Monitor mit "Vienna 2026 - United by Music"
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ESC 2026 in Wien: Aufbruchstimmung statt Krisenmodus
Bildrechte: picture alliance / HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com | HANS KLAUS TECHT
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ESC 2026 in Wien: Aufbruchstimmung statt Krisenmodus

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ESC 2026 in Wien: Aufbruchstimmung statt Krisenmodus

ESC 2026 in Wien: Aufbruchstimmung statt Krisenmodus

Trotz politischer Turbulenzen, Protesten und einiger Absagen: Die Vorfreude auf den ESC 2026 in Wien ist ungebrochen spürbar. Noch 146 Tage sind es bis zum Finale des Eurovision Song Contests – und beim Veranstalter ORF ist man optimistisch.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Es war ein herber Schlag, als Spanien, Irland, Slowenien, die Niederlande und Island aus Protest gegen Israel ihre Teilnahme am ESC 2026 abgesagt haben. Eine Entscheidung, die international für Schlagzeilen sorgte und kontroverse Debatten auslöste. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann bedauert im Interview mit BR24 die Absagen, betont jedoch, dass man demokratische Entscheidungen respektieren müsse. Er hofft auf eine Rückkehr der Länder im Jahr 2027. Trotz der Turbulenzen sieht er die Europäische Rundfunkunion (EBU) weiterhin als "vital", auch wenn man von einer "gewissen Krise" sprechen könne. Die Laune jedenfalls will man sich beim ORF durch die politischen Debatten nicht verderben lassen.

Fünf gehen, drei kommen

Schließlich stünden den fünf Absagen auch drei Rückkehrer gegenüber. "Natürlich respektieren wir jede Entscheidung der teilnehmenden Rundfunkanstalten", so ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz vergangene Woche. "Gleichzeitig freuen wir uns, dass mit Bulgarien, Rumänien und Moldau drei Länder zurückkehren, die dem ESC neue Energie geben werden. Gerade die osteuropäischen Länder bringen immer fantastische Acts und eine wahnsinnige Leidenschaft mit."

Proteste? "Wir werden zeigen, was ist"

Ein Thema, das viele beschäftigt: Wird es Proteste geben, und wie wird der ORF damit umgehen? Die Programmdirektorin gibt sich gelassen: "Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft, in der Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist", sagt Groiss-Horowitz. "Sollte es zu Protesten kommen, werden wir damit professionell und besonnen umgehen. Der ESC war schon immer auch ein Ort, an dem gesellschaftliche Debatten sichtbar wurden."

Konkret bedeutet das: Größere Proteste gegen die Teilnahme Israels wird der ORF nicht ausblenden. "Wir sind als öffentlich-rechtlicher Sender dem Journalismus auch in einem Unterhaltungs-Event verpflichtet", betont Groiss-Horowitz. "Wir werden zeigen, was ist." Gleichzeitig gehe es aber um Einordnung und Verhältnismäßigkeit. Bei kleineren Protestgruppen, die trotz jubelnder Mehrheit Aufmerksamkeit erringen wollten, müsse man nicht jeden Demonstranten ins Bild bringen. Eine akustische Verfälschung werde es definitiv nicht geben. "Wir werden keinen künstlichen Applaus irgendwo drüberlegen", stellt die Programmdirektorin klar.

Ticketnachfrage deutlich über Erwartungen

Trotz aller Diskussionen: Die Nachfrage nach Eintrittskarten ist riesig. "Das Interesse ist überwältigend", freut sich der Executive Producer des ESC, Michael Krön. "Vor allem aus Deutschland, der Schweiz und Skandinavien bekommen wir unfassbar viele Anfragen. Aber auch aus den USA und Australien melden sich Menschen, die unbedingt dabei sein wollen."

Die Wiener Stadthalle wird für die drei Shows je rund 16.000 Zuschauer fassen. "Wien wird im Mai 2026 wieder das Herz der europäischen Musikwelt sein", so Krön. Bis vergangenen Donnerstag konnte man sich für Tickets registrieren. Der offizielle Ticketverkauf startet im Frühjahr 2026, und man arbeitet bereits an einem fairen Verteilungssystem. "Wir wollen, dass möglichst viele Fans die Chance haben, live dabei zu sein."

Bühnendesign als Hommage an die Wiener Secession

Unterdessen ist ein anderer Meilenstein auf dem Weg zum ESC geschafft: Das Bühnendesign ist fertig. Zum insgesamt zehnten Mal zeichnet dafür der Münchner Bühnendesigner Florian Wieder verantwortlich. Es ist eine Hommage an den kreativen Geist der Wiener Secession – die Künstlergruppe um Gustav Klimt.

Insgesamt soll das Bühnendesign Wien als offenes und mutiges Herz Europas präsentieren. Und das spiegelt sich auch in der Vision des Song Contests wider: Dem mittlerweile permanenten Song-Contest-Motto "United by Music" wird der Satz "(In) the Heart of Europe" beigestellt. Der ESC bringe Menschen zusammen – über alle Grenzen hinweg, betont ORF Generaldirektor Weißmann: "In Zeiten, in denen Europa vor vielen Herausforderungen steht, brauchen wir solche Momente der Verbundenheit."

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