Premierministerin Meloni, Premierminister Starmer, Präsident Macron und Kanzler Merz bei einem Treffen zu Hormus in Paris
Premierministerin Meloni, Premierminister Starmer, Präsident Macron und Kanzler Merz bei einem Treffen zu Hormus in Paris
Bild
Premierministerin Meloni, Premierminister Starmer, Präsident Macron und Kanzler Merz bei einem Treffen zu Hormus in Paris
Bildrechte: picture alliance / Photoshot | -
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / Photoshot | -
Audiobeitrag

Premierministerin Meloni, Premierminister Starmer, Präsident Macron und Kanzler Merz bei einem Treffen zu Hormus in Paris

Audiobeitrag
>

Merz stellt Bedingungen für Einsatz in Straße von Hormus

Merz stellt Bedingungen für Einsatz in Straße von Hormus

In Paris haben rund 50 Staaten über die Straße von Hormus beraten. Kanzler Friedrich Merz zeigt sich offen für einen Einsatz – unter Auflagen. Großbritannien und Frankreich planen eine Mission, während Donald Trump an der Iran-Blockade festhält.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Über einen internationalen Einsatz zur Sicherung der für den Öl- und Welthandel wichtigen Straße von Hormus haben am Freitag etwa 30 Staats- und Regierungschefs beraten, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfing Merz sowie den britischen Regierungschef Keir Starmer und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni am Nachmittag in Paris. Die übrigen Teilnehmer, die insgesamt 50 Staaten und Organisationen vertraten, wurden per Video zugeschaltet.

"Wir fordern die Wiederherstellung der vor dem Krieg geltenden Bedingungen für die freie Durchfahrt und die uneingeschränkte Achtung des Seerechts", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach dem Treffen. "Wir lehnen jegliche Beschränkung, jegliches Abkommen ab, das de facto einem Versuch gleichkäme, die Meerenge zu privatisieren – und selbstverständlich jegliches Mautsystem."

Iran: Straße von Hormus ist aktuell "komplett offen"

Die strategisch wichtige Meerenge hatte der Iran nach Beginn des Iran-Krieges wochenlang blockiert. Während der Konferenz in Paris erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, dass die Straße von Hormus während der derzeit geltenden Waffenruhe "komplett offen" sei. US-Präsident Donald Trump begrüßte dies und schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social "Danke" in Großbuchstaben.

Auch Bundeskanzler Merz sprach bei der Pressekonferenz in Paris von einer "guten Nachricht", dass der Iran die Meerenge unter Auflagen geöffnet habe. Er forderte weiter die völlige Freigabe der Straße von Hormus für die Schifffahrt: Die Durchfahrten müssten "in vollkommener Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht" möglich sein, es dürfe "keinerlei Einschränkungen" geben.

Großbritannien und Frankreich planen Hormus-Mission

Sobald die Bedingungen es zulassen, wollen Großbritannien und Frankreich eine multinationale Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus anführen, teilten die Länder am Freitag mit. Der Einsatz solle "strikt friedlich und defensiv" sein, um die Minenräumung in der Straße zu unterstützen und Handelsschifffahrt wieder zu ermöglichen, so der britische Premierminister Keir Starmer.

Weitere Details zur genauen Umsetzung der Mission sollen bei einer militärischen Planungskonferenz in London in der kommenden Woche verkündet werden. Nach Starmers Angaben haben bereits mehr als ein Dutzend Länder angeboten, militärische Mittel zu der Mission beizusteuern.

Merz: Deutschland zu Hormus-Einsatz unter Auflagen bereit

Merz nannte als Vorbedingungen für die deutsche Beteiligung an einer möglichen Mission zur Sicherung der Straße von Hormus das Ende der Kampfhandlungen, ein internationales Mandat "vorzugsweise der Vereinten Nationen" sowie die Zustimmung des Bundestages. 

Deutschland könnte sich an einer solchen Mission mit Minenräumung oder Seefernaufklärung beteiligen, hatte es vor dem Pariser Treffen in Regierungskreisen in Berlin geheißen. Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack warnte allerdings vor einer Überlastung der deutschen Seestreitkräfte. "Wir haben die kleinste Marine aller Zeiten, aber eine Masse an Aufgaben", sagte Kaack im Vorfeld der Pariser Beratungen der "Wirtschaftswoche". 

Trump will Iran-Blockade vorerst aufrechterhalten

US-Präsident Donald Trump kündigte derweil an, dass die US-Blockade iranischer Häfen bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Ende der Kämpfe bestehen bleibe.

"Die Seeblockade bleibt, soweit sie den Iran betrifft, so lange in vollem Umfang in Kraft, bis unsere Transaktion mit dem Iran zu hundert Prozent abgeschlossen ist", erklärte Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social. Der US-Präsident zeigte sich überzeugt, dass ein Abkommen mit dem Iran "sehr schnell" erzielt werden dürfte.

Nach Teherans Ankündigung: Ölpreis fällt deutlich

Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus war zuletzt von einer doppelten Blockade betroffen: Der Iran versperrte seit Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar weitgehend die Meerenge, indem er Schiffe angriff, mit Angriffen drohte oder Gebühren verlangte. 

Das US-Militär blockierte seinerseits seit Anfang dieser Woche Schiffe, die iranische Häfen anlaufen wollen. Trump verhängte diese Blockade, nachdem der Iran nicht die erwarteten Zugeständnisse beim Atomprogramm gemacht hatte.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Normalerweise verläuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports durch die Meerenge. Die Blockade hatte weltweit die Preise für Öl und Flüssiggas in die Höhe getrieben. Nach der Ankündigung aus Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus ging der Ölpreis drastisch zurück.

Mit Informationen von AFP, Reuters und dpa

Im Video: Diese Bedingungen stellte der Kanzler

Diese Bedingungen stellte der Kanzler.
Bildrechte: BR
Videobeitrag

Diese Bedingungen stellte der Kanzler.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!