US-Präsident Donald Trump hat ein bedeutendes Öl-Abkommen mit der venezolanischen Regierung in Caracas verkündet. Die Vereinigten Staaten erhielten mit der Vereinbarung die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel aus den venezolanischen Erdölvorkommen, erklärte Trump am Freitag (Ortszeit). Das entspräche rund einem Fünftel der Vorkommen, die sich Schätzungen zufolge in Venezuela befinden. Dies sei "der größte Öl-Deal in der Weltgeschichte", erklärte Trump.
USA größter Erdölproduzent der Welt
Das südamerikanische Land gewährt den Vereinigten Staaten den Zugriff auf 17 große Erdöl-Vorkommen. Durch die Vereinbarung wachse die Menge des den USA potenziell zur Verfügung stehenden Öls auf mehr als das Doppelte an, so Trump. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA verfügten die USA Ende 2024 über Vorkommen von 46 Milliarden Barrel. Allerdings sind darin nicht nur Rohöl, sondern auch das Kondensat enthalten, das bei der Förderung aus dem Bohrloch gewonnen wird. Bereits jetzt sind die USA der größte Produzent von Erdöl weltweit.
Der Ankündigung gingen wochenlange Verhandlungen zwischen den USA und Venezuela voraus. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Vereinbarung als einen Gewinn für beide Länder. Sie sichere den USA eine stabile und kostengünstige Ölversorgung und werde dazu beitragen, die Benzinpreise zu senken. Für Venezuela bringe die Vereinbarung private Investitionen in Höhe von fast 100 Milliarden Dollar und schaffe Tausende von gut bezahlten Arbeitsplätzen. Venezolanische Regierungsvertreter bereiten sich darauf vor, nächste Woche Abkommen über die Vergabe neuer Explorations- und Produktionsrechte vor allem an US-Firmen zu unterzeichnen.
Venezuelas Übergangspräsidentin Rodriguez: "Wiedergeburt der Nation"
Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodriguez bezeichnete ebenso wie Trump das Abkommen mit den USA als "historisch" und erklärte im Onlinedienst Telegram, die Vereinbarung sei Grundlage für die "Wiedergeburt unserer Nation". Das Abkommen folgt auf den politischen Umbruch in Venezuela. Anfang des Jahres nahmen US-Spezialkräfte den langjährigen Staatschef Venezuelas, Nicolás Maduro, gefangen. Die USA klagten ihn und seine Ehefrau Cilia Flores unter anderem wegen des Vorwurfs des "Drogenterrorismus" an. Kritiker bezeichneten das Vorgehen als Verstoß gegen das Völkerrecht. Seither wird das Land von der früheren Vizepräsidentin Rodríguez als geschäftsführender Präsidentin geführt. Sie arbeitet mit Washington seit längerem unter anderem in Erdölfragen zusammen.
Ende vergangenen Jahres hatten die USA den Druck auf Venezuela erhöht und das Militär in der Region erheblich verstärkt. Zumeist rechtfertigten die USA den Einsatz mit mutmaßlichem Drogenschmuggel, Trump selbst brachte ihn aber auch mit den Ölvorkommen in Verbindung.
Venezuela habe den USA "Öl, Land und andere Vermögenswerte" gestohlen, teilte er damals mit. Sie müssten sofort zurückgegeben werden. Anfang der 2.000er-Jahre hatte Venezuela Ölfelder verstaatlicht, wovon auch US-Firmen betroffen waren. Es folgte ein Streit über Entschädigungen.
Experten skeptisch wegen kurzfristiger Senkung der Benzinpreise
Analysten zeigen sich skeptisch ob des Öl-Deals und fordern mehr Einzelheiten zur rechtlichen und finanziellen Struktur. Es sei unklar, ob eine kurzfristige Senkung der Benzinpreise zu erwarten sei, da der Aufbau der nötigen Infrastruktur Jahre dauern könne. David Goldwyn, Präsident von Goldwyn Global Strategies, sagte, es sei fraglich, ob ein Pachtvertrag der US-Regierung nach venezolanischem Recht haltbar sei. Es gebe "keinen Präzedenzfall dafür, dass die US-Regierung einen Pachtvertrag zum Betrieb von Ölfeldern abschließt".
Venezuela besitzt größte Ölreserven weltweit
Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, produziert aber nach Jahren der Unterinvestition, Misswirtschaft und Sanktionen nur etwa 1,25 Millionen Barrel pro Tag. Das Land hatte seine Ölindustrie in den 1970er-Jahren verstaatlicht. Unter dem ehemaligen Präsidenten Hugo Chavez wurden ausländische Produzenten in staatlich geführte Gemeinschaftsunternehmen gezwungen und später Vermögenswerte enteignet, darunter Projekte von Exxon Mobil und ConocoPhillips.
Seit die USA die Regierung des ehemaligen Präsidenten Nicolas Maduro im Januar nicht mehr anerkennen, bemüht sich Washington um eine stabile Zufuhr venezolanischen Rohöls für US-Raffinerien. Hinzukommt der Iran-Krieg: Er hat die Benzinpreise auch in den USA in die Höhe getrieben. Seit Beginn des Krieges vor sechs Monaten sind die Spritpreise um über ein Drittel gestiegen.
Video: USA sichern sich Öl aus Venezuela
US-Präsident Trump verkündet den "größten Öl-Deal in der Weltgeschichte" mit Venezuela.
Mit Information von dpa, AFP und Reuters.
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