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Fähre vor Zypern gekentert: Mehrere Tote, viele Vermisste

Fähre vor Zypern gekentert: Mehrere Tote, viele Vermisste

Bei einem Fährunfall vor der Insel Zypern sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Personen werden noch vermisst. Das Schiff mit 259 Passagieren und acht Crew-Mitgliedern war vor der Küste gekentert. Die Crew wurde festgenommen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Bei einem Fährunfall vor der Insel Zypern sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Das Schiff mit 259 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern war kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia (Türkisch: Girne), etwa sieben Kilometer vor der Küste, gekentert. Das sagte der nordzyprische Ministerpräsident Ünal Üstel nach Angaben des staatlichen türkischen TV-Senders TRT (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt).

Rettungseinsatz läuft

Bisher sind Berichten zufolge etwa 237 Menschen von Rettungskräften in Sicherheit gebracht worden. Mehrere Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Suche nach 17 Vermissten laufe. Derzeit ist unklar, ob sich noch Menschen in dem gekenterten Boot befinden. Falls noch Menschen in dem Boot gefangen seien, sei es nicht einfach, sie zu erreichen, sagte der zyprische Präsident Tufan Erhürman laut Reuters.

An dem Einsatz beteiligen sich die Küstenwache, Schiffe der Marine, Hubschrauber, private Schiffe und Fischerboote. Bei stürmischer See war offenbar Wasser in die Fähre eingedrungen. Üstel zufolge setzte das Schiff etwa eine Viertelstunde nach der Abfahrt einen Notruf ab.

Überlebende klagten über mangelnde Rettungswesten. "Manche Leute mussten ohne Rettungsring oder -weste ins Wasser springen. Es war wortwörtlich ein Kampf ums Überleben", sagte der Augenzeuge Efe Mültici dem Fernsehsender CNN Türk.

Augenzeugen sprechen von Explosion

Das Schiff kenterte zunächst und sank mehrere Stunden später, wie der nordzyrpische Verkehrsminister Erhan Arikli berichtete. Der Fahrtenschreiber der Fähre solle ausgewertet werden, um die Unglücksursache zu ermitteln. Möglicherweise sei das Schiff mit einem "Objekt" im Wasser zusammengestoßen, sagte Arikli.

Ein Überlebender berichtete örtlichen Fernsehsendern, am Bug der Fähre habe es eine Explosion gegeben, die Fensterscheiben seien geborsten. Daraufhin habe die Fähre versucht, zu wenden, bevor sie gekentert sei. Zahlreiche Menschen hätten sich zu dem Zeitpunkt im Schiffsinneren befunden. Der Passagier warf dem Kapitän der Fähre vor, er sei als Erster ins Wasser gesprungen, "ohne irgendetwas zu organisieren".

Ein weiterer Augenzeuge sprach ebenfalls von einer Explosion. Er habe den Kapitän informiert, dass Wasser ins Schiff eindrang. "Die Stühle haben angefangen, herumzuschwimmen, der Kapitän ist weitergefahren, und der Bug ist explodiert", schilderte er.

Berichten zufolge handelte es sich bei der Fähre um einen Katamaran. Der Bürgermeister von Kyrenia, Murat Senkul, teilte mit, das Schiff gehöre der Fährgesellschaft Filo Denizcilik. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden der Kapitän und sieben Mitglieder der Crew festgenommen. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, versprach Üstel: "Ich sage das hier ganz klar. Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht. Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird ans Licht kommen."

Trümmer auf der Meeresoberfläche

Bilder in türkischen Sendern zeigten das teilweise versunkene Schiff, den Einsatz der Rettungskräfte und auf der Meeresoberfläche treibende Trümmer. Der Sender TRT meldete, die Fähre sei auf dem Weg von Kyrenia nach Tasucu in der türkischen Provinz Mersin gewesen.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Die griechischsprachige Republik Zypern im südlichen Teil der Insel ist seit 2004 EU-Mitglied.

Mit Informationen von dpa, AP und AFP

Im Video: Mindestens 7 Tote bei Fährunglück vor Nordzypern

Vor der Küste Nordzyperns sind mindestens sieben Menschen bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen. Wie die Regierung mitteilte, kenterte eine Fähre mit rund 270 Menschen an Bord kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
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Vor der Küste Nordzyperns sind mindestens sieben Menschen bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen.

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