Die Grundfärbung der Schlange reicht von einem gelblichen Braun über olivgrün und graubraun bis grauschwarz, wobei die Oberfläche glatt und glänzend ist.
Die Grundfärbung der Schlange reicht von einem gelblichen Braun über olivgrün und graubraun bis grauschwarz, wobei die Oberfläche glatt und glänzend ist.
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Die Äskulapnatter gehört mit bis zu zwei Metern Länge zu den größten Schlangenarten Europas.
Bildrechte: picture alliance / blickwinkel | Wolfgang Willner
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Die Äskulapnatter gehört mit bis zu zwei Metern Länge zu den größten Schlangenarten Europas.

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Verbreiten sich durch den Klimawandel mehr Schlangen in Bayern?

Verbreiten sich durch den Klimawandel mehr Schlangen in Bayern?

Schlangen sind in Bayern heimisch – und äußerst selten. Das mildere Klima kommt manchen Arten entgegen. Weit verbreitet sind die Reptilien dennoch nicht. Welche Schlangen neu sind und warum es keinen Grund zur Panik gibt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

In Bayern leben vier heimische Schlangenarten: die Kreuzotter, die Ringelnatter, die Schlingnatter und die Äskulapnatter. In jüngster Zeit bekommen sie Zuwachs, nicht zuletzt wegen der höheren Temperaturen. So ist inzwischen etwa die Barrenringelnatter in Südbayern zu finden, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt.

Die Barrenringelnatter gilt erst seit 2017 als eigenständige Art und ist vermutlich aus der Schweiz oder Norditalien über die Alpen nach Bayern eingewandert. Allerdings kommt sie selten vor und gilt in Deutschland als stark bedrohte Art. Sie kann schwimmen und wird bis zu zwei Meter lang. Wie alle Ringelnatterarten ist die Barrenringelnatter komplett ungefährlich. Sie ist ungiftig und beißt nicht, allerdings gibt sie bei Gefahr ein stinkendes Sekret ab.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich auf eine Schlange treffe?

Christopher Meyer leitet beim Bund Naturschutz eine Schlangenzählung in Südbayern. "Die Unterart der Alpen-Barrenringelnatter kommt in einigen Alpentälern wie entlang der Isar und dem Inn bis nach Bayern vor", erklärt er. "Ob sie sich verbreitet, ist nicht bekannt." Die Barrenringelnatter sei nur schwer von Laien von der Östlichen Ringelnatter zu unterscheiden, so der Experte.

Den Reptilien zu begegnen, ist unwahrscheinlich. "Eine Schlange zu treffen, ist ein Privileg, meist sind sie scheu und schnell verschwunden", weiß Meyer. Man könne die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung deutlich erhöhen, wenn man auf warmes, feuchtes Wetter bei milden Temperaturen um 20 Grad und einen bewölkten Himmel achtet. "Die wechselwarmen Tiere sind hier gut bei einem Sonnenbad zu beobachten."

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Eine Alpen-Barrenringelnatter (Natrix helvetica) an der oberen Isar nahe des Sylvenstein-Stausees.

Eine Invasion von Schlangen sei aber auch durch den Klimawandel nicht zu erwarten, so Markus Baur, Leiter der Reptilienauffangstation in München: "Das ist wie Ebbe und Flut: Es gibt mal eine Vermehrung, die Tiere breiten sich aus, und wenn die Lebensumstände wieder schlechter werden, können sie auch wieder verschwinden."

Mehr Arten, weniger Tiere

Insgesamt nimmt die Zahl der Reptilien in Deutschland sogar ab. Der wichtigste Grund ist nach Einschätzung von Experten wie Markus Baur, die fortschreitende Zerstörung ihrer Lebensräume. Baur beobachtet allerdings eine Verschiebung: "Man findet mittlerweile häufiger Tiere in Gärten und auch hier im Münchner Stadtgebiet, zum Beispiel im Englischen Garten." Verwilderte Bereiche seien für die Tiere ein attraktiver Lebensraum.

