Umweltminister Carsten Schneider verkündet: Die neue Förderung ist gut für Umwelt, Auto-Industrie und Familien, die sich sonst noch kein Elektroauto leisten könnten.
Es gibt wieder Förderung – wer ein neues E-Auto kaufen oder leasen möchte, kann einen Zuschuss von der Bundesregierung bekommen. Der ist sozial gestaffelt und soll nebenbei noch gegen die Absatzschwäche der deutschen Autoindustrie helfen. Kritiker monieren, die Prämie helfe weder der Umwelt noch der Autoindustrie.
Seit 1.1.2026: Wie funktioniert die E-Auto-Förderung?
Gefördert werden Autos mit rein batterieelektrischem Antrieb und sogenannte Plug-In-Hybride, wenn sie mindestens 80 km rein elektrisch fahren können und weniger als 60 gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Klassische Plug-In-Hybride sind Fahrzeuge, die sowohl mit einer Batterie rein elektrisch fahren können, aber – wenn die Batterie leer ist – auch mit einem Verbrennungsmotor. Fahrzeuge mit sogenanntem Range-Extender haben einen reinen Elektro-Antrieb, und zusätzlich einen Verbrennungs"motor", der die Batterie wieder aufladen kann. Beide können mit einer Prämie gefördert werden.
Soziale Staffelung bei der Förderung
Die Prämie beträgt zwischen 1.500 und 6.000 Euro pro Haushalt. Reine E-Autos werden mit mindestens 3.000 Euro gefördert, Plug-In-Hybride mit 1500. Dies gilt bis zu einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 80.000 Euro (bis zu 90.000 Euro mit Kindern). Die maximale Fördersumme von 6000 Euro bekommt, wer weniger als 45.000 Euro versteuern muss, mindestens 2 Kinder hat und ein reines E-Auto kauft. Die Prämie gilt für Autos, die ab 1.1.2026 zugelassen werden, und kann ab Mai 2026 auch rückwirkend beantragt werden.
Kritik von Umweltverbänden
Umweltorganisationen sind mit dem Förderprogramm unzufrieden. Greenpeace etwa kritisiert, dass es keine Preisobergrenze gebe. Eine Förderung verdiene nur, wer kleine, ressourcenschonende E-Autos für maximal 30.000 Euro kauft. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert, das Programm fördere aber auch Plug-in-Hybride, die häufig im Verbrenner-Modus gefahren würden, und damit oft mehr CO2 ausstoßen, als offiziell angegeben. Zudem würden ohne jegliche Effizienzvorgaben auch große und schwere Fahrzeuge mit hohem Stromverbrauch subventioniert. Dem Klimaschutz bringe das nichts.
Auto-Experte unzufrieden
Ob die Förderung der deutschen Auto-Industrie hilft, ist umstritten. Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research betont, die Hersteller seien wegen der CO2-Flottenziele ohnehin gezwungen, möglichst viele E-Autos zu verkaufen, um EU-Strafzahlungen zu vermeiden. Zum anderen sieht er die Gefahr, dass die Prämie von den Autoherstellern eingepreist werde. Günstigerer Ladestrom etwa sei eine deutlich sinnvollere Maßnahme, um den Absatz von E-Autos anzuschieben.
2025 weniger Verbrenner, mehr E-Autos in Bayern
Der Schwenk zur E-Mobilität nimmt insgesamt langsam Fahrt auf, in Bayern allerdings etwas langsamer. Im ersten Halbjahr 2025 wurden dort rund 130.000 Autos mit klassischem Verbrennungsmotor neu zugelassen, so das Bayerische Landesamt für Statistik. Das ist etwa ein Fünftel weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei reinen E-Autos stiegen die Neuzulassungen um 27 Prozent auf rund 50.000, bei Plug-in-Hybriden sogar um 46 Prozent auf rund 25.000 Fahrzeuge. Deutschlandweit stiegen im gleichen Zeitraum die Erstzulassungen reiner E-Autos um 35 Prozent.
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