Bei Kälte, Schnee und Nebel hat ein schwer verletzter Bergsteiger in Tirol eine ganze Nacht am Berg ausharren müssen – und überlebt. Der Wanderer war am Dienstagmorgen allein zu einer Wanderung nahe Holzgau unweit der bayerischen Grenze aufgebrochen. Wie die österreichische Polizei berichtet, stürzte er auf rund 2.200 Metern Höhe.
Als der 44-jährige Mann aus Ettlingen in Baden-Württemberg am Abend nicht in seine Unterkunft zurückkehrte, alarmierte der Wirt die Einsatzkräfte. Ein Großaufgebot an Helfern rückte aus. Polizeibeamte, Feuerwehrleute sowie Bergretter mit Suchhunden und Drohnen waren im Einsatz.
Retter entdecken Mann schwer verletzt in Schneefeld
Die Aktion blieb zunächst aber erfolglos. Mit Einsetzen der Dunkelheit musste der Einsatz unterbrochen werden, wie die Polizei mitteilte. Schlechtes Wetter behinderte die Suche zudem. Als sich der Nebel vorübergehend lichtete, konnte ein Hubschrauber am Mittwochmorgen mehrere Teams im Suchgebiet absetzen.
Die fanden dann den Schwerverletzten bei einem Bergsattel in einem Schneefeld. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Wanderer im Gebiet des 2.388 Meter hohen Strahlkopfes über eine sehr steile und felsige Bergflanke abgestürzt war.
"Es muss Schutzengel geben"
"Dass der Bergsteiger die Nacht unter diesen Bedingungen überlebt hat, grenzt für alle Beteiligten an ein Wunder", schrieben die Bergretter auf Facebook. "Es muss Schutzengel geben, anders ist es nicht erklärbar, dass man mit solchen Verletzungen eine Nacht bei diesen Temperaturen und Schneefall im Freien überlebt", erklärten auch die beteiligten Flugretter. Nach Angaben der Flugrettungsgesellschaft ARA hatte es dort in der Nacht etwa null Grad.
Der Mann war den Angaben zufolge ansprechbar, doch er konnte sich nicht an den Unfallhergang erinnern, wie es von der Polizei hieß. Er wurde mit einem Helikopter in eine Klinik im bayerischen Murnau geflogen.
Mit Informationen von dpa
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