Am Montag läuft das Ultimatum der USA an den Iran aus. Wenige Stunden also nur noch für die Führung in Teheran, einem Friedensabkommen zuzustimmen oder die Straße von Hormus zu öffnen. Der Schiffsverkehr durch die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meeresenge liegt für Schiffe, denen der Iran eine Nähe zu den USA oder Israel vorwirft, weiterhin größtenteils still. Wie ernst es der US-Präsident mit diesem Ultimatum meint, hat er nun erneut bekräftigt.
Am Mittwoch drohen Angriffe auf Kraftwerke
"Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen", schrieb er in einem Post am Ostersonntag auf seiner Plattform Truth Social.
Wieder drohte er mit neuen Angriffen, sollte der Iran nicht einlenken. "Am Dienstag [Mittwoch, MEZ] ist im Iran gleichzeitig Tag des Kraftwerks und Tag der Brücke. Das wird ein unvergessliches Erlebnis!" schrieb Trump. Bereits am Samstag hatte er einen inhaltlich ähnlichen, aber bei weitem nicht so beleidigend formulierten Post abgesetzt. Zuvor hatte Trump Teheran Montag als Frist genannt, bis zu der eine Einigung erzielt werden müsse.
Die Infrastruktur im Iran ist bereits hart getroffen worden. Am Donnerstag wurde die höchste Autobahnbrücke des Landes und eine wichtige Verbindung für Pendler bei US-Angriffen schwer beschädigt. "Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören", hatte Trump kurz zuvor in seiner Rede an die Nation angekündigt.
Der Iran warf Trump die Planung von Kriegsverbrechen vor. Dies sei eine "direkte und öffentliche Aufforderung zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung und ein eindeutiger Beweis für die Absicht, Kriegsverbrechen zu begehen", teilte die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen am Sonntag auf der Plattform X mit. "Die internationale Gemeinschaft und alle Staaten sind rechtlich verpflichtet, solche grausamen Kriegsverbrechen zu verhindern. Sie müssen jetzt handeln. Morgen ist es zu spät."
US-Soldat gerettet
Der Abschuss eines US-Kampfjets über dem Iran hatte Trump zuvor beinahe in Bedrängnis gebracht. Ein verunglückter Waffenoffizier konnte von Spezialkräften bei einem hochriskanten Kommandoeinsatz gerettet werden. "Wir haben ihn", schrieb Trump auf Truth Social in Großbuchstaben. Zuvor war auch der Pilot in Sicherheit gebracht worden.
Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte Teheran das nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen.
Bei der offenbar komplizierten Rettungsmission haben die USA einiges an Ausrüstung verloren. Ein regionaler Geheimdienstoffizier erklärte laut Medienberichten, man habe zwei Transportmaschinen – vermutlich Hubschrauber – sprengen müssen, damit diese nicht in iranische Hände fielen.
Teheran nimmt Energieanlagen in Bahrain ins Visier
Unterdessen greift der Iran weiter Ziele im arabischen Raum an. Im Golfemirat Bahrain meldete das staatliche Öl- und Gasunternehmen Bapco Energies einen Brand in einem Lager infolge eines iranischen Drohnenangriffs am Morgen. Auch das Unternehmen Gulf Petrochemical Industries Company (GPIC) in Bahrain bestätigte, dass mehrere ihrer Betriebsanlagen am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) Ziel eines iranischen Drohnenangriffs wurden, wie die Staatsagentur BNA berichtete.
Davor hatte das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate gemeldet, iranische Raketen und Drohnen abzufangen. Die VAE sind von den Golfstaaten, in denen US-Truppen stationiert sind, am stärksten von Angriffen betroffen, mit denen der Iran auf Angriffe der USA und Israels reagiert.
Elf Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
Derweil wurden bei israelischen Luftangriffen im Libanon nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums am Sonntag mindestens elf Menschen getötet. Bei einem Beschuss des Dorfes Kfarhata im Süden des Landes sterben demnach sieben Menschen, darunter ein vierjähriges Kind. Ein weiterer Angriff auf ein Viertel in der Hauptstadt Beirut tötet vier Menschen und verletzt 39 weitere, teilt das Ministerium mit. Zudem meldet die libanesische Armee den Tod eines Soldaten durch einen israelischen Angriff im Südlibanon. Die Gesamtzahl der Toten im Libanon seit Beginn des Krieges steigt den Behörden zufolge auf 1461.
Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters
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