Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria gelten als die drei tödlichsten Infektionskrankheiten – vor allem in armen Staaten. Für eine bessere Bekämpfung stellt Deutschland in den kommenden drei Jahren wieder Geld bereit, allerdings weniger als zuletzt.
Entwicklungsministerin: "Retten Millionen Leben"
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan sagte eine Milliarde Euro für den Globalen Fonds für den Finanzierungszeitraum von 2026 bis 2028 zu. "Damit setzen wir ein wichtiges Zeichen: Deutschland wird sich weiter engagieren, um Menschen weltweit vor Krankheiten zu schützen", sagte die SPD-Politikerin anlässlich der Eröffnung der Fachkonferenz "Weltgesundheitsgipfel" in Berlin. Das sei trotz schmerzhafter Haushaltskürzungen und enormen Spardrucks im Ministerium gelungen, erläuterte Radovan mit Blick auf die Debatten um Einsparungen im Bundeshaushalt. Der Etat des Entwicklungsministeriums soll weiter schrumpfen.
Der Kampf gegen die großen Infektionskrankheiten sei nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit, sondern auch der Vernunft, da Erreger keine Grenzen kennen. Jeder in den Fonds investierte Euro zahle sich aus, so Radovan. Er stärke die Gesundheitssysteme der Partnerländer und mache die Welt widerstandsfähiger. "Damit retten wir Millionen Leben."
Große Lücken im globalen Budget
Allerdings ist die Summe im Vergleich zur letzten dreijährigen Finanzierungsperiode um rund 23 Prozent niedriger. Ohnehin klaffen im globalen Budget schon große Lücken, nachdem die USA – bisher weltweit größte Finanzierungsquelle bei Maßnahmen gegen HIV/Aids – ihr Engagement drastisch zurückgefahren haben.
"Die Kürzungen kommen in einem höchst prekären Moment. Um eine Katastrophe zu verhindern, müssten andere zahlungskräftige Länder die Finanzierungslücken durch den Rückzug der USA schließen, doch Deutschland tut das Gegenteil", sagte Sylvia Urban, Vorstandsmitglied des Aktionsbündnisses gegen AIDS.
Jedes Jahr viele Tote
Allein an HIV beziehungsweise Aids sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bisher geschätzt mehr als 44 Millionen Menschen gestorben, im Jahr 2024 waren es schätzungsweise 630.000. An Tuberkulose sterben jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen, was sie zur tödlichsten Krankheit überhaupt macht. Dazu kommen der WHO zufolge noch einmal etwa schätzungsweise 600.000 jährliche Todesfälle durch Malaria.
Finanzierungsrunde für Fonds läuft
Der 2002 gegründete Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ist der größte multilaterale Zuschussgeber im Gesundheitsbereich für ärmere Länder. Er finanziert sich aus Mitteln von Regierungen, Stiftungen und privaten Gebern. Aktuell läuft die insgesamt achte Wiederauffüllrunde, bei der Geber neue Mittel zusagen können.
Seit seiner Gründung hat der Globale Fonds mehr als 70 Millionen Menschenleben gerettet, die Sterblichkeit von Aids, TB und Malaria um 63 Prozent gesenkt und Community- und Gesundheitssysteme in über 100 Ländern entscheidend gestärkt. Allein 2024 erhielten 25,6 Millionen Menschen eine lebensrettende HIV-Therapie, 7,4 Millionen wurden gegen TB behandelt, und 162 Millionen Moskitonetze schützten Kinder und Familien vor Malaria.
Mit Informationen von dpa und AFP
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