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Invasive Ameisenart breitet sich in Nürnberg aus
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Invasive Ameisenart breitet sich in Nürnberg aus

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Kampf gegen invasive Ameisen in Nürnberg - Anwohner verzweifeln

Kampf gegen invasive Ameisen in Nürnberg - Anwohner verzweifeln

Sie heißt zwar "Große Drüsenameise" – ist aber winzig klein und lässt Bewohner in Nürnberg-Hasenbuck verzweifeln. Die invasive Ameisenart wurde aus südlichen Ländern nach Franken eingeschleppt. Hitze und Trockenheit haben ihre Vermehrung befeuert.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Die winzigen schwarzen "Großen Drüsenameisen" haben Teile des Nürnberger Stadtteils Hasenbuck regelrecht überflutet. Sie sind seit Juli überall, massenhaft – über und unter der Erde – und sie leben in riesigen Kolonien.

Garten nicht nutzbar

"Das Schlimmste ist eigentlich, was die kaputtmachen", so Julia Hösch, in deren Vorgarten es nur so wimmelt von den Ameisen. Sie dringen ein in Mauerritzen, Fugen, Hausfassaden und Kabelschächte und unterhöhlen Steinplatten. Wie für viele Anwohner der Ingolstädter Straße ist ein Aufenthalt im Freien auch für Julia Hösch und ihre Familie nahezu unmöglich. Jeden zweiten Tag streuen sie Gift, damit wenigstens im Haus keine Ameiseninvasion droht.

Ameisenstraße quer über Spielplatz

Selbst durch den frisch angelegten öffentlichen Spielplatz am Rande der Häuserreihe führen bereits Ameisenstraßen. Spielen ist hier kaum noch möglich, denn die kleinen Ameisen sind ziemlich aggressiv und ihre Bisse schmerzhaft, wie Hans Blendiger vom Bürgerverein Nürnberg-Hasenbuck schon zu spüren bekommen hat.

Er hat eine Vermutung. Die Ameisen kommen, nach seiner Beobachtung, nur aus einer Richtung – von einer benachbarten Großbaustelle: "Ich nehme an, durch die tiefen Ausgrabungen ist man da auf die Nester gestoßen und hat die vertrieben. Die kommen ja in Massen, teilweise in zentimeterbreiten Ameisenstraßen – wenn man das nicht gesehen hat, dann glaubt man's nicht!"

Ursache: Großbaustelle Lichtenreuth?

Direkt hinter der Häuserreihe in der Ingolstädter Straße entsteht gerade ein großes Wohngebiet. Diese Flächen lagen lange brach und boten der Großen Drüsenameise beste Bedingungen, um sich zu vermehren. Die Bauarbeiten zwingen die Insekten jetzt zur Umsiedlung – so die Vermutung der Anwohner. Sie hätten sich mehrfach an die Stadt Nürnberg gewandt.

Suche nach Lösungen

"Wir von der Stadt untersuchen jetzt unsere Flächen, das Straßenbegleitgrün, denn wir bauen da ja auch eine Schule in der Nähe, ob die auch befallen sind. Das ist das Erste, was wir machen können", so Julia Rauh vom Bürgermeisteramt auf Anfrage des BR.

Es habe inzwischen ein Treffen gegeben, unter anderem mit Stadtvertretern, Grundstückseigentümern, Wohnungsbaugesellschaften und einer Wissenschaftlerin. "Wir können auf Privatgrund halt nicht tätig werden, können wir nicht und dürfen wir nicht, aber wichtig ist ein koordiniertes Vorgehen", so Rauh. Ein Treffen mit den Anwohnern sei allerdings erst im Oktober angedacht.

Die Zeit drängt

Doch die Zeit drängt, bestätigt die Populationsökologin Prof. Heike Feldhaar von der Universität Bayreuth, die inzwischen von beiden Seiten kontaktiert worden ist und auch bei dem Treffen mit dabei war. Einzelmaßnahmen blieben nahezu wirkungslos, und mögliche Lösungen bräuchten Zeit. "Wenn man Freiflächen mehr und mehr vermeidet und stärker begrünt, das Gras wachsen lässt, dann hat die Große Drüsenameise wahrscheinlich deutlich weniger Chancen, sich da anzusiedeln und auszubreiten", so die Professorin.

Brandbrief an Ministerpräsidenten

Die Anwohner fühlen sich mit dieser andauernden Ameiseninvasion überfordert und von der Stadt zu wenig unterstützt. "Ich wünsche mir, dass man ernst genommen wird. Ich glaube, dass die das Maß nicht einschätzen können. Also das sind Milliarden Ameisen, das kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht sieht", so Anwohnerin Julia Hösch. Die von den Ameisen geplagten Anwohner haben jetzt einen Brandbrief an den Ministerpräsidenten geschickt. Eine schnelle Lösung scheint auf jeden Fall nicht in Sicht.

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