Ein Mann versucht in der Nacht, die Flammen eines Feuers bei Mirto einzudämmen.
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Ein Mann versucht in der Nacht, die Flammen eines Feuers bei Mirto inzudämmen.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Alberto Lo Bianco
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Schwere Waldbrände in Südwesteuropa und auf Sizilien

Schwere Waldbrände in Südwesteuropa und auf Sizilien

Hitzewellen und ausgetrocknete Vegetation bilden in Süd- und Südwesteuropa aktuell eine im wahrsten Sinne des Wortes explosive Mischung. Auf Sizilien etwa herrschen bis zu 46 Grad und Wüstenwinde fachen Waldbrände immer weiter an.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

In Spanien, Frankreich und Italien ist die Feuerwehr gegen immer neue Waldbrände im Dauereinsatz. Die Flammen breiten sich auf riesigen Flächen aus. Wetterlagen mit anhaltender Trockenheit und Hitze, die wegen des Klimawandels häufiger werden, begünstigen oft in Kombination mit starkem Wind den Ausbruch der Feuer.

Stromausfälle in Palermo

Auf Sizilien etwa breiten sich immer mehr Waldbrände aus. Die Feuer werden nach Angaben der Rettungsdienste durch den heißen Wüstenwind Scirocco angefacht, der aus dem nahegelegenen Afrika übers Mittelmeer auf Italiens größte Insel gelangt. Die Feuerwehr war an verschiedenen Orten die Nacht über mit vielen Kräften im Einsatz. Mehrere Straßen sind blockiert.

In der Gemeinde Santo Stefano im Hinterland der Inselhauptstadt Palermo wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht, weil die Flammen zu nahe an der Ortschaft waren. In Palermo selbst fiel in der Nacht mehrfach der Strom aus. Über mehreren Vierteln der Großstadt hingen am Morgen dichte Rauchwolken. Die höchste gemessene Temperatur auf der Insel lag am Dienstag bei 46,2 Grad.

Nahe Madrid sind 1.200 Menschen auf der Flucht

Auch in Spanien spitzt sich die Lage weiter zu. Das seit Donnerstag rund 60 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Madrid wütende Feuer breitet sich sehr schnell aus. Inzwischen seien 26.000 Hektar verbrannt, teilte der regionale Regierungschef der autonomen Region Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, mit. Das ist doppelt so viel wie noch am Sonntag und entspricht in etwa der Fläche von 36.000 Fußballfeldern.

García-Page sprach von dem schlimmsten Waldbrand in der Geschichte der Region. Dort mussten inzwischen jedoch rund 1.200 Menschen aus 30 gefährdeten Ortschaften evakuiert werden, wie García-Page sagte. Die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Waldbrandes, der einen Umfang von 120 Kilometern habe, würden noch einmal verstärkt.

Verdorrte Vegetation wirkt als Zunder

Vor allem der starke Wind von rund 50 Kilometern pro Stunde fache die Flammen bisher unaufhaltsam an. Die Feuerwand fresse sich mit einer Geschwindigkeit von teilweise vier Kilometern pro Stunde voran, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE. 

Da es im vergangenen Winter und Frühjahr in Spanien sehr viel Regen gab, wurde das Wachstum von Gräsern, Gestrüpp und Unterholz stark begünstigt. Diese brennbare Biomasse wirkt nun verdorrt durch die Hitze des Sommers wie Zunder in den Wäldern. Eine weitere erwartete Hitzewelle ab Dienstag mit Temperaturen um die 40 Grad droht die Lage weiter zu verschärfen. Hunderte Einsatzkräfte sind am Boden damit beschäftigt, mit schwerem Gerät Brandschneisen anzulegen und die Flammen so einzudämmen.

Zahlreiche Fälle von Brandstiftung in Frankreich

In Frankreich kämpft die Feuerwehr im Süden des Landes und auf der Mittelmeerinsel Korsika weiter gegen mehrere Brände. Im Süden und Südosten Europas wird derweil eine neue Hitzewelle erwartet. Im bergigen Hinterland von Saint-Tropez in Frankreich waren 360 Wehrleute im Einsatz gegen einen am Sonntag ausgebrochenen Vegetationsbrand. Der Bahnverkehr in der Region wurde unterbrochen. Am Sonntagabend strandete ein aus Nizza kommender TGV-Zug mit 800 Reisenden im Bahnhof der Kleinstadt Les Arcs, weil eine Weiterfahrt unmöglich war.

Für 27 Departements in Frankreich warnte der staatliche Wetterdienst Météo France vor einer erhöhten Waldbrandgefahr. Wie Innenminister Laurent Nuñez dem Sender France Inter sagte, sind seit Jahresbeginn schon fast 40.000 Hektar Naturfläche von Bränden zerstört worden, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum oder im besonders von Bränden geprägten Jahr 2022. Landesweit seien 111 Menschen wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen worden, die meisten hätten die Vorwürfe eingeräumt.

Mit Informationen der dpa

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