Foto eines Meteoriten
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In Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen hat ein Meteorit für zahlreiche Anrufe bei der Polizei gesorgt. Menschen wurden nicht verletzt.
Bildrechte: Gianni Gattus/TNN/dpa
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In Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen hat ein Meteorit für zahlreiche Anrufe bei der Polizei gesorgt. Menschen wurden nicht verletzt.

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Meteorit sorgt für Aufregung: Hausdach beschädigt

Meteorit sorgt für Aufregung: Hausdach beschädigt

Ein heller Meteorit hat am Abend viele Menschen in Teilen Deutschlands in Atem gehalten. Gesichtet wurde er unter anderem in Nordbayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. In Koblenz wurde ein Haus wohl durch Meteoritenteile beschädigt.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Ein Meteorit hat am Sonntagabend in Teilen Deutschlands für Aufregung gesorgt. Er war beispielsweise auch vom BR Studio Würzburg aus zu sehen. In den sozialen Medien meldeten sich unter anderem Augenzeugen aus Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, die die zunächst unbekannte Lichterscheinung am Himmel gesehen hatten. Es gingen zahlreiche Notrufe bei der Polizei ein. Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen nirgendwo verletzt.

Experten gehen von Meteorit aus

Experten gingen von einem Meteoriten aus. Es sei sehr wahrscheinlich, dass das Objekt bereits in der Atmosphäre vollständig verglüht sei. Bruchstücke des Meteoriten erreichten demnach gegen 19.15 Uhr die Erde. Vereinzelt habe es in Rheinland-Pfalz Schäden durch Meteoritenteile gegeben. Das Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern berichtete über "mehrere Notrufe". Bürgerinnen und Bürger hätten "von einem hell leuchtenden Flugkörper mit kurzem Feuerschein beziehungsweise einem Feuerblitz am Himmel" berichtet.

Es sei auch die Vermutung geäußert worden, dass es sich um eine Rakete handeln könnte. Es gebe aber "keinerlei Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Ereignis", betonte die Polizei. Für die Bevölkerung bestand demnach zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.

Großeinsatz mit Marinehubschrauber und Drohne

Die Polizei in Stade in Niedersachsen teilte mit, Feuerwehr und Polizei sei der Absturz von möglichen Flugzeugteilen oder Teilen von Himmelskörpern gemeldet worden. Bei einem Großeinsatz der Feuerwehr mit Unterstützung durch einen Marinehubschrauber und einer Drohne der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft sei aber nichts gefunden worden.

Auch im Raum Osnabrück gingen Zeugen zunächst von einem möglichen Flugzeugabsturz aus, so die Polizei. Die in die vermutete Absturzregion entsandten Einsatzkräfte fanden ebenfalls nichts. Auch in diesem Fall wurde von einem Meteoriten oder Weltraumschrott ausgegangen. Es gab keine Hinweise auf Schäden.

Meteorit: Schäden an Hausdach in Koblenz

Das Lagezentrum des Polizeipräsidiums Koblenz berichtete am Sonntagabend von Schäden an einem Hausdach im Stadtteil Koblenz-Güls, die höchstwahrscheinlich von Meteoritenteilen verursacht wurden. Beamte waren vor Ort und ermittelten. "Nach den uns vorliegenden Informationen besteht keine Gefahr mehr."

Nach dem aktuellen Stand der polizeilichen Erkenntnisse sowie in Abstimmung mit der Militärpolizei des US-Militärstützpunkts Ramstein gebe es "keinerlei Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Ereignis", hieß es in einer Mitteilung am Abend.

Meteoritenfunde sind selten

Als Meteor wird die Lichterscheinung bezeichnet, die beim Verglühen des Meteoroiden entsteht. Bruchteile, die nach der Explosion den Erdboden erreichen, heißen Meteoriten. Meteoriten stammen nach Angaben von Experten meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und können mehrere Milliarden Jahre alt sein. Sie sind Überreste der Entstehung unseres Sonnensystems.

Meteoriteneinschläge auf der Erde kommen selten vor. In Deutschland fielen im April 2023 bei Elmshorn mehrere Teile eines Meteoriten zu Boden. Das größte Fragment war ein rund 3,7 Kilogramm schwerer Brocken, der von Wissenschaftlern untersucht und später ausgestellt wurde. Er galt damals als der schwerste gefundene Meteorit seit rund 100 Jahren in Deutschland. Zuvor war im April 2002 in Bayern in der Nähe von Schloss Neuschwanstein ein Meteorit niedergegangen.

Mit Informationen von afp und dpa

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