(Symbolbild) Ein Mehrfamilienhaus in München mit zahlreichen Balkonen.
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(Symbolbild) In Zeiten steigender Mieten wachsen die Sorgen, zeigt der neue Mietenreport.
Bildrechte: picture alliance / dpa | Matthias Balk
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(Symbolbild) In Zeiten steigender Mieten wachsen die Sorgen, zeigt der neue Mietenreport.

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Hohe Wohnkosten – Stresstest für Mieter und Sozialstaat

Hohe Wohnkosten – Stresstest für Mieter und Sozialstaat

Kann ich mir das Wohnen noch leisten? In Zeiten steigender Mieten wachsen die Sorgen, zeigt der neue Mietenreport. Denn Deutschland ist Mieterland – auch in Bayern besitzt die Mehrheit der Bürger kein Wohneigentum.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

In Deutschland wohnen 52,8 Prozent der Menschen zur Miete, im EU-Durchschnitt sind es nur 31,5 Prozent. Wer kein Wohneigentum besitzt – und das sind in Bayern 51 Prozent der Haushalte –, der muss zur Miete wohnen. Dabei ist die Mietquote in (Groß-) Städten höher als auf dem Land. Steigende Mieten machen aber nicht nur das Wohnen teurer, sondern belasten immer mehr auch andere Bereiche des Alltags. Der Deutsche Mieterbund warnt deshalb bei der Vorstellung des neuen "Mietenreport 2026" davor, dass die Wohnungskrise zur Sozialstaatskrise werden könnte.

Sorgen der Mieter nehmen zu

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Mieterbunds berichten 58 Prozent der Befragten, ihre Wohnkosten seien in den vergangenen Monaten gestiegen oder bereits jetzt zu hoch. 29 Prozent der Befragten haben große oder sehr große Sorgen, die Miete in Zukunft nicht mehr zahlen zu können. Wenig optimistisch blicken die befragten Mieter zudem auf einen möglicherweise notwendigen Umzug – 50 Prozent machen sich Sorgen, keine bezahlbare Ersatzwohnung zu finden.

Angst vor Wohnungsverlust durch Schicksalsschläge

Auch wer gar nicht vorhat, die Wohnung zu wechseln, macht sich Sorgen um den Verlust der Wohnung. Mehr als ein Viertel der Mieter könnten nach einem Schicksalsschlag wie Jobverlust oder Trennung und einem damit verbundenen Einkommensverlust von 40 Prozent ihre Wohnung höchstens drei Monate weiter finanzieren.

Mieter sparen bei anderen Ausgaben

Viele Mieter mit niedrigem Einkommen sparen bereits jetzt bei anderen Bereichen, um die Miete bezahlen zu können. Das betrifft nicht nur Urlaub und Konsumausgaben – rund die Hälfte der vom Mieterbund Befragten spart bereits jetzt bei notwendigen Anschaffungen und bei der Altersvorsorge.

Dem Sozialstaat droht durch hohe Mieten eine Überlastung

Das Wohngeld soll für Mieter mit niedrigem Einkommen die Belastungen durch hohe Mieten etwas abmildern. Rund 1,2 Millionen Haushalte in Deutschland erhalten Wohngeld. 2023 wurde der Kreis der Berechtigten deutlich ausgeweitet. Insgesamt zahlen Bund und Länder 4,7 Mrd. Euro an Wohngeld aus. Weil die Kassen aber leer sind, plant die Schwarz-Rote Koalition hier Kürzungen.

Der Mieterbund warnt, durch Kürzungen beim Wohngeld könnten manche Mieter dann auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sein. Besonders betroffen wären Rentnerinnen und Rentner – sie stellen mehr als die Hälfte der rund 1,2 Millionen Haushalte, die Wohngeld erhalten. Das Problem: Wenn die Betroffenen statt Wohngeld Leistungen der Grundsicherung erhalten, müssten sie – anders als beim Bezug von Wohngeld – ihr Vermögen überprüfen lassen und zunächst ihre Ersparnisse weitgehend aufbrauchen. Auch der Staat würde zwar beim Wohngeld sparen, dafür andere Ausgaben möglicherweise ausweiten müssen. Bereits jetzt erhalten bundesweit rund 2,49 Millionen Haushalte sogenannte laufende Leistungen für Unterkunft und Heizung. Darunter viele erwerbstätige Alleinerziehende und Paare mit Kindern.

Der Mieterbund sieht ein Dilemma – der Sozialstaat federe die Folgen steigender Mieten für die Bürger zwar ab. Das Geld, das für Wohngeld und Leistungen für Unterkunft und Heizungen gezahlt werde, fehle aber z.B. für den sozialen Wohnungsbau. Den hält der Mieterbund weiterhin für unverzichtbar, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Wohngeld – Kürzung versus echte Reform

Viele Fachleute befürworten durchaus eine Zusammenlegung von Grundsicherung und Wohngeld. Das schlägt unter anderem die Sozialstaatskommission der Bundesregierung vor. Dabei geht es allerdings nicht um Einsparungen – wie sie die Regierungskoalition derzeit plant –, sondern um eine Vereinfachung, die den Bürgern staatliche Sozialleistungen unbürokratischer zugänglich machen würde.

Im Video: Mietenreport - Mieterbund warnt vor hohen Mieten

(Symbolbild) Fast ein Drittel der Mieter in Deutschland hat Angst, sich den Betrag für die Wohnung in Zukunft nicht mehr leisten zu können.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
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(Symbolbild) Fast ein Drittel der Mieter in Deutschland hat Angst, sich den Betrag für die Wohnung in Zukunft nicht mehr leisten zu können.

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