Die Post darf an 20 Standorten in Bayern automatisierte Stationen betreiben – anstelle einer Filiale mit Schalter. Die zuständige Bundesbehörde hat entsprechende Anträge des Unternehmens genehmigt. Das zeigt eine Liste, die die Linke im Bundestag angefragt hat und die BR24 vorliegt. Bundesweit geht es um 89 Standorte.
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Postautomaten in Bayern: von Maisach bis Döhlau
Auf der Liste stehen zum Beispiel diese Kommunen: Maisach in Oberbayern, das niederbayerische Mitterskirchen, Arnschwang in der Oberpfalz, das oberfränkische Döhlau und Lamerdingen im Ostallgäu. Bei den Postautomaten, die dort stehen, kann man Pakete abgeben und abholen, Briefmarken kaufen und Briefe einwerfen – und das rund um die Uhr.
Doch die Linke im Bundestag kritisiert diese Entwicklung – weg von Filialen mit Schalter, hin zu Automaten. Das macht die Münchner Abgeordnete Nicole Gohlke im BR24-Gespräch deutlich: "Sie haben jetzt nicht mehr einen Menschen, mit dem Sie sprechen können, der Ihnen vielleicht auch weiterhilft bei Fragen."
Linke fordert barrierefreien Zugang bei Postdienstleistungen
Automaten können eine solche Dienstleistung in den Augen der Linken-Politikerin nicht ersetzen. Gohlke sieht darin eine Verschlechterung im Postangebot. Dieses muss aus ihrer Sicht von allen Kunden genutzt werden können – auch von Älteren oder Menschen mit Sprachbarrieren.
Die Post selbst bewertet die Automaten anders. Wie eine Unternehmenssprecherin auf BR24-Anfrage betont, ermöglichen sie auch dort eine verlässliche Versorgung, wo die Post keine Filialpartner mehr findet – insbesondere auf dem Land. "Wir bekommen für die Poststation viel Zuspruch von Kommunen", so die Firmensprecherin. Auch die Kundschaft schätze solche Automaten, unter anderem wegen der ständigen Verfügbarkeit.
Postautomat im Ostallgäu wird gut angenommen
In Lamerdingen bestätigt man das. "Die Bürger haben ein sehr gutes Feedback abgegeben", sagt Bürgermeister Manuel Fischer (parteilos) im BR24-Interview. Sonst müssten die Menschen aus der Ostallgäuer Gemeinde ins zehn Kilometer entfernte Buchloe fahren, um dort Pakete abzuholen. Kurze Wege und die Möglichkeit, Postsachen unabhängig von Öffnungszeiten zu erledigen: Fischer sieht darin eine Erleichterung im Alltag.
Eine nicht-repräsentative Umfrage des BR24-Reporters unter Anwohnern liefert ebenfalls Hinweise, dass der Postautomat zumindest in Lamerdingen gut angenommen wird. "Ich finde das super", sagt eine Kundin. Zentrales Argument auch aus ihrer Sicht ist, dass durch den Postautomaten am Wohnort lange Fahrten entfielen. Eine andere Anwohnerin äußert sich dazu, ob der Automat wirklich für alle gut handzuhaben sei: "Heutzutage ist soviel digitalisiert – da sind wir schon dran gewöhnt."
Postautomaten können offiziell als Filiale anerkannt werden
Eigentlich muss die Post flächendeckend Filialen betreiben. Oft sind damit auch Postschalter in einem Supermarkt oder in einem Kiosk gemeint. Automaten stellt das Unternehmen schon länger auf, auch in anderen Bundesländern. Bisher wurden sie aber nicht als Filialen eingestuft.
Seit vergangenem Jahr ist das anders – wegen einer gesetzlichen Neuregelung. Und diese nutzt die Post jetzt. Aktuell betreibt das Unternehmen bundesweit rund 1.000 Poststautomaten, 89 davon hat die zuständige Bundesbehörde mittlerweile als Filialersatz anerkannt. Und: Weitere Genehmigungsanträge sind auf dem Weg.
Zum Audio: Wie kommt der Postautomat bei den Menschen an?
Poststation in Lamerdingen
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