Wahl in Sachsen-Anhalt: Entscheidung an der Hürde?
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Umfrage für Sachsen-Anhalt: AfD legt zu, keine absolute Mehrheit

Umfrage für Sachsen-Anhalt: AfD legt zu, keine absolute Mehrheit

42 zu 22 Prozent: In Sachsen-Anhalt vergrößert die AfD den Abstand zur CDU, die auf ein historisches Tief absackt. Das geht aus der letzten ARD-Umfrage vor der Wahl am 6. September hervor. Für eine AfD-Alleinregierung würde es so aber nicht reichen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Elf Tage bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – jetzt liegen die letzten Umfrage-Ergebnisse von Infratest dimap für die ARD vor. Sie sind eine Momentaufnahme, bis zum 6. September kann es noch viel Bewegung geben. Die aktuelle Sonntagsfrage zeigt: Die CDU, die in Sachsen-Anhalt seit 2002 den Ministerpräsidenten stellt, käme bei einer Wahl derzeit auf 22 Prozent (Landtagswahl 2021: 37,1 Prozent). Sie fiele damit auf einen historischen Tiefstand. Im Vergleich zum Sachsen-AnhaltTREND Ende Juli verlieren die Christdemokraten unter Regierungschef Sven Schulze nochmals (-2).

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Sonntagsfrage zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, August 2026

AfD baut Spitzenposition aus

Die AfD hätte derzeit Aussicht auf 42 Prozent (+1 zu Juli), womit sie ihre Wählerunterstützung von 2021 (20,8 Prozent) verdoppeln und bundesweit ihr bestes Ergebnis bei Landtagswahlen erzielen würde. Die Linke käme aktuell auf 11 Prozent (-2 zu Juli), die SPD auf 8 Prozent (+1), während die Grünen mit 6 Prozent (+1) rechnen könnten. Alle drei Parteien bewegen sich damit etwa auf dem Niveau von 2021.

Das 2024 gegründete BSW würde derzeit mit 4 Prozent an der Fünfprozenthürde scheitern, ebenso die FDP mit 3 Prozent. Vor fünf Jahren war die FDP noch mit 6,4 Prozent in den Landtag gekommen. Alle übrigen Parteien kämen aktuell zusammen auf 4 Prozent.

Schwierige Regierungsbildung

Wären die Grünen tatsächlich im künftigen Landtag, würde es auf Basis der Umfragezahlen für die AfD nicht zur absoluten Mehrheit der Mandate reichen. Auf der anderen Seite wäre Ministerpräsident Schulze (CDU) für Regierungsgeschäfte ohne AfD-Einbindung auf die Unterstützung aller übrigen Landtagsparteien angewiesen.

Die CDU müsste also die Linke in eine Koalition holen oder sich von ihr tolerieren lassen. Das hat die CDU bislang ebenso ausgeschlossen wie eine Zusammenarbeit mit der AfD. Der Zuspruch für eine Einbindung der Linken in die Regierungsgeschäfte ist allerdings gering. Nur ein knappes Drittel (32 Prozent) der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt bewertet eine von der Linken unterstützte CDU-geführte Landesregierung positiv, sechs von zehn sehen das kritisch (59 Prozent).

Diesen unübersichtlichen Kräfteverhältnissen entsprechen weitgehend gleich große Unterstützergruppen für einen Regierungswechsel zugunsten der AfD und für eine Fortführung CDU-geführter Landesregierungen. 42 Prozent (-2 zu Juli) favorisieren für die Zeit nach der Wahl eine AfD-geführte, 41 Prozent (-2 zu Juli) eine CDU-geführte Landesregierung. Für eine weiterhin CDU-geführte Landesregierung sprechen sich neben den CDU-Anhängern (96 Prozent) mehrheitlich auch die Anhänger von SPD (89), Grünen (94) und Linken (72) aus.

Schulze vs. Siegmund: Gespaltenes Land

In der Frage der personellen Besetzung des Ministerpräsidentenamtes ist das Meinungsbild ähnlich gespalten. Auf Ulrich Siegmund von der AfD setzen 41 Prozent, auf Amtsinhaber Schulze 39. Einen Ministerpräsidenten Schulze wünschen sich neben den CDU-Anhängern (89 Prozent) die Wähler von SPD (78), Grünen (92) und Linken (74).

Beide Bewerber um das Ministerpräsidentenamt tun sich im Urteil der Wahlberechtigten schwer. Mit Ministerpräsident Sven Schulze sind 30 Prozent zufrieden, 46 Prozent unzufrieden. Herausforderer Ulrich Siegmund findet mit 37 Prozent mehr Zuspruch als der Amtsinhaber. 35 Prozent äußern sich zugleich aber ablehnend zur Person des AfD-Politikers.

Bis zum Wahltag kann sich noch einiges ändern

Gut jeder zehnte Wahlberechtigte (11 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für sieben von zehn Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung fest. Etwa jeder Fünfte (19 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

Für den aktuellen Sachsen-AnhaltTREND der ARD befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 24. bis 25. August 2026 insgesamt 1.511 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt (884 Telefoninterviews und 627 Online-Interviews). Es handelt sich um eine repräsentative Studie unter den Wahlberechtigten in dem Bundesland.

Infratest dimap weist darauf hin, dass die Sonntagsfrage aktuelle Parteipräferenzen misst und kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag final abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.

Im Video: ARD-Umfrage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt

Noch eineinhalb Wochen, dann wird in Sachsen-Anhalt gewählt.
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Noch eineinhalb Wochen, dann wird in Sachsen-Anhalt gewählt.

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