Der Lufthansa-Konzern befürchtet, dass es im Falle eines länger anhaltenden Kriegs in Nahost zu Engpässen bei der Kerosin-Versorgung kommen könnte. "Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig", sagte Grazia Vittadini, Vorständin für Technik, IT und Innovation, der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht.
"Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden", sagte die Managerin. Weil die Straße von Hormus seit Beginn des Iran-Kriegs nicht mehr sicher zu passieren ist, führen Lieferengpässe schon jetzt zu einem drastischen Anstieg der Kerosinpreise, teilweise um mehr als 100 Prozent.
Die Airlines der Lufthansa-Gruppe seien dagegen nur teilweise abgesichert, so Vittadini. "Für unsere Passagier-Airlines wird der Ölpreisanstieg durch eine Absicherungsquote von 80 Prozent des Treibstoffbedarfs im laufenden Jahr noch weitgehend abgepuffert. Aber natürlich treffen auch uns die steigenden Kerosinpreise."
Auswirkungen des Kriegs auf den Luftverkehr
Der Iran-Krieg hat den internationalen Luftverkehr deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Neben den hohen Kerosinpreisen sind kaum noch nutzbare Drehkreuze am arabischen Golf und ein deutlich verringertes Flugangebot in Richtung Asien die unmittelbaren Folgen. Experten gehen davon aus, dass sich Passagiere deshalb auf steigende Ticketpreise einstellen müssen.
Straße von Hormus weitgehend gesperrt
Die Straße von Hormus ist für den globalen Gas- und Öltransport sehr wichtig. Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar kam die Schifffahrt durch die Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Energiepreise sind in der Folge weltweit stark gestiegen.
Zuletzt konnten nur wenige Schiffe die Straße von Hormus passieren. Die Türkei teilte am Samstag mit, dass zwei von insgesamt 15 Schiffen unter türkische Flagge, die in der Nähe der Straße von Hormus auf die Durchfahrt warten, diese passieren dürfen. Das sagte der türkische Verkehrsminister Abdülkadir Uraloğlu dem Sender CNN Türk. Die Türkei verhält sich im Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran neutral und bemüht sich um eine diplomatische Lösung des Konflikts.
Mit Informationen von Reuters und dpa
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