Ein russisches Kriegsschiff hat einem Bericht zufolge im Ärmelkanal einen Warnschuss auf eine Jacht abgegeben. Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf ungenannte Quellen meldete, soll es sich bei dem Schiff um die Fregatte "Admiral Grigorowitsch" handeln.
Das Kriegsschiff soll zu dem Zeitpunkt am späten Vormittag zwischen der britischen Isle of White und der Küste der französischen Region Normandie unterwegs gewesen sein. Die Jacht soll dem russischen Schiff demnach zu nahe gekommen sein.
Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte: "Wir untersuchen Berichte über einen Vorfall im Ärmelkanal." Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des Ukraine-Kriegs.
Ministerium in Moskau bestätigt Warnschuss
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte indes den Vorfall. Eine unter britischer Flagge fahrende Segelyacht habe sich der Fregatte "Admiral Grigorowitsch" gefährlich genähert. Die russische Besatzung habe zunächst Signalraketen abgefeuert und akustische Signale abgegeben, "um die Aufmerksamkeit der Yacht-Besatzung zu erlangen".
"Trotz dieser Maßnahmen hat das Schiff seine gefährliche Annäherung fortgesetzt", erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau weiter. Der Kommandeur der russischen Fregatte habe deswegen entschieden, mit Waffen kleinen Kalibers "in Richtung des Schiffs zu schießen". Daraufhin habe die Yacht mit dem Namen "Bright Future" ihren Kurs geändert und sich vom russischen Kriegsschiff entfernt.
Russland will mit Schattenflotte Sanktionen umgehen
Erst vor einigen Tagen stoppte die britische Marine einen Öltanker im Ärmelkanal, der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird. Experten zufolge soll die Präsenz russischer Kriegsschiffe von einem derartigen Vorgehen abschrecken.
Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die Sanktionen von westlichen Unterstützern der Ukraine zu umgehen. Nach britischen Angaben handelt es sich um mehr als 700 Schiffe, die unter der Flagge verschiedener Staaten fahren und russische Ölexporte transportieren.
Beschluss beim G7-Gipfel: Mehr Sanktionen
Indes haben Staats- und Regierungschefs beim G7-Gipfel in Evian beschlossen, den Druck auf Russland mit weiteren Sanktionen zu erhöhen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, ausgesetzte Sanktionen gegen russische Ölexporte wieder in Kraft setzen zu wollen, und forderte Kremlchef Wladimir Putin zu Verhandlungen auf. Zugleich stellten die G7 zusätzliche Militärhilfen für die Ukraine in Aussicht, während Großbritannien und Kanada neue Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte ankündigten.
Mit Informationen von dpa und AFP.
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