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Erfolge gegen Waldbrände in Südwesteuropa - aber Hitzewelle naht

Erfolge gegen Waldbrände in Südwesteuropa - aber Hitzewelle naht

Einsatzkräfte in Frankreich und Spanien kämpfen weiter gegen massive Waldbrände – und haben Erfolge. Doch eine neue Hitzewelle könnte das Erreichte wieder zunichte machen. An Frankreichs Atlantikküste wurden vorsorglich tausende Touristen evakuiert.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Hitze, Trockenheit, Verbuschung: Feuer haben es in Südwesteuropa zunehmend leicht, zum Flammen-Inferno zu werden. In Frankreich und Spanien kämpfen die Einsatzkräfte weiter unter Hochdruck gegen die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten. Die Lage bleibt angespannt, obwohl einige der Feuer eingedämmt werden konnten. Zudem bereitet die Wettervorhersage für die kommenden Tage große Sorge: Eine neue Hitzewelle steht bevor.

Kleineres Feuer bei Bordeaux ist eingedämmt

In Frankreich versucht die Feuerwehr weiter, die Feuer in der Region Bordeaux in den Griff zu bekommen. Dabei ist es laut Staatspräsident Emmanuel Macron offenbar gelungen, ein flächenmäßig kleineres Feuer "einzudämmen", nach den Worten von Innenminister Laurent Nuñez wurde die Lage "stabilisiert", ist aber noch nicht unter Kontrolle.

Vor allem der größere der beiden Brände bei Bordeaux macht den Einsatzkräften zu schaffen, Macron zeigte sich dennoch optimistisch. "Wir werden diesen Kampf zum Schutz der Bevölkerung gewinnen", sagte er am Montagabend in Bordeaux.

Tausende Touristen werden an Atlantikküste evakuiert

Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometer der Großstadt Bordeaux genähert und in der Region 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört – und wie kritisch die Lage nach wie vor ist, zeigte sich am Dienstagvormittag: Die Präfektur in Bordeaux ordnete die Evakuierung tausender Touristen rund um den bekannten Badeort Lacanau an. Etwa 4.000 Menschen müssen Campingplätze und Feriensiedlungen in Lacanau und Lacanau Océan räumen. Der Ort Lacanau und seine Einwohner seien von der Evakuierung zunächst aber nicht betroffen, hieß es.

Schneisen im Wald gegen kommende Hitzewelle

Die Behörden begründeten die Evakuierungsanordnung für Lacanau ausdrücklich mit dem Blick auf die weitere Wetterentwicklung – und hier sind die Vorhersagen alles andere als günstig: In weiten Teilen Frankreichs wird eine neue Hitzewelle erwartet, diese soll am Mittwoch ihren Höhepunkt erreichen mit Spitzenwerten um 40 Grad.

Mit der Hitzewelle und bei geringerer Luftfeuchtigkeit wird eine Verschärfung der Situation befürchtet. Um dem Feuer die Möglichkeit einer weiteren Ausbreitung zu nehmen, wurden vorsorglich bereits Schneisen in Wälder gerodet.

2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten sind in der Region im Einsatz. Unterstützung ist nicht nur aus weiten Teilen Frankreichs, sondern auch aus dem Ausland eingetroffen. Aus Deutschland kamen am Montagnachmittag zwei Transporthubschrauber und ein Transportflugzeug A400M mit Material an. Ob dies angesichts der erwarteten Hitze ausreicht, muss sich zeigen.

Leichte Entspannung in Spanien

Eine leichte Entspannung der Lage zeichnet sich zumindest vorläufig in Spanien ab. Besonders betroffen bleiben die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo, wo die Brände zusammen knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet haben. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände aber deutlich verlangsamt.

Auch in Spanien droht jedoch eine ungünstige Wetter-Entwicklung. Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte, es stünden "absolut entscheidende" Tage bevor, ab Mittwoch seien die Wettervorhersagen für die Brandbekämpfung "äußerst ungünstig".

Brandgefahr soll durch Hitze auf extremes Niveau steigen

Dem spanischen Wetterdienst Aemet zufolge steigt die Brandgefahr ab Dienstag fast im gesamten Land auf ein sehr hohes oder extremes Niveau. In Teilen des Landes wurden Temperaturen von 40 Grad erwartet. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez rief "alle Bürger im ganzen Land dazu auf, äußerste Vorsicht walten zu lassen und alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen".

Die Bevölkerung ist bereits leidgeprüft: Rund 90.000 Menschen waren zuletzt von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Auch in der Provinz Castellón im Osten brennt es weiter; dort mussten rund 16.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

EU befürchtet Erschöpfung ihrer Kapazitäten

Für den Fall, dass die Feuer in Spanien und Frankreich weiter anhalten, befürchtet die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, dass die Hilfskapazitäten der EU bald erschöpft sein könnten. Es stehe zu befürchten, dass die Einsatzkräfte bald andernorts gebraucht würden, so Lahbib. In Ungarn, der Slowakei und Tschechien stünden "extreme Bedingungen bevor".

Zudem verwies die EU-Kommissarin auf Waldbrände, die in Portugal ausgebrochen sind. Dort kämpften am Montag mehr als tausend Einsatzkräfte gegen die Flammen in Buschlandschaften im Zentrum und im Norden des Landes. Rund zwanzig Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz. Die größten Brände breiten sich den Angaben zufolge bei Braga und Bragança im Norden Portugals sowie bei Santarém im Zentrum des Landes aus.

Mit Informationen von dpa und AFP

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