(Symbolbild) Ausweis der Deutschen Rentenversicherung und ein Steuerformular
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(Symbolbild) Laut einem "Bild"-Bericht will die Rentenkommission empfehlen, das reguläre Rentenalter ab 2040 schrittweise zu erhöhen.
Bildrechte: pa/SZ Photo/Wolfgang Filser
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(Symbolbild) Laut einem "Bild"-Bericht will die Rentenkommission empfehlen, das reguläre Rentenalter ab 2040 schrittweise zu erhöhen.

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Rente mit 70? Was auf die jüngere Generation zukommen könnte

Rente mit 70? Was auf die jüngere Generation zukommen könnte

Aufregung um die geplante Rentenreform: Laut einem "Bild"-Bericht will die zuständige Kommission der Bundesregierung empfehlen, das reguläre Rentenalter ab 2040 schrittweise zu erhöhen. Die Expertinnen und Experten dementieren. Der Stand der Dinge.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Deutschland steht vor einer großen Renten-Reform – das hat die schwarz-rote Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) mehrfach angekündigt. Die Empfehlungen werden derzeit von einer Rentenkommission erarbeitet, die sich Stillschweigen verordnet hat. Jetzt sorgt ein "Bild"-Bericht für Schlagzeilen, in dem es um die vermeintliche Einigung bei einem zentralen Streitpunkt geht. Die Behauptungen, die Reaktionen – und alles Wichtige zum Stand der Reform.

Was genau steht im aktuellen "Bild"-Bericht?

Die "Bild"-Zeitung berichtet (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt), die Kommission wolle empfehlen, schrittweise das Renteneintrittsalter von 67 auf 70 anzuheben – ab dem Jahrgang 1990 solle man demnach in der Regel mit 70 Jahren in Rente gehen. Heißt: Betroffen von einer solchen Maßnahme wären vor allem die heutigen Mitdreißiger und jüngere Menschen. Aber: Schon davor käme der Rentenstart für viele später als mit 67, abhängig vom Geburtsjahr.

Nach dem Jahr 2031 soll laut dem "Bild"-Bericht zudem das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente sinken, von derzeit 48 auf 46 Prozent. Die Rente würde dann im Verhältnis zum Durchschnittslohn etwas niedriger ausfallen als heute. Das würde Menschen betreffen, die ab 2031 in Rente gehen.

Wie reagiert die Rentenkommission darauf?

Mehrere Mitglieder des Expertengremiums (externer Link) dementierten sofort, dass man bereits beschlossen habe, eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters von 67 auf 70 zu empfehlen. Es handle sich lediglich um ein "Szenario". Es dauere noch ein paar Wochen, bis das Gremium seine Vorschläge vorlegen werde, hieß es.

Die Kommission arbeitet seit dem Winter an Vorschlägen, um die Rente langfristig zu finanzieren. Die Bundesregierung will sich an den idealerweise im Konsens erarbeiteten Vorschlägen orientieren. Das Expertengremium arbeite aber "frei von Weisungen". Neben acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind drei Vertreter der Regierungskoalition dabei.

Wie realistisch ist die "Rente mit 70"?

Viele Fachleute sind sich einig, dass das Renteneintrittsalter wegen geburtenschwächerer Jahrgänge und der "Boomer-Delle" auf dem Arbeitsmarkt perspektivisch steigen muss. Jedenfalls, solange nicht auf der anderen Seite ein deutlich niedrigeres Rentenniveau oder deutlich höhere Beiträge stehen sollen. Klar ist: Wenn Menschen länger einzahlen, käme auch mehr Geld in die Rentenkasse.

Gewerkschaften, SPD und Linke, die AfD sowie viele Sozialverbände lehnen die "Rente mit 70" ab. Bei CDU und CSU sind viele generell offen für diesen Schritt. Allerdings gilt wie oft in der Politik: Unpopuläre Maßnahmen, auch wenn sie finanzpolitisch richtig sein mögen, verordnet niemand gerne. Angesichts der SPD-Position wäre es ohnehin ein sehr weiter Weg bis zu einer schwarz-roten Einigung.

Wie sind die (vorsorglichen) Reaktionen darauf?

Die Linke sprach nach dem "Bild"-Bericht von einer "Wunschliste der Union". Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, bezeichnete die möglichen Maßnahmen als "Schlag ins Gesicht vor allem der jüngeren Generation". Aus der FDP und von einigen Wirtschaftsverbänden kamen dagegen positive Signale.

Welche Maßnahmen diskutiert die Kommission noch?

Die Rentenkommission soll ein Gesamtpaket erarbeiten und diskutiert deshalb über viele weitere mögliche Maßnahmen. Zum Beispiel:

  • ein mögliches Aus für die – ohnehin umstrittene – "Rente mit 63"
  • höhere Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung (aktuell 18,6 Prozent, hälftig gezahlt von Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
  • Renten künftig an die Inflation koppeln statt an die Lohnentwicklung
  • Beamte und Freiberufler einbeziehen
  • zusätzliche Anreize für längeres Arbeiten

Wann kommt die finale Reform?

Die Rentenkommission will ihre Vorschläge in vier bis fünf Wochen vorstellen, also Ende Juni. Bis zum Sommer wolle man die Eckpunkte einer Rentenreform "einvernehmlich in der Koalition festgelegt haben, mehr oder weniger", sagte Bundeskanzler Merz am Dienstag. Einen Gesetzentwurf werde es "sicherlich erst im Herbst geben können".

Bedeutet: Bis auch das parlamentarische Verfahren abgeschlossen ist, dürfte es bis ins Jahr 2027 dauern. Die meisten Maßnahmen dürften erst ab den 2030er-Jahren greifen.

Rentensystem: Was ist das grundlegende Problem?

Die arbeitende Bevölkerung zahlt mit ihren Beiträgen die laufenden Renten der früheren Arbeitnehmer – das ist die Grundidee des deutschen Rentensystems. Aber: Die Menschen leben im Schnitt länger als früher, die absolute Zahl der Rentnerinnen und Rentner steigt. Gleichzeitig werden weniger Kinder geboren als früher. Schon jetzt muss der Staat deshalb jährlich viel Geld "zuschießen".

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