25.05.2026: Informationskampagne zu Ebola
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Drittschwerster Ausbruch: Mehr als 1.000 Ebola-Fälle im Kongo

Drittschwerster Ausbruch: Mehr als 1.000 Ebola-Fälle im Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo weitet sich der Ebola-Ausbruch aus. Uganda schloss seine Grenze. Die Berliner Charité behandelt einen US-amerikanischen Ebola-Patienten. Sein Zustand hat sich gebessert. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weitet sich aus. Nach Angaben der kongolesischen Regierung und der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden seit Mitte Mai 1.077 Verdachtsfälle gemeldet. 246 Erkrankte sind gestorben. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist Ebola?

Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Sie gehört zu den hämorrhagischen Fiebererkrankungen und wird durch das Ebolavirus verursacht. Es gibt fünf Spezies: Zaire-Ebolavirus (EBOV), Sudan-Ebolavirus (SUDV), Taï Forest, Bundibugyo und Reston. Das sich derzeit verbreitende Virus ist das Bundibugyo-Ebolavirus. Dagegen gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff. Der bislang größte Ausbruch 2014-2016 in Westafrika mit mehr als 28.000 Fällen und 11.000 Todesopfern wurde durch das Zaire-Ebolavirus verursacht. Gegen diese Ebola-Variante gibt es einen Impfstoff.

Wie wird Ebola übertragen?

Vermutlich sind Flughunde oder Fledermäuse das Reservoir für das Virus. Abschließend geklärt ist dies aber noch nicht. In der Regel beginnt ein Ausbruch mit einer einzelnen Übertragung von Tier zu Mensch. Die Folgefälle sind dann aber meist Mensch-zu-Mensch-Übertragungen. Sie erfolgen durch direkten körperlichen Kontakt zu Erkrankten oder Verstorbenen. Auch bei Kontakt mit infektiösen Tieren oder Tierprodukten kann das Virus auf den Menschen übertragen werden.

Wie äußert sich eine Ebola-Erkrankung?

Die frühen Symptome ähneln einem grippalen Infekt: Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit, Gliederschmerzen. Nach drei bis zehn Tagen können Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hinzukommen. Im Verlauf können weitere Symptome auftreten: Rötung der Bindehaut, Ausschlag, Kopf- und Brustschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Schluckbeschwerden, innere und äußere Blutungen (Hämorrhagien), Verwirrtheit, Krämpfe und Atemnot.

Wie hoch ist die Sterblichkeit?

Eine unbehandelte Erkrankung verläuft in 30 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Die Sterblichkeitsrate bei der Bundibugyo-Variante ist laut Experten mit 25 bis 50 Prozent immer noch sehr hoch. Die Sterblichkeit lässt sich durch unterstützende Maßnahmen wie Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement, Behandlung von Schock, Blutungen und Organfunktionsstörungen und die Gabe von Sauerstoff deutlich senken.

Gibt es genügend Mittel, um Ebola zu bekämpfen?

Das Gesundheitssystem in der Demokratischen Republik Kongo ist schlecht ausgestattet. "Die jahrelangen Konflikte und Vertreibungen im Osten der DR Kongo haben die Gesundheitssysteme in die Knie gezwungen, und das macht die Eindämmung dieses Ausbruchs umso schwieriger", so Heather Kerr, Kongo-Direktorin beim International Rescue Committee (IRC).

Auch die Mittel der WHO und internationaler Hilfsorganisationen sind begrenzt, besonders seit die USA 2025 als größter Geldgeber aus der Finanzierung ausgestiegen sind.

Hilfsorganisationen in Deutschland kritisieren, auch die Kürzungen im deutschen Entwicklungshilfe-Etat begünstigten die Ausbreitung des Virus im Ostkongo. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) fordert eine deutliche Aufstockung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Ist der aktuelle Ausbruch bedrohlich?

Die Zahl der Fälle in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu im Osten des Landes steigt weiter. Es handelt sich um den bislang drittschwersten Ausbruch der Krankheit. Kritisch ist, dass der erste Betroffene bereits am 25. April erkrankte und der Ausbruch erst Mitte Mai bemerkt wurde. Angesichts der schlechten Sicherheitslage und vieler Flüchtlinge in der Region ist laut Experten mit weiteren Fällen außerhalb des ursprünglichen Ausbruchsgebiets zu rechnen. Uganda hat am Mittwoch seine Grenze zum Nachbarland geschlossen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Ebola nach Deutschland importiert wird?

Die Wahrscheinlichkeit wird als sehr gering eingeschätzt. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass eine infizierte Person nach Deutschland reist, hier erkrankt und im engen Umfeld der oder des Betroffenen auch Sekundärinfektionen auftreten könnten. Eine Weiterverbreitung wäre nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts jedoch auch dann sehr unwahrscheinlich, da in Deutschland alle Voraussetzungen zur raschen Unterbrechung von Infektionsketten und zur sicheren Versorgung Betroffener gegeben seien.

Ein infizierter US-Patient wird in Berlin behandelt. Was ist über ihn bekannt?

Rund eine Woche nach der Aufnahme auf einer Sonderisolierstation an der Berliner Charité hat sich der Gesundheitszustand des US-amerikanischen Patienten nach Angaben der Klinik deutlich verbessert. Die Viruskonzentration sei über die Woche schnell gesunken. Der Patient sei relativ stabil. Die Ärzte zeigten sich zuversichtlich, dass der Patient, der selbst Arzt ist, sich vollständig erholen kann.

Mit Informationen von KNA, dpa

Im Audio: Zustand des Ebola-Patienten in Berlin verbessert sich

Symbolbild: Ein Schild mit der Aufschrift "Charité"
Bildrechte: picture alliance/dpa | Soeren Stache
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Symbolbild: Ein Schild mit der Aufschrift "Charité"

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