Beim Zählprojekt von Christopher Meyer können Schlangenbegegnungen per App gemeldet werden [externer Link]. Am häufigsten sind das Ringelnattern und Blindschleichen. "Allerdings hatten wir Meldungen aller bayerischen Schlangen und auch zahlreiche Kreuzottern", so Meyer. Selten seien neben den Kreuzottern (Link zum Podcast) auch die Äskulapnattern, das liege aber einfach an ihrer geringen Zahl und dem speziellen Lebensraum. Auch Meyer beobachtet, dass viele Reptilien unter Zersiedlung, Verkehr und Landwirtschaft leiden. Und der Klimawandel sei für die heimischen Arten eher ein Problem.

Schlangen als blinde Passagiere

Immer wieder verirren sich Schlangen auf Grundstücke oder in eine Tiefgarage und lösen damit einen Rettungseinsatz aus (externer Link). Nichts Ungewöhnliches und kein Grund zur Panik, sagt Baur: "Das ist das Normalste auf der Welt und völlig harmlos. Die Tiere verschwinden von allein wieder."

Auch als blinde Passagiere kommen Schlangen aus Europa nach Deutschland. So reiste im Juni eine Vierstreifennatter im Unterboden eines Autos von Italien nach München (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt). Rettungskräfte konnten das Tier sichern und in die Reptilienauffangstation bringen. Auch über Lebensmitteltransporte reisen Tiere in Bayern ein, wie beispielsweise die hierzulande eingeschleppte Mauereidechse.

Entwischte oder ausgesetzte Giftschlangen sind dagegen selten. Das liegt laut Markus Baur auch daran, dass die Giftschlangenhaltung stark zurückgeht. Die Chance, einer abgehauenen Giftschlange zu begegnen, gehe "gegen Null".

Auswirkung auf das Ökosystem

Alle Schlangenarten in Deutschland haben natürliche Feinde, etwa Greifvögel oder Reiher. Deshalb vermehren sie sich nicht unkontrolliert. Sie sind auch keine invasive Art, also keine Art, die eingeschleppt wird und dem heimischen Ökosystem schaden kann, wie beispielsweise der Waschbär. Im Gegenteil: "Die Vierstreifennatter und die Äskulapnatter fressen hauptsächlich Mäuse", sagt Markus Baur. "Da können wir froh sein, denn wenn es milde Winter gibt, haben wir auch immer häufiger Mäuseplagen."

"Besonders die Kreuzotter profitiert stark von der Renaturierung von Mooren und Fließgewässern", erklärt Christopher Meyer. "Maßnahmen, die auch so wichtig für den Klimaschutz, Hochwasserschutz und damit den Menschenschutz sind."

Was tun, wenn ich einer Schlange begegne?

Wer beim Spaziergang einer Schlange begegnet, sollte Ruhe bewahren, rät der Fachtierarzt für Reptilien Markus Baur: "Keine Angst haben, sondern sich freuen, dass diese Kreaturen in unserer Natur doch noch ab und zu vorkommen." Wichtig sei es, das Tier auf keinen Fall anzufassen und einen Schritt zurückzutreten, um die Schlange nicht zu stören.

Für Hunde sind die meisten heimischen Arten ungefährlich. Allerdings warnte die Tierklinik Oberhaching im Mai 2025 in einem Beitrag bei Instagram (externer Link) vor vermehrten Kreuzotterbissen. Diese können für kleinere Hunde bis 20 kg lebensbedrohlich sein. Vor allem bei Bissen im Kopfbereich sollten Halter das Tier schnell zum Tierarzt bringen.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels hieß es, dass die heimischen Schlangenarten für Hunde ungefährlich sind. Dies ist jedoch nicht korrekt, wir haben die entsprechende Passage korrigiert.

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