FDP-Parteichef Christian Dürr tritt nicht erneut für den Vorsitz an. Stattdessen will er die Kandidatur von Wolfgang Kubicki unterstützen.
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FDP-Parteichef Christian Dürr tritt nicht erneut für den Vorsitz an. Stattdessen will er die Kandidatur von Wolfgang Kubicki unterstützen.
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FDP-Parteichef Christian Dürr tritt nicht erneut für den Vorsitz an. Stattdessen will er die Kandidatur von Wolfgang Kubicki unterstützen.

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Kubicki will neuer FDP-Chef werden

Kubicki will neuer FDP-Chef werden

Überraschende Wende bei der FDP: Parteichef Christian Dürr tritt nicht erneut für den Vorsitz an. Stattdessen will er die Kandidatur von Wolfgang Kubicki unterstützen. Dieser kündigt an, die Liberalen wieder erfolgreich machen zu wollen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Die Freien Demokraten werden auf ihrem Parteitag im Mai einen neuen Vorsitzenden bekommen. Schon jetzt steht fest, wer es nicht sein wird: der amtierende Parteichef Christian Dürr. Er hat seine eigene Bewerbung zurückgezogen - und will nun seinen Parteikollegen Wolfgang Kubicki unterstützen.

Kubicki will Partei mit neuem Selbstbewusstsein

Der 74-Jährige ist seit 2013 Parteivize. Eigentlich hatte er sich schon halb aus der Politik verabschiedet. Bezeichnete sich selbst vor Kurzem noch als "nicht denjenigen, der der FDP ein neues Profil geben kann". Doch nun die Wende: Kubicki will für den Vorsitz kandidieren.

"Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen", schrieb er auf X. "Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit. Deshalb werde ich den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen."

Desaster auf Landes- und Bundesebene

Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Auch in Bayern sind die Liberalen seit 2023 nicht mehr im Landtag vertreten. Und auch aus dem Bundestag sind sie geflogen: nach der Wahl im Februar 2025. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich daraufhin aus der Politik zurück, Christian Dürr übernahm.

Im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Nach den jüngsten Umfragen könnten die Liberalen bei allen drei Wahlen ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. 

Dürr: "Wolfgang hat das Zeug dazu"

Im März hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück. "Ich will vor allem, dass unser Land wieder nach vorne kommt. Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen", so Dürr.

Sollte Kubicki zum Parteivorsitzenden gewählt werden, will er auf den bayerischen FDP-Politiker Martin Hagen als Generalsekretär setzen. Das teilte dieser auf X mit.

Politikwissenschaftler: "Griff in die Resterampe naheliegend"

Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Schroeder von der Uni Kassel analysiert in der WDR-Sendung Aktuellen Stunde, weshalb innerhalb der FDP einige Kubicki für den richtigen Nachfolger von Dürr halten: "Der Versuch eines Neustartes mit Christian Dürr ist gescheitert. Und jetzt ist gewissermaßen der Griff in die Resterampe naheliegend und die Resterampe heißt hier: Populismus. Und Kubicki ist erfahren, ist in der Lage Schneisen zu schlagen, eckig und kantig zu sein und damit eine Aufmerksamkeit herzustellen, wie kaum jemand anders in der FDP. Insofern ist die Versuchung Kubicki sehr naheliegend. Ob das allerdings ein Neuanfang ist, da muss man ein großes Fragezeichen machen."

Strack-Zimmermann gegen "alte Schlachtrösser" an FDP-Spitze

Die Kandidatur Kubickis sieht auch FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisch: "Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, ne schaden. Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht", sagte sie dem "Tagesspiegel". Die FDP müss von einer neuen Generation in die Zukunft geführt werden, "nicht nur von alten Schlachtrössern."

Neben Kubicki hat auch der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende Henning Höne (39) eine Kandidatur angekündigt. "Mein Angebot an die Partei bleibt bestehen: Die FDP braucht einen Neustart." Er freue sich auf den Wettbewerb mit Kubicki.

Mit Informationen von dpa

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