Der CDU-Politiker Jens Spahn steht weiter an der Spitze der Unionsfraktion. Die Abgeordneten der größeren Regierungsfraktion bestätigten den 45-jährigen CDU-Politiker ein Jahr nach seinem Amtsantritt mit großer Mehrheit bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt.
Spahn mit großer Mehrheit wiedergewählt
Ein Fraktionssprecher gab das Ergebnis mit 86,5 Prozent an. Bei seiner ersten Wahl genau ein Jahr zuvor hatte er mehr als 90 Prozent Zustimmung erhalten. Er hatte damals an der Spitze der Fraktion Friedrich Merz abgelöst, der ins Amt des Bundeskanzlers wechselte.
Spahn dankte demnach den Abgeordneten für den Vertrauensbeweis. Ziel sei, dass die Fraktion ein Stabilitätsanker bleibe, man habe noch viel vor.
Holpriger Start in erste Amtszeit
Seine Amtszeit hatte holprig begonnen: Das Platzen der Wahl der Rechtswissenschaftlerin Frauke Brosius-Gersdorf zur Richterin am Bundesverfassungsgericht wurde ihm angelastet, weil er den Widerstand in der eigenen Fraktion nicht rechtzeitig erkannte.
Die wohl schwierigste Nagelprobe hatte Spahn im Herbst zu meistern, als die Junge Union den Aufstand gegen das Rentengesetz von SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas probte. Merz zeigte sich trotzig und ging auf Konfrontationskurs. Spahn musste die notwendigen Stimmen organisieren und nahm sich jeden Einzelnen der jungen Rebellen in seiner Fraktion vor.
Vom Wackelkandidaten zum "Stabilitätsanker"
Nach den schwierigen ersten Monaten hat sich Spahn gefangen, sein Rückhalt in der Fraktion gilt inzwischen als stabil. Er tritt heute deutlich befreiter auf als in der Startphase der Koalition, lässt sich viel häufiger im Fernsehen blicken. Während er anfangs als der Wackelkandidat im Team Union galt, sieht er sich nun selbst als "Stabilitätsanker" der Koalition – zusammen mit SPD-Fraktionschef Matthias Miersch.
Vor der Fraktionssitzung mahnte Spahn Union und SPD zum Zusammenhalt. Man habe sich in den letzten Monaten zu sehr in "Spiralen der Selbstvergewisserung und der Rechtfertigung" verfangen. "Da müssen und wollen wir raus, wieder zu gemeinsamer Arbeit in dieser Koalition", sagte er. "Wir sind dazu verpflichtet, in der politischen Mitte, in dieser Koalition, die Probleme zu lösen."
Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters
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