Der polnische Regierungschef Donald Tusk
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Polen: Festnahme wegen geplantem Anschlag auf Premier Tusk

Polen: Festnahme wegen geplantem Anschlag auf Premier Tusk

In Polen ist nach Hinweisen auf einen "möglichen Attentatsversuch" gegen Ministerpräsident Tusk und Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz ein Verdächtiger festgenommen worden. Das EU- und Nato-Land Polen ist ein wichtiger Verbündeter der Ukraine.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Nach einem geplanten Anschlag auf den polnischen Regierungschef Donald Tusk hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Dies gab Innenminister Marcin Kierwinski am Nachmittag auf X bekannt. Der Mann sei in Niederschlesien gefasst worden, sagte der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski. Tusk selbst dankte in einem X-Post den Polizisten für ihr schnelles und entschlossenes Handeln.

Zuvor hatten die Sicherheitsbehörden zudem Hinweise, dass auch Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ein Ziel sein könnte.

Dringlichkeitssitzung im Terror-Abwehrzentrum

An einer umgehend einberufenen Dringlichkeitssitzung im Terror-Abwehrzentrum des Inlandsgeheimdienstes nahmen den Angaben zufolge Vertreter der Polizei, des für den Schutz von Regierungsmitgliedern zuständigen Staatlichen Schutzdienstes und des Inlandsgeheimdienstes teil. "Wir nehmen diese Angelegenheit todernst", sagte ein Sprecher des für die Koordination der Geheimdienste zuständigen Ministers.

Bei den polnischen Sicherheitsbehörden gingen "Monat für Monat, Jahr für Jahr immer mehr Drohungen und beunruhigende Botschaften jeglicher Art" ein, sagte Geheimdienstkoordinator-Sprecher Jacek Dobrzynski vor Journalisten. Bei den aktuell vorliegenden Informationen zu einem möglichen Attentatsversuch gegen Regierungsmitglieder gebe es "eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Drohungen tatsächlich umgesetzt werden könnten".

Tusk erfuhr am Sonntagmorgen von der Gefahr

Regierungssprecher Adam Szlapka sagte dem Sender TVN24, Tusk sei am frühen Sonntagmorgen informiert worden. "Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit." Der Regierungschef habe aber normal weitergearbeitet.

Der pro-europäische Politiker Tusk ist seit Dezember 2023 wieder polnischer Ministerpräsident. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamys ist zugleich Vize-Regierungschef. Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der stärksten Unterstützer der Ukraine und ein wichtiger Umschlagsort für militärische und humanitäre Hilfsgüter für das von Russland angegriffene Land.

Tipp soll beim Personenschutz der Regierung eingegangen sein

Die Information über den geplanten Anschlag soll nach Berichten polnischer Medien zunächst per Mail beim Staatsschutzdienst (SOP) eingegangen sein, der für den Personen- und Gebäudeschutz der Regierung und des Präsidenten zuständig ist. Dieser Dienst habe die Polizei informiert.

Wie der Sender TVN24 berichtete, soll aus dem Bericht der Sicherheitsdienste hervorgehen, dass der Hinweisgeber über soziale Medien Kontakt mit einer radikalen Organisation aufgenommen habe, die Freiwillige für ein Attentat mit Schusswaffen gesucht habe. Der Hinweisgeber habe sich daraufhin mit einem Mann namens Krzysztof getroffen, mit dem er über Waffen, Hass auf die Regierung und geplanten Massenmord gesprochen habe.

Wie die Tageszeitung "Rzeczpospolita" schrieb, soll der Autor der Mail an den Wachschutz nicht der potenzielle Attentäter selbst gewesen sein, kannte aber dessen Pläne.

Polnische Behörden in erhöhter Alarmbereitschaft

Die polnischen Behörden waren in dieser Woche in erhöhter Alarmbereitschaft. In der Region Masowien in Zentralpolen, zu der auch die Hauptstadt Warschau gehört, hatte es innerhalb von vier Tagen drei Messerattacken an Schulen gegeben.

Mit Informationen von dpa und AFP

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