AKW Barakah in den Emiraten.
AKW Barakah in den Emiraten.
Bild
AKW Barakah in den Emiraten.
Bildrechte: picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY | Yonhap
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY | Yonhap
Audiobeitrag

AKW Barakah in den Emiraten.

Audiobeitrag
>

Drohnenangriff auf Atomkraftwerk in den Emiraten

Drohnenangriff auf Atomkraftwerk in den Emiraten

In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat ein Drohnenangriff einen Brand in einem Atomkraftwerk ausgelöst. Nach Behördenangaben ist die Sicherheit der Anlage nicht beeinträchtigt. Die Internationale Atomenergiebehörde reagierte jedoch besorgt.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Behördenangaben zufolge nach einem Drohnenangriff ein Feuer im Bereich eines Atomkraftwerks ausgebrochen. Das unbemannte Fluggerät habe einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Kraftwerks Barakah getroffen, teilte die Pressestelle von Abu Dhabi am Sonntag mit. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Noch unklar: Wer steckt hinter dem Angriff?

Die radioaktiven Strahlungsmesswerte befänden sich auf einem normalen Niveau. Die zentralen Systeme des Kraftwerks liefen der nationalen Atomaufsicht zufolge normal weiter.

Die Regierung kündigte an, dem Ursprung des Angriffs nachzugehen. Sie machte zunächst niemanden konkret verantwortlich, erklärte aber, sie behalte sich das volle Recht vor, auf derartige "terroristische Angriffe" zu reagieren.

Kernkraftwerk Barakah: Einziges auf Arabischer Halbinsel

Das Kernkraftwerk Barakah steht westlich der Metropole Abu Dhabi und verfügt über vier Reaktoren. Es wurde für umgerechnet etwa 17,2 Milliarden Dollar mit Hilfe Südkoreas gebaut und ging 2020 ans Netz. Barakah ist das erste und einzige Atomkraftwerk auf der Arabischen Halbinsel und kann ein Viertel des Energiebedarfs der Emirate decken.

VAE: Iran greift immer wieder Energieziele an

Seit Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran hat die Regierung in Teheran wiederholt die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und andere Golfstaaten ins Visier genommen, in denen US-Militärbasen angesiedelt sind. Die VAE werfen dem Iran bereits seit Längerem vor, Energieziele anzugreifen, und werten dies als Eskalation des Konflikts.

Der Iran hatte seine Angriffe Anfang des Monats verstärkt, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Marinemission zur Öffnung der Straße von Hormus angekündigt hatte, die er 48 Stunden später jedoch wieder aussetzte.

Weitere Drohnen erfolgreich abgefangen

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte mit Blick auf den Vorfall an dem AKW, dass die Strahlungswerte normal seien. Notstromdieselgeneratoren versorgten den Reaktorblock drei.

Die UN-Behörde rief zu maximaler militärischer Zurückhaltung in der Nähe von Atomanlagen auf und erklärte, die Lage genau zu beobachten. Das Verteidigungsministerium der VAE teilte mit, zwei weitere Drohnen seien erfolgreich abgefangen worden.

Diplomatische Friedens-Bemühungen stocken

Der Vorfall ereignet sich in einer Phase, in der die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Iran-Kriegs ins Stocken geraten sind. Mehr als fünf Wochen nach Inkrafttreten einer brüchigen Waffenruhe liegen die Forderungen der USA und des Iran weiterhin weit auseinander.

Trump hat mit einer Wiederaufnahme der Angriffe gedroht, sollte der Iran nicht bald einem Abkommen zustimmen. Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte am Sonntag, sollten Trumps Drohungen wahr gemacht werden, stünden die USA vor "neuen, aggressiven und überraschenden Szenarien" und würden "in einem selbst geschaffenen Sumpf versinken".

Größte Ölversorgungskrise der Geschichte

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums warf den USA und Israel vor, sie versuchten, die Schuld für die Destabilisierung der Energiemärkte nach ihrer "unprovozierten militärischen Aggression" abzuwälzen.

Die Unterbrechung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus – die wichtigste Öl- und Gasroute der Welt – hat die größte Ölversorgungskrise der Geschichte ausgelöst und die Preise in die Höhe getrieben.

Der Vorsitzende des nationalen Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Asisi, sagte am Samstag, Teheran habe einen Mechanismus ausgearbeitet, um den Verkehr durch die Meerenge über eine festgelegte Route zu steuern. Dieser solle bald vorgestellt werden.

IAEA-Direktor Grossi besorgt

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi zeigte sich schwer besorgt über den Vorfall: "Militärische Handlungen, die die Atomsicherheit gefährden, sind nicht hinnehmbar", teilte er mit. Die Emirate hätten die IAEA aber informiert, dass die Strahlenwerte normal seien.

Der emiratische Außenminister, Abdullah bin Sajid, verurteilte in einem Telefonat mit Grossi den Angriff als eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete. Bin Sajid habe das Recht der Emirate betont, "auf diese Terroranschläge zu reagieren und alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz ihrer Sicherheit" zu ergreifen.

Mit Informationen von Reuters und dpa.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!