Merz dankt Helfern im Hürtgenwald – Pfiffe und Buhrufe
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Merz dankt Helfern im Hürtgenwald – Pfiffe und Buhrufe
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Merz dankt Helfern im Hürtgenwald – Pfiffe und Buhrufe

Ortstermin in Hürtgenwald: Zwei Tage nach der Löschung des Waldbrandes dankte Friedrich Merz den Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz – unter Buhrufen und einem Pfeifkonzert. Der Kanzler sagte, er lasse sich von Schreiern nicht beeindrucken.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich zwei Tage nach der vollständigen Löschung des Waldgroßbrandes in der Eifelgemeinde Hürtgenwald vor Ort ein Bild vom Ausmaß des Schadens gemacht. Im Ortsteil Gey dankte er den Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz.

Merz: "Das ist Klimawandel"

Merz wies bei seinem Besuch auf den Zusammenhang mit dem Klimawandel hin. "Der bedauerliche Befund ist: Wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel", sagte er. "Wir werden alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen, aber wir müssen auch mit dem Klimawandel leben", sagte Merz – ohne darauf einzugehen, was die Bundesregierung konkret plant.

Buhrufe und Pfeifkonzert

Merz wurde am Samstag in Hürtgenwald-Gey allerdings nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen – im Gegenteil: mit Buhrufen und Pfiffen [externer Link]. Zahlreiche Menschen fanden sich auf dem Dorfplatz in Gey ein, an dem Merz ankam. Seine Dankesworte an die Einsatzkräfte waren zeitweise kaum zu hören, weil Buhrufe und ein Pfeifkonzert seine Rede immer wieder übertönten. Auf Plakaten von Demonstranten war etwa zu lesen: "Der Wald brennt und Friedrich pennt".

Schon in den vergangenen Tagen war Kritik am Fernbleiben des Kanzlers laut geworden. Sein Besuch sei zu spät gekommen. Merz beendete gerade seinen dreiwöchigen Urlaub. Der Besuch in der nordrhein-westfälischen Gemeinde war der erste öffentliche Termin des Kanzlers nach seinem Sommerurlaub.

Merz weist Kritik an spätem Besuch zurück

Mehrere Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesregierung hatten das Brandgebiet von Hürtgenwald bereits besucht. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) unterbrach dafür vor einer Woche seinen Urlaub in der Lüneburger Heide.

Die Kritik an ihm wollte Merz aber nicht gelten lassen. Er habe sich bewusst dafür entschieden, erst jetzt zu kommen. Er habe in Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort entschieden, mit seinem Besuch zu warten, bis der Brand gelöscht sei.

Merz: "Lasse mich von denen, die herumschreien, nicht beeindrucken"

"Ohne die Zusammenarbeit zwischen allen diesen Beteiligten wäre das nicht so glimpflich ausgegangen", sagte er mit Blick auf die vielen, auch ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Bundeswehr sowie auf die Helferinnen und Helfer aus der Land- und Forstwirtschaft. Merz ging auch auf die Pfiffe ein: "Ich lasse mich von denen, die herumschreien, nicht beeindrucken. Ich spreche mit denen, die arbeiten. Ich spreche mit denen, die helfen", so Merz.

Der Landrat des Kreises Düren, Ralf Nolten, betonte, er habe den Bundeskanzler gebeten, nicht während des Brandes zu kommen, sondern danach. Er zitierte einen Feuerwehrmann: "Ich brauche keine Politiker, sondern ich brauche solche Leute, die den Löschschlauch halten." Die Menschen, "die hier rufen und pfeifen", sollten besser dem THW, der Feuerwehr oder dem Roten Kreuz beitreten, sagte Nolten weiter. Dafür bekam der Landrat langen Applaus – auch vom Kanzler. 

Wegen Brand: 1.800 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen

Bei dem Großeinsatz im Hürtgenwald waren zeitweise rund 1.400 Menschen an der Brandbekämpfung beteiligt. Das Feuer war am Donnerstag vergangener Woche aus noch ungeklärter Ursache im Hürtgenwald ausgebrochen – menschliches Fehlverhalten gilt als mögliche Ursache. Die Flammen rückten bis auf 250 Meter an Grundstücke heran. Aus Sicherheitsgründen mussten rund 1.800 Bewohner des Ortsteils Gey ihre Häuser verlassen. Zwei Tage später durften sie zurückkehren.

Nach Angaben des NRW-Landesbetriebes Wald und Holz verbrannte oder schädigte das Feuer eine Fläche von 300 bis 400 Hektar Wald. Am Donnerstag erklärte der Bürgermeister der Gemeinde das Feuer für gelöscht. Das betroffene Waldgebiet wurde gesperrt.

Im Audio: Merz besucht Hürtgenwald

Proteste bei Merz-Besuch in Hürtgenwald
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Proteste bei Merz-Besuch in Hürtgenwald

Mit Informationen von dpa und epd

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