Gepostetes Video von US-Präsident Donald Trump, in dem er die Obamas als Affen darstellt.
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Obama als Affe dargestellt: Trumps rassistischer Ausfall
Bildrechte: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Andre M. Chang
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Obama als Affe dargestellt: Trumps rassistischer Ausfall

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Obama als Affe dargestellt: Trump löscht rassistisches Video

Obama als Affe dargestellt: Trump löscht rassistisches Video

Auf seinem Netzwerk Truth Social hat US-Präsident Donald Trump ein Video geteilt, in dem Michelle und Barack Obama als Affen dargestellt werden. Der Post erntete Empörung aus beiden politischen Lagern. Mittlerweile wurde das Video gelöscht.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

In den USA gibt es erneut Aufregung um einen Social-Media-Post von Präsident Donald Trump. Auf seinem Netzwerk Truth Social hatte Trump ein Video geteilt, in dem der ehemalige Präsident und Demokrat Barack Obama und seine Frau Michelle rassistisch beleidigt werden.

In dem wahrscheinlich mit KI erstellten Video geht es um angebliche Wahlmanipulation – die Wahl, die er 2020 gegen Joe Biden verloren hat und derentwegen er bis heute die Lüge erzählt, es sei betrogen worden. Doch nach etwa einer Minute kommt ein Einschub, in dem Köpfe von Michelle und Barack Obama auf Affenkörpern zu sehen sind, dazu läuft die Melodie von "The Lion Sleeps Tonight".

Video mittlerweile entfernt

Inzwischen wurde das Video wieder entfernt. Das Weiße Haus teilte mit, ein Mitarbeiter habe den Beitrag "irrtümlich veröffentlicht". Weder vom Weißen Haus noch von Trump gab es eine Entschuldigung. Politiker der oppositionellen Demokraten wie auch von Trumps Republikanern hatten den Clip als rassistisch verurteilt.

Afroamerikaner als Affen darzustellen, hat in den USA eine traurige, rassistische Geschichte. Es ist ein Bild, das vor allem Sklavenhändler und Befürworter der Rassentrennung nutzten, um Schwarze zu entmenschlichen und Gewalt zu rechtfertigen.

Trumps Geschichte der rassistischen Ausfälle

Trump hat in der Vergangenheit bereits mehrfach entmenschlichende Sprache genutzt. Im letzten Wahlkampf erklärte er: "Wir versprechen euch, dass wir die Kommunisten, Marxisten, Faschisten und die radikale linke Schlägertruppe, die wie Ungeziefer innerhalb der Grenzen unseres Landes leben, ausrotten werden." Über Migration sagte er: "Eine sehr traurige Entwicklung für unser Land; sie vergiftet das Blut unseres Landes."

Über haitianische Einwanderer behauptete er im TV-Duell mit Kamala Harris, dass diese Hunde und Katzen essen würden. Er nannte Migranten "Tiere" (wollte aber später "nur" Gang-Mitglieder gemeint haben), somalische Einwanderer "Müll" und sprach in Bezug auf afrikanische Staaten von "Scheißländern". Politische Gegner bezeichnete er mehrfach als "Hunde". Auch für frauenfeindliche Äußerungen ist er bekannt, unter anderem soll er einer New-York-Kolumnisten geschrieben haben, dass sie eine "Hündin und Lügnerin" mit dem "Gesicht eines Schweins" sei.

Seine "Ungeziefer"-Äußerung sorgte schon damals für eine Debatte über Trumps Sprache. Robert Jones, Gründer des Public Religion Research Institute (PRRI), erklärte gegenüber NPR seinerzeit: "Diese Sprache vom 'Ausrotten von Ungeziefer' – der Grund, warum autoritäre Führer sie verwenden, liegt darin, dass sie ihre politischen Gegner entmenschlicht." Und er warnte, dass dies die Bausteine seien, die den Weg zur politischen Gewalt pflastern.

Trumps Hang zum Autoritarismus

Trump verschiebt seit Jahren die Grenzen des Sagbaren. Ein Grund, warum er das wahrscheinlich tut, ist, dass es bei vielen seiner Anhänger auf fruchtbaren Boden stößt. 38 Prozent der befragten US-Amerikaner stimmten in einer PRRI-Studie aus dem Jahr 2023 dieser Aussage zu: "Weil die Dinge in diesem Land so sehr aus dem Ruder gelaufen sind, brauchen wir eine Führungspersönlichkeit, die bereit ist, einige Regeln zu brechen – wenn das nötig ist, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen."

Viele Trump-Fans mögen es gerade, dass der US-Präsident sich nicht um politische Korrektheit schert. Viele seiner Parteikollegen stimmten in der Vergangenheit entweder mit ein oder versuchten, seine rhetorischen Ausfälle herunterzuspielen: dass er nicht so gemeint habe oder von den Medien falsch wiedergegeben worden sei.

Empörung in beiden Lagern

Im Fall des nun veröffentlichten Obama-Videos gibt es allerdings keinen Interpretationsspielraum. In der Vergangenheit blieb der Aufschrei aus – zu sehr herrscht bei vielen Kongress-Republikanern wohl die Angst vor, Zielscheibe von Trump zu werden und bei den nächsten Vorwahlen mit einem von Trump unterstützten Gegenkandidaten rechnen zu müssen. Doch dieses Video scheint für viele Parteikollegen eine Grenze überschritten zu haben: Der schwarze Senator Tim Scott sprach vom "Rassistischen, das je aus dem Weißen Haus kam", Mike Lawler nannte es "falsch und extrem beleidigend". Weitere Republikaner forderten Trump auf, das Video zu löschen. Dem kam Trump nun nach - nachdem das Video fast zwölf Stunden auf seinem Account online war.

In den Sozialen Netzwerken sowie vom politischen Gegner war die Empörung zu diesem Zeitpunkt bereits groß. "Widerliches Verhalten", twitterte der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom. Jeder einzelne Republikaner müsse das sofort verurteilen, forderte er. Ben Rhodes, der in der Obama-Regierung arbeitete, nannte Trump wegen des Videos einen "Schandfleck in unserer Geschichte".

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde aktualisiert, nachdem Trump das Video von seinem Account gelöscht hat.

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