Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist zu Gesprächen über einen Ausbau der Rüstungskooperation mit der Ukraine in der Hauptstadt Kiew eingetroffen. Bei neuen Projekten stehe die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Waffensysteme aller Reichweiten im Fokus. Eine vom Kreml-Chef Wladimir Putin ins Spiel gebrachte Vermittlerrolle von Altkanzler Gerhard Schröder zur Beendigung des Krieges gegen die Ukraine lehnt die Bundesregierung ab.
Soll Altkanzler Gerhard Schröder im Ukraine-Krieg vermitteln? Wie geht es nach der heute auslaufenden Waffenruhe weiter? Darüber haben wir mit dem ARD-Korrespondenten Demian von Osten in Kiew sowie dem Experten für Geopolitik Prof. Klemens Fischer (externer Link) von der Universität zu Köln gesprochen. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Bundesregierung und EU gegen Schröder als Vermittler
Schröder sei kein ehrlicher Makler in dem Konflikt, sagte der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Gunther Krichbaum, vor Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. Vermitteln könne nur eine Person, die von beiden Seiten akzeptiert werde.
Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wies den Vorschlag Putins zurück, Altkanzler Gerhard Schröder als europäischen Vertreter bei künftigen Sicherheitsgesprächen mit Moskau einzusetzen. Es wäre nicht sehr klug, Russland das Recht einzuräumen, einen Unterhändler für die EU zu benennen, sagt Kallas am Rande eines Treffens der EU-Außenminister in Brüssel. Da Schröder sich für russische Staatskonzerne eingesetzt habe, würde er bei Verhandlungen "auf beiden Seiten des Tisches sitzen".
Vermeintliche Waffenruhe – Angriffe gehen weiter
Trotz der von den USA vermittelten Waffenruhe hat die Ukraine erneut russische Drohnenangriffe und Gefechte an der Front gemeldet. In der südöstlichen Region Saporischschja sei ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt worden, teilt der dortige Gouverneur mit. In Cherson habe es zwei Tote und zwei Verletzte gegeben.
Drei Menschen seien in der Region Mykolajiw verletzt worden, fünf in Charkiw und vier in Donezk, heißt es von den örtlichen Behörden weiter. Der ukrainische Generalstab registrierte nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden 180 Gefechte entlang der Frontlinie.
Mit Informationen von dpa und Reuters
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
