Beim Absturz einer Gondel im Schweizer Skigebiet Engelberg ist eine Frau ums Leben gekommen. Die Kabine hatte sich offenbar bei starkem Wind vom Seil gelöst, war abgestürzt, einen schneebedeckten Hang hinabgerutscht und hatte sich dabei mehrmals überschlagen, ehe sie an einem Strauch zum Stillstand kam. Laut dem Wetterdienst Meteo Schweiz galt für das Skigebiet eine Warnung vor starkem Wind.
Bei dem Todesopfer handelt es sich den Ermittlern zufolge um eine 61-Jährige aus der Region. In der für acht Personen zugelassenen Gondel habe sich nur die Frau befunden, berichtete die Kantonspolizei Nidwalden. Zur Unfallursache äußerte sie sich zunächst nicht. "Die Umstände, die zum Unglück geführt haben, sind zurzeit noch unklar", teilte die Polizei am frühen Abend mit. "Die Ermittlungen dazu sind unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Nidwalden aufgenommen worden."
Chef der Bergbahnen: Vorfall "sekundengenau" aufarbeiten
Nach dem Unfall wurden die anderen Gondeln der betroffenen Seilbahn evakuiert. Zwischen 100 und 200 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, sagte der Chef der Titlis-Bergbahnen bei einer Pressekonferenz. Die Bahn sei im technisch neuesten Zustand gewesen und im September kontrolliert worden. "Sicherheit ist das Wichtigste. Gondeln dürfen nicht abstürzen", so der Bergbahn-Chef. Es sei nun wichtig, dass der Vorfall "sekundengenau" aufgearbeitet werde.
Das Unglück ereignete sich auf rund 2.000 Metern Höhe, was den Zugang für Rettung und Polizei erschwerte. Unter anderem war ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Betroffen war die Gondelbahn Titlis Xpress Engelberg-Stand. Das Unglück passierte laut Polizei kurz nach der Mittelstation Trübsee. Die Gondeln transportieren Wintersportler auf rund 2.400 Meter Höhe.
Windwarnung für Skigebiet Engelberg
Diese Gondelbahn und mehrere weitere waren laut Webseite des Skigebiets am Nachmittag – nach dem Unglück – wegen starker Winde geschlossen. Der Wetterdienst Meteo Schweiz zeigte auf seiner Webseite für Engelberg Sonnenschein und Temperaturen von rund 8 Grad am Mittag. Dazu gab es eine Windwarnung, mit "Windspitzen in exponierten Lagen oberhalb von 1.800 Metern" von bis zu 130 Kilometern in der Stunde.
Bei den Bergbahnen wird ab 40 km/h ein Windalarm ausgelöst, ab 60 müsse der Betrieb eingestellt werden, berichtete der SRF (externer Link) unter Berufung auf den Betreiber. Wie stark der Wind zum Unglückszeitpunkt tatsächlich war und ob ein Alarm ausgelöst wurde, sei unklar, hieß es. Die Gondel wurde in den Jahren 2014 und 2015 gebaut.
Die Region am höchsten Berg der Zentralschweiz, dem Titlis, zählt zu den beliebtesten Skigebieten der Schweiz, neben etwa Zermatt, Davos, St. Moritz und anderen. Sie gilt als schneesicher von Oktober bis Mai und bietet unter anderem eine Talabfahrt mit 2.000 Höhenmetern. Das Gebiet liegt gut 130 Kilometer südöstlich von Basel. Vom Flughafen Zürich ist es in eineinhalb Stunden zu erreichen.
Zum Hören: Ein Todesopfer bei Gondelabsturz in der Schweiz
Gondel in Schweizer Skigebiet Engelberg abgestürzt
Mit Informationen von dpa
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