In Deutschland gibt es mehr Fälle von Cyberkriminalität. Das zeigt der aktuelle Cybersicherheitsmonitor des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Jeder neunte Internetnutzer in Deutschland (11 Prozent) wurde im vergangenen Jahr Opfer von Internetkriminellen. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) war in seinem Leben schon einmal von Straftaten im digitalen Raum betroffen.
Betrug besonders oft beim Onlineshopping
Besonders häufig schlagen Kriminelle beim Onlineshopping zu: Der Betrug beim Online-Einkauf ist mit 22 Prozent das am weitesten verbreitete Delikt unter den Betroffenen. Außerdem klagen Betroffene über Betrug beim Online-Banking und sogenanntes Phishing, also das Abgreifen persönlicher Daten durch gefälschte E-Mails oder Websites.
Ein Drittel der Betroffenen erlitt dabei auch handfeste finanzielle Verluste. Zu den weiteren Schäden zählen Vertrauensverluste in Onlinedienste (29 Prozent) und verlorene Zeit (23 Prozent).
Kommt es zu einem Angriff, erstatten 32 Prozent der Opfer Anzeige bei der Polizei, während 35 Prozent den Betreiber des jeweiligen Dienstes kontaktieren. Stefanie Hinz, Vorsitzende des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), betonte bei der Vorstellung der Studie, dass Cyberkriminalität durch gefälschte E-Mails oder Betrug beim Einkauf längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.
Weitverbreitete Sorglosigkeit unter Nutzern
Trotz der hohen Betroffenheitsquote verhalten sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher im digitalen Raum unzureichend geschützt. Die Studie verzeichnet einen anhaltenden Trend zur Sorglosigkeit.
Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) hält ihr persönliches Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, für gering oder ausgeschlossen. Dementsprechend informieren sich lediglich 14 Prozent regelmäßig über Cybersicherheit, während 40 Prozent erst dann aktiv nach Informationen suchen, wenn es bereits zu einem Problemfall gekommen ist.
Auch bei der aktiven Prävention gibt es Nachholbedarf. Von 19 vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen sind der Mehrheit lediglich starke Passwörter und Antivirenprogramme überhaupt bekannt, die letztlich von 46 beziehungsweise 40 Prozent genutzt werden. Als Gründe für die mangelnde Absicherung nannten viele ein trügerisches subjektives Sicherheitsgefühl (27 Prozent) oder empfinden die Maßnahmen als zu kompliziert (23 Prozent) und überfordernd (23 Prozent).
Behörde sieht auch Hersteller digitaler Geräte in der Pflicht
Die Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) [externer Link], Claudia Plattner, sieht auch die Unternehmen in der Pflicht, für Cybersicherheit zu sorgen: "Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen."
Für den Cybersicherheitsmonitor befragte das BSI vom 6. bis 12. Januar bundesweit 3.060 Menschen ab 16 Jahren. Die Befragung wurde zusammen mit dem Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) durchgeführt.
Mit Informationen von dpa
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