Ein erfahrener Skipper für die Segelyacht, ein Koordinator als Chef der Operation, ein Sprengstoffexperte und vier Taucher, darunter eine Frau, die mit mehr als 100 Metern den Rekord für Tieftauchen in der Ukraine hält. In kriminalistischer Feinarbeit ist es Bundeskriminalamt und Bundespolizei gelungen, dieses Team zu ermitteln und jede dieser Personen mit Klarnamen zu identifizieren. Diese sechs sollen die Anschläge auf Nord-Stream-Pipelines durchgeführt haben
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Generalbundesanwaltschaft erlässt Haftbefehle
Nach Recherchen von ARD, Süddeutscher Zeitung und Zeit hat der Generalbundesanwalt für alle diese Personen Haftbefehle beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs erwirkt, sofern sie noch leben. Ein Mann soll inzwischen im Krieg gefallen sein. Ein Mitglied der Gruppe erhielt nach den Recherchen im vergangenen Jahr eine militärische Ausbildung bei der Bundeswehr im bayerischen Wildflecken.
Und dass mit Sergej K. vergangene Woche der mutmaßliche Chef der Operationen in Italien festgenommen werden konnte, ist für die Ermittler umso mehr ein Erfolg, da schon im Sommer 2024 eines der mutmaßlichen Teammitglieder in Polen hätte gefasst werden können. Doch polnische Behörden zögerten mit der Festnahme. Und so konnte der Mann in die Ukraine fliehen. Auch hierfür haben die Ermittler Belege.
Fährten in ukrainische Regierung
So deutlich der kriminalistische Erfolg beim Aufdecken der Durchführung der Nord-Stream-Anschläge ist, so unklar bleibt die politische Verantwortung. Viele Spuren des Falls führen in ukrainische Regierungsstrukturen, darunter echte ukrainische Pässe mit falschen Namen für das Team. Aber die Frage nach einer politischen Verantwortung der ukrainischen Regierung für die Anschläge scheint eher eine politische Frage zu sein als eine für die Ermittler.
Im Video: ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg zu Nord-Stream-Anschlag (14.08.)
ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg zu Nord-Stream-Anschlag
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