Ein Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau hat den Flugverkehr in Indonesien ins Chaos gestürzt. Rund 2.300 Flüge fielen aus, verspäteten sich oder wurden umgeleitet, wie das Verkehrsministerium am Montag erklärte. Mehr als 270.000 Passagiere strandeten. "Wir können wegen des dynamischen Wetters nicht absehen, wann dies enden wird", erklärte Verkehrsminister Dudy Purwagandhi. Ein Airport in Süd-Sumatra öffnete jedoch wieder.
Am Montag blieben sieben Flughäfen geschlossen. Die beiden internationalen Flughäfen in der Hauptstadt Jakarta, darunter der wichtige Airport Soekarno-Hatta, bleiben wegen der Vulkanasche bis mindestens Montagabend (Ortszeit) geschlossen, wie die Behörden mitteilten. In fünf kleineren Flughäfen des Inselstaates liegt der Luftverkehr ebenfalls seit dem Wochenende lahm. Ein Airport in Süd-Sumatra öffnete jedoch wieder.
15 Kilometer hohe Aschewolke
Der jüngste Ausbruch des Vulkans in der Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java hatte den Behörden zufolge am Freitag begonnen. Die indonesische Wetterbehörde registrierte eine bis zu 15.000 Meter hohe Aschewolke. Der Lärm des Ausbruchs war laut der Geologie-Behörde bis zu 700 Kilometer weit zu hören. Gefahr für einen Tsunami wie 2018 bestehe derzeit aber nicht.
Als Schutzmaßnahme gegen mögliche Gesundheitsrisiken durch die Vulkanasche in der Luft sollen in Jakarta am Montag die Schulen geschlossen bleiben. Der Unterricht werde online stattfinden, teilte die Stadtverwaltung mit.In den sozialen Medien kursieren Bilder und Videos von Ascheschichten auf Autos, Straßen oder Gartenmöbeln.
130 aktive Vulkane auf dem Pazifischen Feuerring
Der Vulkan Anak Krakatau ("Kind des Krakatau") tauchte erstmals 1927 über dem Meeresspiegel auf – und zwar in der Caldera, die sich durch den gewaltigen Ausbruch seines berüchtigten Vorgängers Krakatau im Jahr 1883 gebildet hatte. Durch diesen Ausbruch – einen der verheerendsten der Menschheitsgeschichte – waren 35.000 Menschen getötet worden.
Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer Zone besonders intensiver vulkanischer und seismischer Aktivität. In dem südostasiatischen Inselstaat gibt es etwa 130 aktive Vulkane – mehr als in jedem anderen Land der Welt.
Mit Informationen von Reuters, AFP, KNA und dpa
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