Im Umfeld des Fußball-Zweitligaspiels zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden sollen laut Polizei Dutzende Polizisten verletzt worden sein. Die Polizisten seien mit Pyrotechnik beschossen, mit Absperrgittern und Steinen beworfen sowie mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten angegriffen worden, teilte das Innenministerium in Magdeburg mit. In Sozialen Medien kursiert ein Video, auf dem Magdeburg-Fans Polizisten im Innenraum des Stadions angreifen.
Feindselige Atmosphäre bei "Elb-Derby"
Laut Fans des 1. FC Magdeburg hatten Dresden-Fans Raketen und Böller in angrenzende Blöcke mit Magdeburg-Fans geschossen. Daraufhin versuchten laut Polizei FCM-Anhänger kurz vor Ende der ersten Halbzeit, im Außenbereich des Stadions in Richtung des Gästeblocks vorzudringen. Das konnte durch die Polizeikräfte verhindert werden. Dabei kam es zu den körperlichen Angriffen, etwa mit Steinwürfen und Beschuss mit Pyrotechnik. Hierzu hat die Polizei zwei Ermittlungsverfahren jeweils wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs eingeleitet.
Laut Polizei 64 Polizisten verletzt
Wie der MDR unter Berufung auf die Polizeiinspektion Magdeburg meldete, sei eine "niedrige einstellige Zahl" von Polizisten schwer verletzt worden. Das sächsische Innenministerium teilte am Sonntagnachmittag mit, dass mindestens 64 Beamte der Landespolizei leicht bis schwer verletzt worden seien. Einige seien ambulant in Krankenhäusern behandelt worden. Die Ermittlungen werden nun in einer eigens hierfür gegründeten Ermittlungsgruppe geführt.
Am Samstag waren mehrere hundert Beamtinnen und Beamte aus verschiedenen Bundesländern sowie Kräfte der Bundespolizei in Magdeburg im Einsatz gewesen. Dresden hatte das Ost-Duell der 2. Fußball-Bundesliga mit 2:1 gewonnen.
Gewerkschaft der Polizei verurteilt Gewalt
Die Gewerkschaft der Polizei in Sachsen-Anhalt verurteilte die Ausschreitungen. "Fußball soll Menschen zusammenbringen – nicht Einsatzkräfte, Fans oder Unbeteiligte in Gefahr bringen", hieß es in einer Erklärung. "Wer Pyrotechnik in dicht gefüllten Blöcken zündet, Raketen und Böller in Menschenmengen wirft oder Polizeikräfte angreift, hat jedes Recht verwirkt, sich Fan zu nennen. Hier reden wir über Straftäter."
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) verurteile die Ausschreitungen. "Mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten auf Polizisten einzuschlagen, ist nichts anderes als brutale Gewalt", erklärte sie. "Den verletzten Kolleginnen und Kollegen wünsche ich baldige Genesung."
Unter einem Facebook-Post des MDR zu dem Thema kritisieren User, die Polizei habe wahllos Pfefferspray auf Unbeteiligte gesprüht und damit auch zur Eskalation beigetragen.
Mit Informationen von dpa
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