(Archivbild) Dänische Fregatte vor Grönland
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Bundeswehr beteiligt: Nato startet Arktis-Mission

Bundeswehr beteiligt: Nato startet Arktis-Mission

Es ist ein Signal an Trump: Der US-Präsident hatte seine Besitzansprüche auf Grönland mit Sicherheitsbedenken begründet. Nun verstärkt die Nato ihre Militärpräsenz in der Region, die Bundeswehr beteiligt sich mit Kampfjets.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Die Nato erhöht ihre Militärpräsenz in der Arktis, um zur weiteren Entschärfung des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Grönland-Konflikts beizutragen. Wie Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich ankündigte, hat die Allianz dazu ihren Einsatz namens "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) gestartet. Ziel sei es, eines der strategisch bedeutendsten und zugleich klimatisch herausforderndsten Gebiete abzusichern, erklärte der US-General.

Bundeswehr an Nato-Einsatz "Arctic Sentry" beteiligt

Verbessert werden soll demnach die Überwachung der riesigen Eisinsel und die Abschreckung der Großmächte Russland und China. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte bereits im Januar signalisiert, dass Deutschland Kapazitäten stellen würde. Der SPD-Politiker bekräftigte am Mittwoch, in einem ersten Schritt werde sich die Bundeswehr mit vier Eurofightern am Einsatz beteiligen. Außerdem würden die "entsprechenden Betankungsmöglichkeiten in der Luft" bereit gestellt.

Weitere Einzelheiten sollen demnach beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag besprochen werden. Das Gebiet zwischen Grönland, Island und Großbritannien habe "eine zentrale Bedeutung" für die Wege in den Nordatlantik und darüber hinaus, betonte Pistorius.

Mission soll Grönland-Streit mit Trump entschärfen

Die verstärkte Bündnispräsenz im hohen Norden war von Alliierten wie Großbritannien angeregt worden, um den Streit um Grönland zu entschärfen. In diesem hatte US-Präsident Trump zeitweise mit Strafzolldrohungen einen Verkauf der riesigen Insel an sein Land erzwingen wollen. Sein Vorgehen begründete er mit der Behauptung, dass das zu Dänemark gehörende Territorium sonst nicht vor Russland und China sicher sei.

Zuletzt teilte Trump dann nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit, dass ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktis-Region entworfen worden sei. Dieser sieht unter anderem vor, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten, insbesondere durch das der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island. Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der rohstoffreichen Arktisinsel bekommen. 

Nato verweist auf russische und chinesische Aktivitäten

In der Nato wird dabei betont, dass der hohe Norden ein Tor zum Nordatlantik darstelle und wichtige Handels-, Transport- und Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa beherberge, die geschützt werden müssten. Der Kreml betrachte die Arktis als zentral für seine Großmachtambitionen und zeige keine Anzeichen, seine militärischen und wirtschaftlichen Ambitionen dort zurückzufahren, heißt es in Bündniskreisen. Im Gegenteil habe Russland seine militärischen Aktivitäten dort sogar deutlich verstärkt, ein neues Arktis-Kommando eingerichtet sowie ehemalige sowjetische Militärstandorte in der Arktis wieder in Betrieb genommen – darunter Flugfelder und Tiefwasserhäfen.

Auch Chinas wachsendes Interesse am hohen Norden sei besorgniserregend, da Peking versuche, Zugang zu Energie, kritischen Rohstoffen und zu See- und Kommunikationslinien zu erhalten.

Russland droht mit "Gegenmaßnahmen"

Großbritannien kündigte am Mittwoch an, die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von aktuell rund 1.000 auf 2.000 verdoppeln zu wollen. Dies soll auch zur Abschreckung in der Region beitragen. "Die Anforderungen an die Verteidigung steigen und Russland stellt die größte Bedrohung der Arktis und des hohen Nordens dar, die wir seit dem Kalten Krieg gesehen haben", erklärte Verteidigungsminister John Healey.

Russland drohte unterdessen mit "Gegenmaßnahmen", sollten westliche Staaten ihre militärische Präsenz in Grönland verstärken. "Natürlich werden wir uns im Falle einer Militarisierung Grönlands und der Schaffung militärischer Kapazitäten, die sich gegen Russland richten, angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen, einschließlich militärtechnischer Natur", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in einer Rede vor dem Parlament in Moskau.

Mit Informationen von dpa und AFP

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