Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat ihr neues Infrarot-Weltraumteleskop ins All gestartet – es ist deutlich leistungsstärker als das "alte" Teleskop Hubble. Eine Falcon-Heavy-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX hob am Sonntag mit dem 4,3 Milliarden Dollar (etwa 3,7 Milliarden Euro) teuren Nancy-Grace-Roman-Teleskop in Florida ab. Wenige Minuten später landeten die beiden wiederverwendbaren seitlichen Booster der Rakete mit dem Heck voran wieder in Cape Canaveral.
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Eineinhalb Millionen Kilometer entfernt von der Erde
Das Infrarot-Teleskop ist etwa so groß wie ein Bus und soll zu einem etwa 1,6 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Beobachtungspunkt fliegen. Dort soll es in etwa drei Monaten ankommen und den bisher umfassendsten Blick auf die verborgenen Bereiche des Universums richten.
Romans Sichtfeld ist laut Nasa mehr als 100 Mal größer als das des Hubble-Weltraumteleskops der Nasa, das auch nach 36 Jahren im All noch beeindruckende Aufnahmen von Himmelskörpern liefert. Neben einer weitwinkligen Infrarotkamera, die 1.000 Mal schneller arbeitet als das Hubble-Teleskop, verfügt Roman über ein Instrument zur Abschirmung des Sternenlichts. So kann es jeden noch so lichtschwachen Planeten direkt abbilden.
Nasa erwartet aufregende Erkenntnisse mit dem Roman-Teleskop
Die Mission: Roman soll unter anderem nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems und nach Hinweisen auf Dunkle Materie und Dunkle Energie suchen. "Es wird tausende Supernovae, zehntausende Planeten, Milliarden Galaxien und dutzende Milliarden Sterne entdecken können", sagte die Leiterin der Nasa-Wissenschaftseinsätze, Nicky Fox. "Dank seines riesigen Sichtfelds wird es Dinge tun können, zu denen wir zuvor nie in der Lage waren."
Die Beobachtungen, die die Arbeit des Rubin-Observatoriums in Chile und des europäischen Euclid-Weltraumteleskops ergänzen sollen, werden mit großer Spannung erwartet, da sie die bisherige Vorstellung der Struktur des Universums umwerfen könnten.
Neues Weltraumteleskop nach Hubbles "Mutter" benannt
Das "Nancy Grace Roman" ist das erste Weltraumteleskop der Nasa, das nach einer Frau benannt ist. Es trägt den Namen der früheren Chefastronomin der Raumfahrtbehörde, die 2018 verstarb. Sie war maßgeblich an der Entwicklung des legendären Weltraumteleskops Hubble beteiligt und wird deshalb auch "Hubbles Mutter" genannt.
Mit Informationen von dpa und AFP.
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