregierung zusammen mit Großbritannien, Frankreich, den USA sowie der Europäischen und Afrikanischen Union ausgerichtet. In Paris hatte es humanitäre Hilfszusagen in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro und in London von etwa einer Milliarde Euro gegeben. Ziel sei es, die Mittel der vorherigen Konferenz in London zu übertreffen, so Wadephul. "Das scheint zu gelingen."

Deutschland erhöht Hilfe

Entwicklungsministerin Radovan teilte mit, ihr Ministerium werde die Förderung in diesem Jahr ausbauen und weitere 20 Millionen Euro stellen. Demnach hatte Deutschland Ende vergangenen Jahres 155,4 Millionen Euro für Projekte im Sudan sowie in von der Krise betroffenen Nachbarländern bereitgestellt. 

34 Millionen Menschen im Sudan auf Hilfe angewiesen

Der Krieg im Sudan hat eine der schwerwiegendsten humanitären Katastrophen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst. Fast 34 Millionen Menschen sind laut den Vereinten Nationen auf Hilfe angewiesen.

In dem Krieg stehen sich die reguläre Armee und die paramilitärischen "Rapid Support Forces" (RSF) gegenüber. Die Kämpfe begannen am 15. April 2023, inzwischen sind weite Teile des nordostafrikanischen Landes betroffen. Beiden Konfliktparteien werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Wohl zehntausende Tote seit Kriegsbeginn

Immer wieder geraten Gesundheitseinrichtungen und andere zivile Infrastruktur unter Beschuss. Zehntausende Menschen wurden Schätzungen zufolge seit Kriegsbeginn getötet. Aus der Darfur-Region im Westen des Landes dringen Berichte über ethnisch motivierte Massaker und Gräueltaten der RSF nach außen. Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen sieht in dem Vorgehen der Miliz sogar Anzeichen für einen Genozid.

Mit Informationen von dpa und epd

BR24 auf TikTok: Anzeichen für Genozid

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