(Symbolbild) Eine Familie geht spazieren.
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(Symbolbild) Der Bundestag hat die Einführung der Frühstartrente beschlossen.
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Frühstartrente beschlossen: So soll sie funktionieren

Frühstartrente beschlossen: So soll sie funktionieren

Von Kindesbeinen an privat fürs Alter vorsorgen – das ist die Idee der Frühstartrente. Der Bundestag hat sie jetzt beschlossen. Wer profitiert und wie genau läuft die Förderung? Antworten auf wichtige Fragen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Eine große Rentenreform steht noch aus, aber bei der privaten Altersvorsorge ist Schwarz-Rot jetzt ein Stück vorangekommen. Der Bundestag hat am Freitag mit den Stimmen der Koalition die Frühstartrente beschlossen. Das Ziel: einen Kapitalstock für Kinder aufbauen, auf den sie später im Rentenalter zurückgreifen können. Wie funktioniert das Modell? Wie beantragt man so eine Frühstartrente? Ein Überblick.

Es geht der Bundesregierung darum, die gesetzliche Rente zu ergänzen. Sie soll zwar weiter eine wichtige Rolle spielen. Aber die Regierung will mehr Menschen dazu bringen, auch privat Geld fürs Alter auf die Seite zu legen – möglichst schon in jungen Jahren. Hier setzt die Frühstartrente an.

Das Finanzministerium sieht "erhebliche Chancen des Vermögensaufbaus" durch breit gestreute Aktienanlagen. Bei einer langfristigen Strategie seien hohe Renditen zu erwarten. Abgeordnete von Schwarz-Rot sprachen in der Bundestagsdebatte von einer historischen Entscheidung.

Wie funktioniert das Modell?

Der Staat zahlt für jedes Kind, das seinen ersten Wohnsitz in Deutschland hat, zehn Euro pro Monat in ein individuelles Altersvorsorgedepot ein. Und das vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Die Eltern können ein solches Depot bei privaten Anbietern einrichten. Nach dem 18. Geburtstag kann es weiter bespart werden. Oder das angesparte Guthaben wird auf einen anderen Altersvorsorgevertrag übertragen.

Den Anfang macht der Geburtsjahrgang 2020. Also werden zunächst Kinder gefördert, die im laufenden Jahr sechs Jahre alt geworden sind oder noch werden. Ab dem kommenden Jahr wird dann der jeweils nächste Jahrgang von Sechsjährigen einbezogen. Für frühere Geburtsjahrgänge ist keine Förderung geplant.

Wie kann man die Frühstartrente beantragen?

Die eingerichteten Altersvorsorgedepots fördert der Staat im Laufe der Jahre pro Kind mit insgesamt 1.440 Euro – bis zum 18. Geburtstag. Wenn Familien die finanziellen Möglichkeiten haben, können sie bis zu 6.840 Euro pro Jahr zusätzlich einzahlen.

Eltern können für ihr Kind bei einem Anbieter ihrer Wahl einen Standarddepot-Vertrag abschließen. So ein Vertrag ähnelt einem einfachen Sparplan. Das Bundesfinanzministerium prüft dann, ob es einen Anspruch auf Förderung gibt. Dies läuft automatisch: Die Förderung selbst muss also nicht beantragt werden.

Was versteht man unter einem Standarddepot-Vertrag?

Das ist ein Vertrag, der möglichst einfach und leicht verständlich sein soll. Alle Anbieter von geförderten Altersvorsorgeverträgen müssen so ein Standardmodell im Portfolio haben. Für diese gilt ein Effektivkostendeckel von einem Prozent. Gemeint sind zum Beispiel Kosten für Verwaltung und Vertrieb, die die Rendite nach unten drücken. Für welchen Anbieter sich Eltern entscheiden, ist ihre Sache.

Was passiert, wenn Eltern kein Depot für ihre Kinder anlegen?

Dann springt der Staat ein. Begründung: Alle Kinder und Jugendlichen sollen etwas von der Frühstartrente haben – unabhängig davon, ob die Eltern genügend Zeit und Geld für die private Altersvorsorge ihrer Kinder haben. Schließen die Eltern keinen Vertrag für ihre Kinder ab, legt der Staat das Fördergeld am Kapitalmarkt an. Verwaltet werden die Mittel von der Bundesbank.

Wenn die Eltern später doch noch ein privates Altersvorsorgedepot für ihre Kinder einrichten oder wenn die Kinder dies nach dem 18. Geburtstag selbst übernehmen, kann das angesparte Geld in dieses Depot fließen. Dessen ungeachtet kritisieren Teile der Opposition, dass Kinder in wohlhabenden Familien stärker von der Frühstartrente profitierten – wegen der möglichen Zuzahlungen.

Wie wird die Frühstartrente besteuert?

Solange die Ansparphase läuft, fallen auf die Erträge keine Steuern an. Ausgezahlt wird das geförderte Kapital nach dem 65. Geburtstag. Grundsätzlich gilt bei der privaten Altersvorsorge, dass Leistungen aus entsprechenden Verträgen nachgelagert besteuert werden – also erst dann, wenn die Auszahlungsphase beginnt.

Wann geht es mit der Frühstartrente los?

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, dass die Frühstartrente schon in diesem Jahr an den Start geht. Nach dem jetzt erfolgten Bundestagsbeschluss soll das Gesetz Anfang 2027 in Kraft treten. Gefördert wird rückwirkend zum 1.1.2026.

Im Video: Bundestag beschließt Einführung der Frühstartrente

Vom Kindergarten an schon was für die Rente tun - das hat der Bundestag heute beschlossen!
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Vom Kindergarten an schon was für die Rente tun - das hat der Bundestag heute beschlossen!

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