Merz im Gespräch mit Lisa Quarch, der Geistlichen Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend.
Merz im Gespräch mit Lisa Quarch, der Geistlichen Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend.
Bild
Merz im Gespräch mit Lisa Quarch, der Geistlichen Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Audiobeitrag

Merz im Gespräch mit Lisa Quarch, der Geistlichen Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend.

Audiobeitrag
>

Kanzler würde eigene Kinder nicht in USA schicken

Kanzler würde eigene Kinder nicht in USA schicken

Auf dem Katholikentag in Würzburg diskutiert der Kanzler mit jungen Menschen über die Zukunft und gesteht eigene Kommunikationsdefizite ein. Zwischendurch unterbrechen Demonstranten die Debatte.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich beim Katholikentag in Würzburg den Fragen junger Menschen gestellt. Auf dem Podium diskutierte der CDU-Politiker mit der Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz Amy Kirchhoff und der Theologin Lisa Quarch, der Geistlichen Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zum Thema "Gemeinsam Zukunft gestalten".

Kanzler-Auftritt von Demonstranten unterbrochen

Merz räumte dabei fehlenden Fortschritt bei der Lösung politischer Probleme ein. Zwar gehöre zur Demokratie Streit, doch dieser müsse auch zu Ergebnissen führen. "Vielleicht streiten wir im Augenblick zu viel und bringen zu wenig Ergebnisse."

Der Auftritt des Kanzlers wurde mehrfach durch Zwischenrufe und Demonstranten unterbrochen, die auf Plakaten mehr Klimaschutz forderten. Im Publikum fand diese Art des Protests zwar kaum Zustimmung, wann immer der Klimaschutz aber auf der Bühne zur Sprache kam, brandete Applaus auf.

Merz will eigene Kommunikation verbessern

Merz bemängelte die Katastrophenstimmung im Land – und schloss sich damit den Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Eröffnung des Katholikentags am Mittwoch an. Es gebe zwar viele Herausforderungen und Konflikte, wie etwa in der Ukraine und im Mittleren Osten, so Merz, er wolle aber versuchen, dem Land "den Optimismus zu geben, dass wir es hinbekommen können". Auf Anmerkung Quarchs, dass das bei vielen Menschen im Land nicht ankomme, sagt Merz: "Ich weiß, dass ich in meiner Kommunikation etwas verbessern muss, damit diese Botschaft besser verstanden wird."

Der Kanzler betonte, dass wenige Länder jungen Menschen so gute Zukunftschance bieten würden, wie Deutschland. Ein Umstand, von dem schon er selbst sein Leben lang profitiert habe und eine Chance, die er auch zukünftigen Generationen ermöglichen wolle. Anders sei das aktuell in den USA: "Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten." Er sei zwar ein großer Bewunderer Amerikas, heute hätten dort aber selbst die Bestausgebildeten Probleme einen Job zu finden.

Quarch: Wer bei Kinder- und Jugendhilfe spart, spart an Demokratie

Zeitgleich kamen vor dem Veranstaltungssaal nach Polizeiangaben rund 600 Demonstrierende zu einer Kundgebung zusammen. Die Organisatoren vom "Offenen Antifaschistischen Treffen" warfen Merz vor, die Anliegen junger Menschen in Deutschland zu ignorieren. Im Saal forderte auch Kirchhoff von der Bundesschülerkonferenz, "Kinder und Jugendliche öfter an die Tische zu holen". Aktuell geschehe dies zu wenig.

Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass Kürzungen im Sozialbereich noch zu einer Verschlechterung der politischen Beteiligung junger Menschen beitragen, warnte BDKJ-Vertreterin Quarch: "Da wo an Kinder- und Jugendhilfe gespart wird, da wird an Demokratie gespart!"

Beide machten sich außerdem dafür stark, Social Media stärker als Bereich für politische Bildung zu nutzen. Merz machte dabei deutlich, dass er gegen ein altersgebundenes Social Media-Verbot sei.

Merz gegen Herabsetzung des Wahlalters

Er warb seinerseits dafür, dass sich mehr junge Menschen in politischen Parteien engagieren. Er habe über die Jahre eine größere Bereitschaft festgestellt, "sich punktuell für ein bestimmtes Thema zu engagieren". Die Bereitschaft, "sich in der Breite für alles zu engagieren", sei hingegen kleiner geworden. Eine bundesweite Herabsetzung des Wahlalters lehne er aber weiterhin ab.

Nach der Podiumsdiskussion, zu der knapp 1.500 Gäste gekommen waren, besuchte der Kanzler noch die "Kirchenmeile". Bis zum Sonntag können Besucher des Katholikentags sich dort ein Bild von kirchlichen Verbänden, Jugendorganisationen und Unternehmen machen.

Mit Material von AFP, KNA Und EPD

Im Video: Merz beim Katholikentag

Hoher Besuch heute beim Katholikentag in Würzburg: Der Kanzler kam.
Bildrechte: BR
Videobeitrag

Hoher Besuch heute beim Katholikentag in Würzburg: Der Kanzler kam.

Sie interessieren sich für Religion, Kirche, Glaube, Spiritualität oder ethische Fragen? Dann abonnieren Sie den Newsletter der Fachredaktion Religion und Orientierung.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.