08.09.2026: Absperrung nach Giftfund im Wald
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Bildrechte: picture alliance / CTK | Miroslav Chaloupka
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Giftfässer-Fund in Tschechien: Entwarnung von bayerischer Seite

Giftfässer-Fund in Tschechien: Entwarnung von bayerischer Seite

In Tschechien sind auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe der Grenze im Böhmerwald zahlreiche Fässer mit giftigen Chemikalien gefunden worden. Auch Erdreich wurde kontaminiert. Gefahr auf bayerischer Seite besteht bisher offenbar nicht.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Nach dem Fund von rund 200 Fässern mit giftigen Chemikalien im tschechischen Teil des Böhmerwalds nahe der deutschen Grenze gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass die Wasserqualität oder die Böden auf bayerischer Seite davon beeinträchtigt sein könnten.

Fund erfordert "höchste Aufmerksamkeit"

Zwar erfordere der Fund auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz "Dobra Voda" (Gutes Wasser) "höchste Aufmerksamkeit", sagte der Landrat von Regen, Ronny Raith, dem BR. Aufgrund der Wasserscheide, die unmittelbar im Bereich des Fundorts liegt, geht er jedoch davon aus, dass es zu keiner Kontamination auf deutscher Seite gekommen ist. Raith ist am Dienstag von der tschechischen Generalkonsulin über den Fund und die geografische Lage unterrichtet werden. Der Fall müsse nun ohne jegliche Vorbehalte gemeinschaftlich aufgeklärt werden, so Raith.

Bisher keine Gefahr für Wasserqualität in Bayern

Auch der stellvertretende Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Jörg Müller, sieht derzeit keine Gefahr für die Wasserqualität in Bayern. Der knapp sieben Kilometer von der deutsch-tschechischen Grenze entfernte Fundort sowie der Verlauf der wenigen Gewässer, die in der Region von Tschechien nach Deutschland fließen, ließen darauf keine Rückschlüsse zu.

Das Grenzgewässersekretariat Bayern-Tschechien ist beim Wasserwirtschaftsamt Hof ansässig und zuständig für grenzüberschreitende Gewässerangelegenheiten. Dem Sekretariat seien jedoch keine Informationen der tschechischen Seite über die Problematik bekannt, heißt es auf Anfrage. Der tschechische Umweltminister hatte am Dienstag betont, dass einige der giftigen Substanzen ins Erdreich gelangt seien. Dadurch könnte auch Grundwasser kontaminiert worden sein. Dies werde aktuell geprüft, hieß es.

Bund Naturschutz besorgt

Die Kreisgruppe Regen des BUND Naturschutz in Bayern e.V. ist wegen des bekannt gewordenen Giftstofflagers sehr besorgt. Aufgrund der Nähe zur Wasserscheide zwischen Donau und Moldau sowie zum Quellgebiet des Großen Regen könne eine Gefährdung des deutschen Grund- und Oberflächenwassers derzeit nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Sprecher dem BR. Der BUND fordert vom tschechischen Umweltministerium eine umfassende und transparente Aufarbeitung sowie eine schnelle und sichere Beseitigung der Giftstoffe. Zudem sollen deutsche und tschechische Behörden eng zusammenarbeiten und die Bevölkerung umfassend über mögliche Gefahren informieren.

Truppenübungsplatz bis 1991 genutzt

Der Truppenübungsplatz bestand von 1952 bis zu seiner Auflösung Ende 1991. Das weitläufige Gebiet befindet sich östlich von Zelezna Ruda (Markt Eisenstein) im Nationalpark Böhmerwald (Sumava) nahe der Grenze zu Bayern. Weite Teile des früheren militärischen Sperrgebiets dürfen wegen der Gefahr von Blindgängern und Altlasten bis heute nicht betreten werden. Der genaue Fundort der Fässer wurde nicht genannt - auch, um keine Schaulustigen anzulocken. Auch 1.000 Tonnen Erdreich wurden demnach kontaminiert.

Mit Informationen von dpa

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