Papst Leo XIV.  hatte gewarnt: Jetzt erfolgt der Kirchenausschluss der Piusbrüder.
Papst Leo XIV.  hatte gewarnt: Jetzt erfolgt der Kirchenausschluss der Piusbrüder.
Bild
Papst Leo XIV. hatte gewarnt: Jetzt erfolgt der Kirchenausschluss der Piusbrüder.
Bildrechte: picture alliance / ipa-agency | marco iacobucci
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / ipa-agency | marco iacobucci
Audiobeitrag

Papst Leo XIV. hatte gewarnt: Jetzt erfolgt der Kirchenausschluss der Piusbrüder.

Audiobeitrag
>

Piusbrüder: Vatikan reagiert und verhängt Exkommunikation

Piusbrüder: Vatikan reagiert und verhängt Exkommunikation

Papst Leo XIV. hat die traditionalistischen Piusbrüder aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Die Piusbrüder lehnen Teile des reformorientierten Zweiten Vatikanischen Konzils ab. Am Mittwoch hatten sie eigene Bischöfe geweiht.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Der Vatikan hat am Donnerstag den Kirchenausschluss von sechs Bischöfen der traditionalistischen Piusbrüder bestätigt. Der vatikanische Glaubenspräfekt, Kardinal Víctor Fernández, erklärte förmlich die Exkommunikation als Tatstrafe für die unerlaubten Bischofsweihen am Mittwoch im schweizerischen Écône. Der Vorgang sei laut Kirchenrecht ein spalterischer Akt und ziehe automatisch den Kirchenausschluss nach sich. Die Piusbrüder hatten trotz eindringlicher Warnung durch den Vatikan in der Schweiz Bischöfe geweiht – ohne päpstliche Erlaubnis.

Folgen der Exkommunikation

Konkret bedeutet die Exkommunikation für alle Bischöfe der Piusbruderschaft, dass sie nicht mehr zur Gemeinschaft der römisch-katholischen Kirche gehören. Außerdem gelten alle Geistlichen der Piusbruderschaft als Schismatiker. Das von Priestern und Bischöfen gespendeten Sakramente der Buße und die von ihnen begleiteten Eheschließungen sind ab sofort ungültig. Die anderen Sakramente werden unerlaubt gespendet.

Der Vatikan mahnt in dem von ihm veröffentlichten Dekret alle Gläubigen davor, sich der Piusbruderschaft anzuschließen. Auch sie seien dann schismatisch.

Piusbrüder: Schon zum zweiten Mal exkommuniziert

Der Konflikt zwischen der römisch-katholischen Kirche und den Piusbrüdern macht sich an Reformen fest, die Mitte der 1960er Jahre mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingeführt wurden: Die katholische Kirche öffnete sich für einen Dialog mit anderen Religionen auf Augenhöhe, bezog die Gläubigen stärker in die Feier der Messe ein, führte die Landessprache als Gottesdienstsprache ein.

Die Piusbrüder feiern ihre Messe nach altem Ritus ganz auf Latein und lehnen Teile der modernen katholischen Lehre ab. Sie waren 1988 schon einmal aus der katholischen Kirche ausgeschlossen worden. Papst Benedikt XVI. hob 2009 die Exkommunikation auf und erhoffte sich damit, die Streitigkeiten zu beenden und einen Kompromiss zu finden. Das ist gescheitert.

Rund 800 Priester weltweit

Die Piusbrüder sind international organisiert. Seit 1978 unterhalten sie in Zaitzkofen in der Oberpfalz ein internationales Priesterseminar zur Ausbildung. Erst Ende Juni weihten die Piusbrüder dort vor rund 2.000 Anhängern fünf junge Männer zu Priestern.

Mit Informationen von kna und dpa.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

Sie interessieren sich für Themen rund um Religion und Spiritualität? Dann abonnieren Sie hier den Newsletter der Redaktion Religion und Orientierung.