Feuerwehrleute kämpfen in Spanien gegen Flammen. (Symbolbild)
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Tote und Verletzte nach gewaltigem Waldbrand in Andalusien

Tote und Verletzte nach gewaltigem Waldbrand in Andalusien

Bei einem großen Waldbrand in Südspanien sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Einige der Opfer wurden tot in ihren Autos entdeckt. Zudem wurden mehrere Menschen verletzt. Ursache des Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Bei einem schweren Waldbrand im südspanischen Andalusien sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Das teilten die spanischen Behörden am Freitag mit. Der TV-Sender RTVE sprach vom "tödlichsten Waldbrand des 21. Jahrhunderts" im beliebten Urlaubsland. Da 23 Personen vermisst werden, steht die genaue Totenzahl jedoch nicht fest.

Das Feuer war am Donnerstagnachmittag in der Nähe von Almería ausgebrochen. Rund 150 Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen. Man vermute, dass unter den Toten auch Ausländer seien, möglicherweise Briten und Belgier, aber man müsse die Identifizierung der Opfer abwarten, erklärte der regionale Gesundheitsminister Antonio Sanz. 

Gewaltiges Feuer in Provinz Almería

Die Winde hätten mittlerweile nachgelassen, was die Löscharbeiten nun begünstigen könnte, hieß es in den Nachrichten am Freitag. Auf Fernsehbildern war zu erahnen, wie gewaltig das Feuer in der Provinz Almería sein muss: Über der waldreichen Gegend zeichneten sich die orangefarbenen Flammen in großer Breite ab.

Die Regionalbehörden lösten Notfallalarm aus und kündigten an, dass auch eine auf derartige Krisensituationen trainierte Spezialeinheit der Armee "in den kommenden Stunden" vor Ort sein werde. Mehrere Straßen rund um den besonders betroffenen Ort Bédar wurden gesperrt.

Menschen in Autos verbrannt

Es sei ein Feuer bislang nie dagewesenen Ausmaßes, sagte der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Los Gallardos, Francisco Miguel Reyes, im Staatsfernsehen RTVE. Einige der Opfer seien in ihren Fahrzeugen von den Flammen eingeschlossen worden und verbrannt. Etwa zehn Menschen wurden RTVE zufolge verletzt und einige von ihnen in Krankenhäuser gebracht. Der Brand erreichte auch Straßen: So musste laut RTVE ein Abschnitt der Autobahn 7 gesperrt werden.

Stromleitung fällt auf ausgetrockneten Boden

Ursache des Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in völlig ausgetrocknete Vegetation fiel. Die Rettungskräfte hatten eigenen Angaben zufolge mehr als 150 Anrufe von Zeugen, die angaben, dass "ein herabgefallenes Kabel den Brand ausgelöst habe". Das Unglück habe sich an einer Fernstraße ereignet, die Flammen hätten sich "rasch auf das Waldgebiet nahe der Straße ausgebreitet". Bestätigt werden konnten diese Berichte der Anrufer nach Behördenangaben zunächst nicht.

Mehrere Ortschaften evakuiert

Mehr als 1.000 Menschen mehrerer Ortschaften wurden evakuiert und in Notzelte in benachbarten Orten gebracht. Auch ein Campingplatz, der bislang von den Flammen verschont blieb, wurde vorsorglich geräumt. 400 teils ältere Menschen seien mit Hilfe des Rettungsdienstes an sichere Orte gebracht worden, hieß es. Laut Behördenangaben werden noch mehrere Menschen vermisst.

Politiker drücken Bestürzung aus

Der regionale Gesundheitsminister Antonio Sanz sprach von einer "beispiellosen Tragödie". Es sei der Waldbrand "mit den bislang schwersten Folgen" in Andalusien. "Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen."

"Tiefe Trauer und Bestürzung über die verheerenden Folgen des Brandes in der Provinz Almería", erklärte auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Im Onlinedienst "X" rief er die Bevölkerung in der Region zugleich zu "großer Vorsicht" auf.

Spanien besonders von Waldbränden betroffen

Experten beklagten unterdessen erneut mangelnde Präventionsmaßnahmen. Sie sprechen von einer vermeidbaren Tragödie. Bewohnte Gebiete ließen sich ohne größere Ausgaben besser schützen, behaupteten gleich mehrere Forstexperten und erfahrene Brandbekämpfer in RTVE unisono.

In Spanien wütet derzeit eine ganze Reihe von Waldbränden. Seit Jahresbeginn haben dort großflächige Feuer bereits mehr als 50.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) zeigen.

Spanien ist besonders stark von der globalen Erwärmung betroffen. Seit einigen Jahren gibt es regelmäßig lang anhaltende Hitzewellen, die bereits im Frühjahr beginnen und bis in den Sommer hineinreichen. Dabei werden teils Temperaturen von über 40 Grad Celsius erreicht, was verheerende Brände begünstigt. Bei den mehr als 8.000 Bränden im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Innenministeriums acht Menschen ums Leben.

Mit Informationen von dpa und AFP.

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