Nach dem Felsabsturz im Bereich der Zugspitze ist eine große Staubwolke zu sehen.
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Auf der Zugspitze hat sich auf der Tiroler Seite eine bislang unbekannte Menge Gestein gelöst und eine große Staubwolke verursacht.
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Auf der Zugspitze hat sich auf der Tiroler Seite eine bislang unbekannte Menge Gestein gelöst und eine große Staubwolke verursacht.

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Felsmassen stürzen an Zugspitze ab: Was wir wissen

Felsmassen stürzen an Zugspitze ab: Was wir wissen

Auf der österreichischen Seite der Zugspitze hat es einen gewaltigen Felsabbruch gegeben. Verletzt wurde zum Glück niemand – auch weil es in dem Gebiet keine Wanderwege gibt. Experten wollen den Abbruch nun genau untersuchen. Was bisher bekannt ist.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

Die riesige Staubwolke des Felsabbruchs war auch aus größerer Entfernung noch zu sehen. An der 2.962 Meter hohen Zugspitze hat sich am Dienstagmorgen auf der Tiroler Seite eine bislang unbekannte Menge Gestein gelöst. Noch immer scheint das Gebirgsmassiv in Bewegung zu sein. BR24 fasst zusammen, was wir zum aktuellen Zeitpunkt wissen.

Was ist genau passiert?

Auf einem Kamm der Zugspitz-Nordwand an der deutsch-österreichischen Grenze haben sich am Dienstag in der Früh Geröllmassen gelöst. Das Gestein brach aber nicht bis ganz nach unten durch, sondern blieb unterhalb der Nordwand liegen, wie der Geologe Michael Krautblatter im BR24-Interview schildert. Er forscht am Lehrstuhl für Hangbewegungen an der Technischen Universität München. Eine Mitarbeiterin von Krautblatter hatte den Abbruch vor Ort beobachtet.

Der Felssturz hat sich auch am Mittwoch fortgesetzt. "Da löst sich immer wieder was", sagte der stellvertretende Bereitschaftsleiter Franz Dörfler von der Bergwacht Grainau. "Man hört es zwischendurch immer wieder rumpeln, dass was nachkommt."

Unklar ist noch die Größenordnung des Abbruchs. Der Geologe Michael Krautblatter vom Lehrstuhl für Hangbewegungen an der Technischen Universität München sprach im BR24-Interview von mindestens einigen Hundert Kubikmetern Gestein, die sich in Bewegung gesetzt hätten - möglicherweise auch deutlich mehr. Die genaue Größe muss aber noch ermittelt werden.

Wurden Menschen gefährdet?

Nach Angaben der Bergwacht wurde bei dem Ereignis niemand verletzt. "Alpinisten nutzen diesen Bereich üblicherweise nicht, da in dem Gebiet keine markierten Wege verlaufen", so der Geologe Krautblatter.

Auch die Bergbahnen an der Zugspitze meldeten keine Beeinträchtigungen. Sowohl die Tiroler Zugspitzbahn als auch die etwas weiter südlich gelegene Ehrwalder Almbahn nahmen ihren Betrieb heute am Mittwoch wie gewohnt auf.

Die Bayerische Zugspitzbahn teilte auf BR24-Anfrage mit, dass sowohl für die Bergstation als auch die Seilbahn keinerlei Gefahr bestehe. Eine Sprecherin verwies darauf, dass die Anlagen laufend von unabhängigen Prüfinstanzen und mithilfe von Sensorik überwacht würden.

Was war die Ursache für den Abbruch?

Drüber lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt keine verbindliche Aussage treffen. "Die Ausbruchstelle liegt nahe am Gratbereich in großer Höhe, in einem Sektor, in dem es Permafrost gibt", erklärte Krautblatter. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass stark aufgetauter Permafrost auch hier eine Rolle gespielt habe. Der Experte verwies auf den heißen Sommer: "Wir haben uns fast gedacht, dass irgendwo eine Masse rauskommen kann."

Bei Permafrost handelt es sich um dauerhaft gefrorene Böden, die neben den Polarregionen auch in hohen Gebirgslagen vorkommen. Taut dieser auf, fehlt der "Kleber" und Schutt und Felsen donnern zu Tal.

Wie geht es jetzt weiter?

Krautblatter kündigte an, den Bereich systematisch zu untersuchen. Dabei soll eine Infrarotdrohne eingesetzt werden, um die thermische Situation der Ausbruchnische und Hinweise auf Eis zu erfassen. Außerdem will das Team frühere Modelle der Zugspitze-Nordwand mit neuen Aufnahmen vergleichen, um zu berechnen, wie viele Kubikmeter Gestein herabgestürzt sind und wie groß das Volumen möglicher weiterer Nachbrüche ist.

Der Ort des Felssturzes liegt in der Höhenlage des sogenannten Kammstollens, einem Stollen, in dem Krautblatter seit 2007 Permafrost untersucht.

Was müssen Bergsportler und Anwohner jetzt beachten?

Für Wanderer, Bergsportler und Anwohner sieht der Geologe aktuell keine unmittelbare Gefahr. Er mahnt aber auch zu genereller Vorsicht: "Bergwandern an sich hat eine gewisse Gefährdung natürlich, die auch in diesem Bereich um die 3.000 Meter zugenommen hat, das muss man sagen", betont er. Insgesamt sei der Bereich der Zugspitze jedoch gut überwacht.

Wie ungewöhnlich ist so ein Abbruch?

Überraschend seien solche Ereignisse längst nicht mehr, die Dimension jedoch sei ungewöhnlich für die Zugspitze, sagte Bergwachtler Dörfler: "In dem Ausmaß ist es definitiv nicht öfter, aber es ist auch nicht überraschend."

Geologe Krautblatter erinnerte daran, dass es bereits im Vorjahr einen Felssturz aus dem Kammbereich der Nordwand nahe dem Schneefernerkopf gegeben hat. In den vergangenen Jahren seien immer wieder Abbrüche beobachtet worden. Der aktuelle gehört auch nach seiner Einschätzung aber zu den größeren Ereignissen.

Im Video: Felssturz an der Zugspitze

Felssturz an der Zugspitze
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Felssturz an der Zugspitze

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Mit Informationen von dpa

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