Ein Flugzeug (Airbus A321-200) der Lufthansa steht am Flughafen München auf dem Vorfeld.
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Ein Flugzeug (Airbus A321-200) der Lufthansa steht am Flughafen München auf dem Vorfeld.
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Tarifkonflikt bei der Lufthansa - Streiks gehen weiter

Tarifkonflikt bei der Lufthansa - Streiks gehen weiter

Im Tarifkonflikt muss die Lufthansa nach dem Pilotenstreiks direkt den nächsten Ausstand verkraften. Die Vereinigung Cockpit setzt den Pilotenstreik am Dienstag fort, ab Mittwoch streikt dann das Kabinenpersonal für zwei Tage.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Der Tarifkonflikt bei Lufthansa spitzt sich zu: Am zweiten Tag des Pilotenstreiks fallen heute auch in München wieder zahlreiche Flüge aus. Ab Mittwoch schließt sich dann nahtlos das Kabinenpersonal an und legt die Arbeit nieder.

Hunderte Flüge abgesagt

Vom Pilotenstreik sind laut Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) weiterhin die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline betroffen. Die Pilotinnen und Piloten des Ferienfliegers Eurowings hingegen sollten heute ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Allein an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München musste Deutschlands größte Fluggesellschaft für Dienstag mehr als 900 Starts und Landungen absagen, auch Piloten der Luftfracht-Tochter Lufthansa Cargo legten die Arbeit nieder. Starts des am Montag erstmals bestreikten Lufthansa-Ferienfliegers Eurowings fanden hingegen in Berlin, Düsseldorf und weiteren Flughäfen wieder planmäßig statt. Im Streit um die Betriebsrenten der Piloten wurde auch die Lufthansa Cargo bestreikt. 

Die Lufthansa hat Passagiere, die von Flugstreichungen oder Umbuchungen betroffen waren per E-Mail über die aktuelle Situation informieren. Außerdem riet die Airline, den Status des gebuchten Fluges auf lufthansa.com (externer Link) zu prüfen.

Pilotenstreik: Fronten wegen betrieblicher Altersvorsorge verhärtet

Cockpit-Gewerkschaftspräsident Andreas Pinheiro sagte in Frankfurt, die Betriebsrente der Lufthansa-Piloten sei im Vergleich zu den Konkurrenten Air France und KLM "unfassbar weit abgeschlagen". Die Spanne liege bei der Lufthansa zwischen 2.000 und 5.000 Euro monatlich. Lufthansa-Personalchef Niggemann nannte die Altersversorgung hingegen exzellent im Vergleich zu den anderen Airlines der Gruppe wie auch zu europäischen Wettbewerbern. Das Unternehmen beziffert die Betriebsrente langjähriger Vollzeitbeschäftigter auf 5.400 Euro durchschnittlich, die zur gesetzlichen Rente von rund 3.000 Euro hinzukommen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigte sich von dem Arbeitskampf unbeeindruckt. "Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt).

Streiks gehen weiter

Jeder Streiktag zwingt mehrere zehntausend Passagiere, ihre Reisepläne zu ändern. Es handelt sich bereits um die dritte Streikrunde der Piloten im laufenden Jahr. Die Mitglieder der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) wollen sich ab Mittwoch nahtlos für zwei Tage ihren Pilotenkollegen anschließen. Sie hatten bereits vergangenen Freitag gestreikt. UFO will während des Festakts zum 100. Jahrestag der Firmengründung in Frankfurt am Main am Mittwoch vor dem neuen Besucherzentrum bei der Konzernzentrale eine Kundgebung abhalten.

Flugbegleiter fordern bessere Arbeitszeitentlastungen

UFO will mit dem Arbeitskampf Druck auf die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag bei der Lufthansa ausüben. Davon betroffen sind alle Abflüge der Deutschen Lufthansa von den Flughäfen Frankfurt und München - und alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Sie fordert Arbeitszeitentlastungen für die rund 18.000 Stewards und Stewardessen.

Bei der Cityline hingegen geht es um einen Sozialplan für die rund 800 Flugbegleiter, da die Airline im kommenden Jahr eingestellt werden soll.

Kritik am Streik

Der Flughafenverband ADV kritisierte das Ausmaß des Arbeitskampfs, der Hunderttausende Reisende und große Teile der deutschen Wirtschaft treffe. "Tausende gestrichene Flüge führen innerhalb kürzester Zeit zu Verlusten in Millionenhöhe – mit direkten Auswirkungen auf Flughafenbetreiber, Dienstleister und Beschäftigte", erklärte der Verband. ADV-Chef Ralph Beisel bekräftigte die Forderung, das Streikrecht im Luftverkehr einzuschränken, da viele unbeteiligte Dritte getroffen werden. "Die Bundesregierung ist gefordert, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tarifautonomie und Gemeinwohl sicherzustellen."

Mit Informationen von Reuters und dpa

BR24 auf Instagram: Lufthansa-Piloten streiken

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